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Umwelt

Bio-Bier

Jahrhundertelang war Bier von Natur aus „bio“. Doch davon haben sich viele Biere weit entfernt. Das Reinheitsgebot gilt nach wie vor
31.03.2007
Jahrhundertelang war Bier von Natur aus „bio“. Doch davon haben sich viele Biere weit entfernt. Das Reinheitsgebot gilt nach wie vor

Gentechnikfreies Reinheitsgebot

Jahrhundertelang war Bier von Natur aus „bio“. Doch davon haben sich viele Biere weit entfernt. Das Reinheitsgebot gilt nach wie vor. Doch nur Bio-Brauer verzichten auf Pestizide und Gentechnik.

Neumarkter Lammsbräu

Riedenburger Brauhaus

Forschen
für Bio-Bier

Brauen mit Zutaten
aus dem Kloster

„Ökomanager des Jahres 1990“, Bio-Innovations-Preis 2003, Auszeichnung für die Förderung der Region 2006 – sogar vor der UNO durfte Franz Ehrnsperger, Geschäftsführer der Neumarkter Lammsbräu, sein hochdekoriertes Unternehmenskonzept vorstellen. Als er vor 35 Jahren die Brauerei übernahm, wehte ein rauer Wind für Bio-Ideen, dennoch setzte er sich in den Kopf, die Bierproduktion komplett auf bio umzustellen. Vom Acker bis zur solarwärmegespeisten Trocknung des Malzes. Er leistete Überzeugungsarbeit, forschte und sicherte die Rohstoffverfügbarkeit in Bio-Qualität. Drei Millionen Mark habe die Umstellung gekostet – „mit allen Fehlern, die wir gemacht haben“. Verregnetes Getreide, verdorbene Probesude … Heute kann der 60-Jährige schmunzeln – sogar über den Ärger mit den konventionellen Kollegen und deren Prozesse wegen „unlauterem Wettbewerb“. Weil damals der Begriff „Bio“ noch nicht geschützt war. Dennoch hat er sämtliche Verfahren gewonnen. Vielleicht war es die 200-jährige Ahnenreihe der Brauerfamilie, die ihn angetrieben hat, nicht nachzulassen und die Geschicke der Familienbrauerei für die nächste Generation in Richtung Bio zu lenken. Heute liefert eine Erzeugergemeinschaft von 106 Bauern mit festen Abnahmeverträgen Bioverband-kontrollierte Getreide und Hopfen. Die Hefe wird selbst gezüchtet und da die Neumarkter als eine der letzten Brauereien über eine eigene Mälzerei verfügen – hat Ehrnsperger den gesamten Produktionsverlauf vom Acker bis zur Flasche im Griff.

Schwerpunkt der kleinen Altmühltaler Familienbrauerei Riedenburger Brauhaus sind Biere aus den wiederentdeckten Urgetreiden Dinkel, Emmer und Einkorn. Für diese Idee und ihre Umsetzung bekam Michael Krieger 2003 einen Bio-Innovationspreis. Der 65-Jährige führt das Unternehmen in der vierten Generation, „die nächste steht schon vor der Tür“, sagt der Vater stolz. Von seinen vier Kindern arbeiten zwei Söhne schon aktiv in der Brauerei. Nicht mehr lange und sie sind mit ihrer Ausbildung fertig. Zwischen 1990 und 1992 stellte Krieger die Brauerei auf ökologischen Betrieb um, was letztlich auch zur Kooperation mit der ökologisch geführten Benediktinerabtei Plankstetten geführt hat. Mit Zutaten aus dem Klostergut braut Krieger seitdem die Plankstettener Biere, darunter das Dinkel-Bier, die Dunklen und den saisonalen Maibock. Produziert wird aber nicht nur für die Klosterschenke – alle Biere des Hauses gibts bundesweit. Getreide und Hopfen für die 15 Biersorten des Gesamtsortiments stammen nur von Bioland-Betrieben. Das anfänglich schwierige Unterfangen, den Betrieb auf Öko-Produktion umzustellen, entsprang zum einen der Lebenseinstellung des Unternehmerpaars Martha und Michael Krieger und war zum anderen eine „unternehmerische Überlegung für die Zukunft des Betriebs“. Schrittweise setzten sie den ökologischen Gedanken um und stellen inzwischen ausschließlich naturtrübe Bio-Biere ohne Filtrierung her. Sogar nach Italien und Frankreich exportieren sie den bayerischen Mehrkornsaft.

Franz Ehrnsperger, der Geschäftsführer der Neumarkter Lammsbräu steht für Bio-Bier und warnt vor Gentechnik.
Michael Krieger, Chef des Riedenburger Brauhauses, bezieht die Gerste fürs Malz aus dem Kloster Plankstetten.

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