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Umwelt

Interview Günter Lach

Schrot&Korn: Nach wie vielen Schadstoffen suchen Sie?
31.01.2003
Schrot&Korn: Nach wie vielen Schadstoffen suchen Sie?

5.000 Bioprodukte im Test

Dr. Günter Lach ist Geschäftsführer von Specht & Partner, einem der großen Labore für Lebensmittelanalytik. 25.000 Proben werden dort im Jahr auf Pestizidrückstände untersucht. Gut 5.000 davon stammen von Bio-Herstellern und Bio-Großhändlern.

Günter Lach: Das hängt vom jeweiligen Auftrag ab. Wir können einzelne Substanzen bestimmen, etwa Acrylamid. Es gibt aber auch Methoden, mit denen sich 300 bis 400 Wirkstoffe analysieren lassen.

Schrot&Korn: Die Naturkost-Hersteller haben intern für Rückstände einen Orientierungswert von 0,01 Milligramm je Kilogramm Lebensmittel. Wieviel ist das?

Günter Lach: 0,01 Milligramm sind zehn Mikrogramm. Eine Augenwimper wiegt etwa fünf bis sechs Mikrogramm. Stellen Sie sich eine solche Wimper in einem Kilo Mehl vor. Nicht als Ganzes, sondern fein verteilt. Diese winzige Menge können wir herausholen und bestimmen.

Schrot&Korn: Gibt es bei der Rückstands-Belastung Unterschiede zwischen konventionellen und Bio-Lebensmitteln?

Günter Lach: Ja. Wir finden bei den konventionellen Produkten wesentlich mehr Rückstände. Sowohl die Anzahl der Pestizide ist höher, als auch die gemessene Konzentration. Zwar halten die meisten dieser Produkte die gesetzlichen Vorschriften ein. Dennoch ist die Belastung im Vergleich zu Bio-Lebensmitteln deutlich erhöht.

Schrot&Korn: In wie viel Prozent der Bio-Proben finden Sie Rückstände?

Günter Lach: Das lässt sich so nicht sagen, weil wir keinen repräsentativen Querschnitt analysieren. Wir bekommen ja oft Ware, bei der der Auftraggeber vermutet, dass etwas nicht in Ordnung ist.

Wichtig ist auch zu wissen, welche Wirkstoffe man wo suchen muss. Im Winter untersuchen z. B. wir verstärkt Zitrusfrüchte auf Oberflächenbehandlungsmittel, die zu den Fungiziden gehören. Diese Stoffe schützen die Schalen und lassen sie gut aussehen, sind aber im Öko-Landbau verboten. Test schützen vorm unerlaubten Einsatz - und vor Betrug.

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