Jeden Tag eine gute Entscheidung. Für eine bessere Welt. Für uns alle.
Leben

7 Schritte zu schönem Haar

Die dicken Dunklen wachsen schneller als die dünnen Hellen, sie können rot, braun, schwarz, blond oder grau sein: Kein Haar gleicht dem anderen und jedes kann, mit ein wenig Hilfe, auf seine Art schön sein. // Anette Harasimowitsch
28.02.2010
Die dicken Dunklen wachsen schneller als die dünnen Hellen, sie können rot, braun, schwarz, blond oder grau sein: Kein Haar gleicht dem anderen und jedes kann, mit ein wenig Hilfe, auf seine Art schön sein. // Anette Harasimowitsch

Die dicken Dunklen wachsen schneller als die dünnen Hellen, sie können rot, braun, schwarz, blond oder grau sein: Kein Haar gleicht dem anderen und jedes kann, mit ein wenig Hilfe, auf seine Art schön sein. // Anette Harasimowitsch

Glänzendes, seidiges und lebendiges Haar entspricht einem jahrtausendealten Schönheitsideal: Schon in der Antike besangen Dichter die Schönheit weiblicher Locken, und Bart und Schopf des Mannes galten als Zeichen von Macht und persönlicher Stärke. Das hat sich bis heute im Wesentlichen nicht geändert: Gerade Frauen legen großen Wert auf schöne und gesunde Haare.

Doch nur 38 Prozent aller in der Brigitte-Kommunikationsanalyse 2008 befragten Frauen – und das waren insgesamt immerhin 24,8 Millionen – sind mit ihrem Haar zufrieden. Die Mehrheit klagt: zu dünn, zu fettig, zu spröde sei das Haar, man habe zu viele Locken oder gar keine. Um dem abzuhelfen, verheißen Unmengen „haariger“ Produkte Fülle, Volumen, Glanz und Lebendigkeit. Doch eigentlich brauchen diese aus Keratin bestehenden Hornfäden nur ein wenig Unterstützung, um gesund und schön auszusehen.

Denn oft ist die Ursache vieler Haarprobleme gerade das Überpflegen: zu häufiges Waschen mit heißem Wasser, heißes Fönen und – ganz oben auf der Skala – die Verwendung von zu vielen Pflegeprodukten. Im Gegensatz zu Naturkosmetikherstellern verwenden konventionelle Anbieter diverse Substanzen, die Haar und Kopfhaut oft unnötig strapazieren und schlimmstenfalls Allergien auslösen können. Silikone etwa, die die Oberfläche von Haar und Kopfhaut versiegeln und so den Austausch von Nährstoffen erschweren, oder Konservierungsstoffe mit den krebsverdächtigen Formaldehydabspaltern werden in Bio-Präparaten nicht zu finden sein. Doch neben einer umsichtigen Pflege mit sanften Produkten können wir noch mehr für unsere Haare tun: Wir haben sieben Schritte zu natürlich schönem Haar für Sie zusammengestellt.

1 Waschen: Weniger ist mehr

Entgegen der weitverbreiteten Ansicht sollten Haare nicht täglich gewaschen werden. Zweimal wöchentlich reicht aus, denn zu häufiges Waschen nimmt dem Haar den natürlichen Fett- und Feuchtigkeitsgehalt. So angenehm eine heiße Dusche auch sein mag, für Haare und Kopfhaut ist eine zu hohe Wassertemperatur unnötig strapazierend. Ideal für das Waschen und Ausspülen vom Shampoo ist lauwarmes bis kaltes Wasser. Das gilt gerade für feines Haar: Durch das kältere Wasser ziehen sich die Muskeln zusammen, die jedes einzelne Haar umfassen – schon deshalb haben die Haare mehr Stand und Volumen. Naturkosmetische Shampoos enthalten keine aggressiven Inhaltsstoffe oder Silikone: Bei fettigem Haar zum Beispiel normalisieren Brennnessel- und Birkenrindenzusätze die Talgdrüsenproduktion, der Alleskönner Aloe vera wirkt als natürlicher Feuchtigkeitsspender für trockenes Haar, bei Schuppen reinigt Wascherde besonders sanft. Als Faustregel gilt: Shampoo unbedingt gründlich ausspülen.
Spröde und glanzlos: Das kann am hohen Kalkgehalt des Wassers liegen. Ein Schuss Zitronensaft in den letzten „Spülgang“ schafft Abhilfe.

