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Gute Hühner brauchen Zeit

Berthold Franzsanders Hühner gackern französisch. Vor 15 Jahren hat er sich für sein Unternehmen Roberts Biogeflügel in Frankreich Tiere für die ökologische Hühnermast besorgt. Sie müssen langsam wachsen, weil Biohähnchen nicht nach vier, sondern erst nach elfeinhalb Wochen geschlachtet werden
01.08.2008
Berthold Franzsanders Hühner gackern französisch. Vor 15 Jahren hat er sich für sein Unternehmen Roberts Biogeflügel in Frankreich Tiere für die ökologische Hühnermast besorgt. Sie müssen langsam wachsen, weil Biohähnchen nicht nach vier, sondern erst nach elfeinhalb Wochen geschlachtet werden

Berthold Franzsanders Hühner gackern französisch. Vor 15 Jahren hat er sich für sein Unternehmen Roberts Biogeflügel in Frankreich Tiere für die ökologische Hühnermast besorgt. Sie müssen langsam wachsen, weil Biohähnchen nicht nach vier, sondern erst nach elfeinhalb Wochen geschlachtet werden. Außerdem müssen die Tiere geländetauglich sein. In Frankreich hat die Freilandhaltung von Fleischgeflügel eine lange Tradition. Dort haben die großen Hühnerzüchter noch passende Tiere. In Deutschland ist das Angebot ganz auf die industrielle Schnellmast ausgerichtet. Auch bei Puten und Gänsen nutzen die Biobauern oft Rassen aus Frankreich oder England.

Berthold Franzsander zieht auch Legehennen auf und verkauft sie an Bioeiererzeuger. Die männlichen Küken tötet er nicht, sondern mästet sie. „Wir setzen gezielt Linien mit möglichst schweren Tieren ein. Inzwischen kommt so ein Hahn nach fünf Monaten zumindest auf 1,4 Kilogramm Schlachtgewicht.“ Die Brüste dieser Tiere kann er getrennt vermarkten. „Die Keulen verarbeiten wir zu Nuggets oder Geflügelwurst.“ Geschäft ist das keins. Mit seinen Kollegen in der Interessengemeinschaft Bio-Geflügel und anderen engagierten Bauern versucht Franzsander, Legehennen zu züchten, deren männliche Geschwister sich besser mästen lassen. „Das wird bis zum Durchbruch noch zehn Jahre dauern“, schätzt er. Auch dann werden Eier und Fleisch dieser Tiere etwas teurer sein, weil sie weniger davon erzeugen als einseitige Hochleistungsrassen.

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