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Monsanto-Tribunal

Ökozid muss bestraft werden können

Bild: Der französische Anwalt William Bourdon fordert in seinem Plädoyer das Recht auf Information zum Schutz der Gesundheit

Nach drei intensiven Tagen gingen gestern am späten Nachmittag in Den Haag das Monsanto Tribunal und die People´s Assembly zu Ende. Die Anhörung von 24 Zeugen und das Plädoyer der Anwälte wurden von einem Publikum aus aller Welt vor Ort und per Livestream verfolgt.

Sechs komplexe juristische Fragen und inwieweit der US-Konzern Monsanto in diesem Zusammenhang das internationale Recht verletzt hat, sollten geklärt werden. Für das internationale Gremium von Richtern (das Tribunal) galt es, die Aussagen zu sammeln, um in der Folge eine Empfehlung abzugeben. Das Ziel ist, Ökozid als Tatbestand in das internationale Recht aufzunehmen, um entsprechende Vergehen juristisch verfolgen und ahnden zu können.

Lesen Sie mehr zu den beiden Veranstaltungen hier auf unserem Blog


Marie-Monique Robin. "Ökozid muss Tatbestand werden"




Hans Herren: "Wir können die Welt ohne Chemie ernähren"

 




Toxikologe Dr.Peter Clausing: "100 % Öko wäre das beste"



Dritter Tag: Die Richter hören weitere Zeugen

Monsanto Tribunal , Zeugenaussage

Bild: Livestream, ein Richter fragt beim Zeugen nach

Sonntag, 16.10.2016, dritter Tag des Monsanto Tribunals und der People´s Assembly,

Guten Morgen aus Den Haag, heute ist Welternährungstag!

Der Welternährungstag bildet einen würdigen Abschluss für die beiden Veranstaltungen, die noch den ganzen Tag andauern werden. Weitere Zeugen werden vor dem Richtergremium des Monsanto Tribunals aussagen und auf der People´s Assembly werden sich Arbeitsgruppen bemühen, Lösungen für eine lebenswerte Zukunft für den Planeten zu entwickeln.


Erschütternde Aussagen

People Assembly - Moms across America

Bild: Während die Richter des Tribunals die Zeugenaussagen hören, präsentieren auf der
People´s Assembly Organisationen aus aller Welt ihre Forderungen und Ideen für die Zukunft 

Die Anhörung der Zeugen am Sonntagvormittag bringt eine weitere erschütternde Geschichte zutage und Tatsachen, die ein sehr negatives Licht auf die weltweite Praxis der Sicherung der Lebensmittelqualität und der unabhängigen Forschung wirft. 

Ein Bauer aus Frankreich, der 1967 den elterlichen Hof übernommen hat, erzählt, wie er seit Jahren eine juristische Auseinandersetzung gegen den Monsanto-Konzern bestreitet. "Als junger Landwirt habe ich den Versprechungen von Monsanto geglaubt :"Wir sind an eurer Seite mit unseren Produkten", hätten sie versprochen ,"mehr Effizienz, höhere Erträge, Unkraut - kein Problem, genau das, was wir wollten." Zudem das Versprechen, dass all die Chemikalien völlig ungiftig für Menschen sind. 

Das dies eine Lüge ist, erkannte Paul Francois, als er nach der Reinigung von Geräten, mit denen er Lasso - das "Vorgänger-Pestizid" - von Roundup Ready ausgebracht hatte, beim Einatmen der Dämpfe bewusstlos umfiel und mit einem toxischen Schock in der Krankenhaus muss. Fünf Wochen dauerte es, bis er wieder arbeitsfähig war. Doch völlig gesund wurde er nicht. Seitdem ihm der Zusammenhang mit dem später verbotenen Pestizid von Wissenschaftlern und Medizinern bestätigt wurde, kämpft er juristisch dafür, dass der Unfall als Arbeitsunfall anerkannt wird.


Monsanto hat viel Leid verursacht

Monsanto Tribunal, Shiv Chopra

Bild: Der kanadische Wissenschaftler Shiv Chopra lauscht gespannt. Er wurde ebenfalls unter Druck geseztt und verlor seine Arbeit.