2 Pflegen: Einfach glänzend

Widerspenstiges oder strapaziertes Haar braucht mitunter ein Mehr an Pflege. Wer mit glanzlosen oder spröden Haaren keine Last hat oder sein Haar kurz trägt, kann und sollte auf Spülungen, Masken und Kuren meist ganz verzichten. Denn auch mit diesen Mitteln kann es zum „Überpflegen“ kommen. Eigentlich sollten diese Produkte Glanz und Kämmbarkeit bescheren, indem sie die äußere Schuppenschicht der Haare glätten – doch wer es damit übertreibt, bewirkt genau das Gegenteil. Zu viel der Pflege umgibt das Haar mit einem zu dichten Film: es hängt dann eher schlapp herunter. Wer aber Pflegepackungen höchstens einmal wöchentlich verwendet, profitiert: Durch ihre längere Einwirkzeit bis zu 30 Minuten haben Wirkstoffe wie Weizenproteine, pflanzliche Öle und Kräuterauszüge mehr Zeit, ihre Wirkung zu entfalten. Auch wenn konventionelle Produkte – Silikon sei Dank – oft wahre Wunder versprechen, geschädigte Haare lassen sich nicht reparieren, sondern bestenfalls kaschieren. Ist der Spliss erst einmal da, hilft nur noch die Schere.
Großmutters Tipps: Bier bringt mehr Volumen, Zitrone wirkt gegen Fett und Tee sorgt für einen seidigen Farbschimmer.

3 Färben: Hauptsache Natur

Ob aus Lust am Experimentieren oder weil sich erste graue Strähnchen zeigen: Gründe, sich die Haare zu färben, gibt es genug. Risiken für Kopfhaut und Haar auch, denn konventionelle Tönungen und Farben sind für die Haarpracht eine echte Strapaze. Damit die neuen Farbpigmente ins Haar dringen und dauerhaft färben können, öffnen Oxidationsmittel, meist Wasserstoffperoxid, die Schuppenschicht – und hinterlassen nicht nur raues und sprödes Haar, sondern in vielen Fälllen auch Allergien.

Pflanzenfarben wie Henna, Kamille, schwarzes Indigo oder Rotbusch hingegen färben das Haar nicht nur, sie schützen es auch, denn sie lagern sich außen am Haar an. Ähnlich wie konventionelle Intensivtönungen hält die Pflanzenhaarfarbe 24 Haarwäschen lang. Dabei lässt sie sich gut im Alleingang auftragen. Für bequemere Färber gibt es Naturhaarfarben auch beim Naturfriseur. Die pflanzliche Farbpalette, die in der Tube oder als Pulver zum Anrühren erhältlich ist, kann sich sehen lassen. Doch es gibt Grenzen: Weizenblondes Haar für Brünette kann nur Wasserstoffperoxid leisten.
Vorsichtig testen: Pflanzenfarben sind Naturprodukte – das Ergebnis fällt daher individuell aus. Lieber erst mal eine Strähne zur Probe färben.

4 Trocknen und Stylen: Immer schön cool bleiben

Nasse Haare sind sehr sensibel, denn Wasser löst ihre stabilisierende Hülle vorübergehend auf. Das Haar reagiert dann empfindlicher auf mechanische Einwirkungen als trockenes Haar. Kräftiges Rubbeln raut die Schutzhülle auf und regt die Talgdrüsenproduktion an: das Haar fettet schneller nach. Es sollte daher nur mit einem Handtuch sanft ausgedrückt werden. Wer das Föhnen dem Lufttrocknen vorzieht, sollte zwischen Haar und Föhn einen Abstand von mindestens 20 Zentimetern wahren und möglichst kühl bleiben. Zu heiße Luft schädigt die äußere Schuppenschicht und reizt die Kopfhaut.

Das Stylen ist die Kür. Ob Tolle, Hochsteckfrisur oder Haare in alle Richtungen: etwas Schaum, Gel, Wachs oder Spray – auch in naturkosmetischer Qualität zu haben – kann helfen, den Schopf in Form zu bringen. Haarspray ist allerdings umstritten. Filmbildner überziehen die Haare mit einem dünnen Film.Und leider landet nur ein Teil davon in der schicken Frisur. Die Formbildner gehen als Wolke fein verteilter Tröpfchen, der Aerosole, in die Luft über und werden von uns eingeatmet. Sie sind so winzig, dass sie in die Lungenbläschen eindringen und Entzündungen auslösen können.
Ohne Treibmittel: Bei naturkosmetischen Haarsprays im Pumpzerstäuber bleibt die Anzahl der lungengängigen Tröpfchen gering.