Am Sonntagvormittag  ging es beim Monsanto Tribunal  um Vorwürfe gegen Monsanto in Bezug auf die Ausübung von Druck - direkt und indirekt - auf Regierungen, Institutionen und Wissenschaftler. Es kamen neben dem französischen Landwirt Paul Francois, ein Farmer aus Kolumbien zu Wort sowie ein argentinischer Anwalt von Opfern von großflächigen Pestizidanwendungen aus der Luft und ein Gesundheitsexperte aus Paraquay. 

Claire Robinson vom britischen Informationsdienst GMWatch

Bild: Claire Robinson von der britischen gentechnikkrtischen Organisation GMWatch erläutert Fälle von Einflussnahme auf die Wissenschaft und auf Organisationen durch Monsanto

Kolumbien: 22 Millionen Liter hochkonzentriertes Glyphosat versprüht

Pedro Pablo Mutumbajoy ist Kleinbauer aus Kolumbien und erzählt wie die kolumbianische Regierung Millionen von Litern Glyphosat in hoher Konzentration von Hubschraubern aus versprühen ließ, um den verbotenen Anbau von Coca einzudämmen. Während des Bürgerkriegs sei der Anbau von Coca üblich gewesen und brachte Rebellen und Kleinbauern ein zusätzliches Einkommen. Durch die Besprühungen aus der Luft waren natürlich auch alle anderen Flächen außer den Koka-Anpflanzungen betroffen, „Land für den Anbau unserer Nahrungsmittel, Wasser, Menschen und Tiere“, erklärte Mutumbajoy. Die Auswirkungen dieser Einsätze blieben nicht aus: „Ich habe gesehen wie ein Kalb ohne Vorderbeine geboren wurde. So etwas habe ich noch nie gesehen“, erzählte er.

Anwalt Maogato Jackson ging auf den Vorwurf ein, dass Monsanto das Mittel Agent Orange geliefert hat, mit dem im Vietnam Krieg Wälder entlaubt wurden. Die Auswirkungen sind noch heute spürbar.

Bild: Anwalt Maogato Jackson erhebt Anklage wegen Kriegsverbrechenim Zusammenhang mit dem Einsatz des  Entlaubungsmittels Agent Orange in Vietnam

Es muss eine Basis geschaffen werden, damit Opfer zu ihrem Recht kommen

Von Missbildungen nicht nur bei Tieren, sondern bei Kindern, berichtet Juan Ignacio Pereyra, der Opfer in Argentinien vertritt. Aus Studien, die ihm vorliegen, die aber auch öffentlich sind, gehe eindeutig hervor, dass der angeblich harmlose Pestizidwirkstoff Glyphosat mittlerweile ubiqitär zu finden ist, zum Beispiel im Wasser von Flüssen, sogar im Regen und in der Luft und Quelle für viele toxische Nebenwirkungen sei. Untersuchungen zeigten deutlich den Zusammenhang zwischen dem Beginn des Anbaus von gentechnisch veränderten Pflanzen, der Anwendung von Roundup Ready und dem Anstieg von Krankheiten und Missbildungen. So ein Produkt auf den Markt zu bringen, sei ein Verbrechen. Doch das Problem sei sehr komplex und monsanto sehr mächtig und einflussreich. Es sei nicht einfach, schon gar nicht für Betroffene wie Kleinbauern, Klage zu erheben. Es müsse eine völkerrechtliche Basis geschaffen werden, so der Anwalt.

Aktion auf der People´s Assembly, der den Einfluss von Monsanto auf´s Korn nimmt

Bild: Aktion auf der People´s Assembly, der den Einfluss von Monsanto auf´s Korn nimmt


Das Monsanto Tribunal beginnt

Monsanto Tribunal - das Richterteam

Bild: Die Richter haben ihren Platz eingenommen

Samstag, 15.10.2016, zweiter Tag des Monsanto Tribunals und der People´s Assembly,

Guten Morgen aus Den Haag!

Nach einem unglaublich vollen ersten Tag wechseln wir heute den Standort: Das eigentliche Monsanto Tribunal, die Anhörung der Opfer vor dem Richtergremium steht im Mittelpunkt des zweiten Tages in Den Haag.

Sie können das Tribunal im Livestream verfolgen

Der Livestream ist ab Samstag 8:30 verfügbar:

Link to the livestream video in 5 languages here.

Impressionen des ersten Tages sehen Sie in drei Videos:

Interview mit Gerindo von der Stiftung Monsanto vor Beginn der Veranstaltung.

Ein Querschnitt von Statements (englisch)

Renate Künast: Wir haben das Recht zu wissen, was wir essen." (scrollen Sie zum Ende des Blogs von Freitag)


Erste Zeugenaussagen: Krankheitsgeschichten von Hawaii bis Sri Lanka

Seit heute um 8:30 tagt das Monsanto Tribunal. Fünf Richter aus vier Kontinenten hören die Opfer, die Anklage gegen Monsanto und seine Produkte erheben.

Zeugin aus Argentien

Als erste Sprecherin vor dem Monsanto Tribunal spricht Sabine Grataloup (Bild links). Sie erzählt ihre Geschichte: Ihr neunjähriger Sohn Theo wurde mit einem Speiseröhrenverschluss geboren. Er hat bereits 50 Operationen hinter sich. Die Ärzte hätten ihr gesagt, dass die Ursache dafür Pestizide sein könnten. „Dann wurde mir erst bewusst, dass ich zu Beginn meiner Schwangerschaft Glyphosat auf meinem Gelände, einem Reitplatz, benutzt habe.“

Aus argentinischen Studien hat sie dann erfahren, dass sich die Missbildungen in einer Periode von 10 Jahren in Argentinien vervierfacht haben - in einer Zeit, als begonnen wurde, Glyphosat sehr intensiv zu nutzen und auch aus Flugzeugen großflächig zu versprühen.


Der Fall Maria Robledo - Argentinien

Maria Liz Robledo kommt aus einem kleinen Dorf aus der Provinz Buenos Aires. Ihre Tochter Martina wurde geboren und kurz danach wurde eine Speiseröhrenmissbildung festgestellt, erzählt sie. Nach einer 22-stündigen Operation hätte sie sich den Umständen entsprechend gut entwickelt, doch habe ihre Tochter Probleme, die ihr keine normale Sozialisation ermöglichten.

"Kurz darauf wurde in unserem kleinen Dorf (1.000 Einwohner) ein zweites Kind mit dieser Missbildung geboren. Dann haben wir überlegt, und plötzlich ist uns der Zusammenhang mit diesen Spritzmaschinen aufgefallen, die bei uns - wie normal- über das Land fahren. Und immer wurde uns gesagt, dass diese Spritzmittel vollkommen ungefährlich sind. Mittlerweile ist bewiesen, dass es nicht so ist. Das muss noch mehr bekannt werden und es muss sich ändern!"

Maria Liz Robledo aus Argentinien

Bild: Maria Liz Robledo erzählt die Leidensgeschichte ihrer Tochter. Im Hintergrund Sabine Gaudeloup aus Frankreich.


Dichte Atmosphäre im Gerichtssaal

Ein junger amerikanischer Rechtsanwalt, der mehr als 1.000 Fälle in den USA vertritt, bei denen Glyphosat als Ursache für Missbildungen und schwerwiegende Krankheiten gilt, spricht darüber. Er sieht gute Chancen, dass ein Zivilgerichtsprozess gegen Monsanto in den USA. Es könnte ein Exempel gegen Monsanto statuiert werden, erklärt er. Eines der Opfer, das er vertritt, erzählt seinen Leidensweg.

Ein Bauernvertreter und ein Anwalt berichten aus Sri Lanka

Bild: Ein Bauernvertreter und ein Anwalt berichten aus Sri Lanka

Sri Lanka: 4.000 Bauern auf Sri Lanka leiden an einer Nierenkrankheit und zusätzlich an Diabetes, nachdem sie begonnen hatten, Glyphosat in Form von Roundup zu nutzen und Trinkwasser aus den Flüssen nahmen. Auch das Bodenleben kam zum Erliegen, berichtet der Bauern. Nachforschungen und wissenschaftliche Untersuchungen haben ergeben, dass insgesamt über 24.000 Menschen an den Folgen der Pestizidanwendungen gestorben sind. Sri Lanka hat reagiert und Glyphosat verboten.