5 Massage: Wellness mit der Bürste

Eine Kopfmassage – mit den Händen, mit einer Bürste oder auch mit der oft für Erheiterung sorgenden Kopfspinne – verheißt pure Entspannung und sorgt für eine gute Durchblutung der Kopfhaut. Wer täglich bürstet, reinigt sein Haar, glättet die äußere Schuppenschicht und bekommt glänzendes Haar und Volumen. Dabei kann man sich getrost an die großmütterliche Maßgabe der 100 Bürstenstriche halten, sollte aber zu einer hochwertigen Bürste greifen. Kunststoffbürsten zum Beispiel kosten zwar weniger, sind aber oft zu hart, zu spitz und nicht antistatisch: die Haare können sich aufladen und stehen dann sprichwörtlich zu Berge. Ideal sind solche mit Naturborsten vom Wildschwein oder Schwein. Sie ähneln dem menschlichen Haar, nehmen das natürliche Fett auf und verteilen es gleichmäßig über die Haare. Das gibt einen natürlichen Glanz. Wer es vegan möchte, sollte eine Bürste mit abgerundeten, sehr glatten Holznoppen benutzen. Auch bei Kämmen sind Materialien wie Holz oder Horn vorzuziehen – sie eignen sich besonders gut für das Entwirren nasser Haare.
Saubere Lösung: Einmal im Monat Kämmen und Bürsten mit etwas Shampoo und lauwarmem Wasser gründlich reinigen.

6 Der Naturfriseur: Reden, kämmen, schneiden

Der Besuch beim Naturfriseur braucht Zeit, denn vor dem Bürsten und Schneiden steht die ausführliche Erstberatung. Wer möchte, erzählt die Geschichte seiner Haare: mit welchem Shampoo wie oft gewaschen wird, ob man bürstet und womit. Auch was man isst und wo Stress lauert spielt eine Rolle für die Gesundheit und damit die Schönheit der Haare. Der Naturfriseur analysiert den Haarzustand und wägt ab, ob die Wunschfrisur zum Schopf passen kann. Dabei sollten die Wünsche nicht zu extrem von der Naturmähne abweichen: Der neueste Frisurentrend nützt wenig, wenn der Schnitt nicht zu Haar und Kopfform passt. Neben der konsequenten Verwendung biologisch abbaubarer Produkte und dem Verzicht auf synthetische Zusatzstoffe ist das auch ein Grund, warum es beim Naturfriseur keine Dauerwelle gibt. Sie verändert den Typ und wächst schnell wieder heraus. Naturfriseure färben ausschließlich mit Pflanzenfarben. Und die können aus einer Brünetten eben keine Blondine machen.
So sitzt die Frisur: Jedes Haar hat seine eigene Dynamik. Naturfriseure schneiden dieser „haarigen“ Eigenbewegung entsprechend.

7 Ernährung: „Vollwert“ für die Haare

Die Schönheit der Haare geht durch den Magen. Eine gut versorgte Kopfhaut liefert den Haarwurzeln das Notwendige zum Aufbau gesunder Haare: Eiweiße, Spurenelemente und Vitamine. Da diese Nährstoffe in einer ausgewogenen Vollwerternährung reichlich vertreten sind, gilt es zuzugreifen.

Wer Kartoffeln, Getreide, Eier oder Käse liebt, führt seinen Haarwurzeln den wichtigen Haar-Baustoff Eiweiß zu. Das Spurenelement Eisen ist unverzichtbar für die Herstellung der roten Blutkörperchen und für den Sauerstofftransport im Blut verantwortlich. Ein Lieferant ist Fleisch, aber auch in Hülsenfrüchten und Vollkornbrot ist Eisen vertreten. Vitamine sind unerlässlich für die Haar-Gesundheit. Vitamin C, für Grünkohl- und Zitrusfruchtfreunde, bindet Eisen und reguliert seinen Transport. Vitamin H, enthalten in Nüssen und Mandeln, fördert die Bildung von Keratin. Vitamin A, zu finden in Karotten und Fisch, stärkt das Immunsystem. Auch Kieselsäure, die zum Beispiel in Haferflocken, Vollkornreis oder Hirse enthalten ist, fördert das Wachstum der Haare.
Innere Werte: Alle für gesunde Haare notwendigen Nährstoffe sind in einer ausgewogenen Vollwerternährung vertreten.

Kommentare

Das könnte Sie auch interessieren

Ähnliche Beiträge