Eine RIchterin fragt nach

Bild: Eine Richterin fragt nach




Zeugen aus Argentinien, Brasilien und den USA

Die Anhörungen gehen weiter. Im ersten Block am Morgen geht es um die Frage des Einflusses von Pestiziden auf die menschliche Gesundheit. Die Richter wollen sich ein Bild machen, inwieweit Monsanto durch seine Aktivitäten die Menschenrechte verletzt hat. Im zweiten Block geht es um die Auswirkungen auf Pflanzen und Böden. 

Vertreter, die über die Situation in Argentinien und Brasilien berichten

Bild: Vertreter, die über die Situation in Argentinien und Brasilien berichten


Gespanntes Zuhören und reger Austausch in den Pausen

Während der Anhörungen sind alle Anwesenden gespannt und hören die Aussagen, aber viele verbreiten die Neuigkeiten auch gleich über die sozialen Medien.

 

Die Gäste des Tribunals hören gespannt zu

Bild: Die Gäste des Tribunals hören gespannt zu

Die kurzen Pausen während des Tribunals werden genutzt, um sich auszutauschen und zu vernetzen.

 

Diskussionen während der Pausen

Bild: Diskussionen während der Pausen

 


Wissenschaftliche Erkenntnisse aus den USA

Ein Vertreter der US-Wissenschaftler Don Huber, der persönlich nicht am Tribunal teilnehmen konnte stellte die Ergebnisse dessen Forschungen zum Thema Glyphosat vor.

Vertreter von Don Huber

Bild: Vertreter des US-Biologen Don Huber

 

Der Richter fragt ein Detail nach

Bild: Der Richter fragt ein Detail nach


People´s Assembly Workshops Ergebnisse

In der Diskussion zu Pestiziden und Ökologischem Anbau wurde deutlich, dass es eines der wichtigsten Aufgaben, ist, die Verbraucher ins Boot zu holen. „Wenn die Kunden verstehen, dass gute Lebensmittel ihren Preis wert sind, dann haben wir ein wichtiges Ziel erreicht.“

Ergebnisse aus den Workshops werden präsentiert

Bild: Ergebnisse aus den Workshops werden präsentiert

Einige Gruppen sind bereits international gut vernetzt, wie die Landlosen-Bewegung in Lateinamerika. „Via Campesionos“.  Doch der rechtliche Rahmen ist nicht ausreichend, erklärt eine Vertreterin. „Wir brauchen eine neue weltweite Solidarität der Grassroot-Organisationen, forderte sie, um der ökologischen Bewegung mehr Gewicht zu leihen.

Vertreterin von Via Campesinos

Bild: Vertreterin von Via Campesinos

In einem anderen Workshop ging der Austausch um Kampagnen zu Gentechnik. Es gibt eine Reihe von kreativen Aktionen, die Erfolg hatten - „wir können von den Erfahrungen profitieren“, resümierte eine Sprecherin. „Wenn Glyphosat weltweit verboten würde, wären wir auch die Gentechnik veränderten Pflanzen los“ formulierte sie einen Vision, die in der Arbeitsgruppe aufkam.

„Beeindruckend waren all die Erfahrungen, die wir von den Vertreter aus der ganzen Welt gehört haben: von „grünen Wüsten“ in Mittelamerika, die nach der sogenannten „grünen Revolution“ intensiv in die Agrarindustrie mit Pestiziden und gentechnisch veränderten Pflanzen eingestiegen sind. Traurig auch die Tatsache, dass die Auswirkungen des Monsanto-Gift „Agent Orange“ noch immer in Vietnam  zu spüren sind. Noch immer müssen die Opfer beweisen, was ihnen widerfahren ist. Das ist sehr schwierig“, stellte der Sprecher klar.

 

Ein Sprecher berichtet von den Ergebnisse des Pestizid-Workshops

Bild: Ein Sprecher berichtet von den Ergebnisse des Pestizid-Workshops


Erster Tag: Monsanto Tribunal und People´s Assembly in Den Haag

 

Erster Tag Monsanto Tribunal und People´s Assembly in Den Haag

Die Initiatoren und Organisatoren des Monsanto Tribunals

Bild: Hans Herren, VAndana Shiva, André Leu, Ronnie Cummins



Der Angeklagte wird nicht erscheinen

Den Haag, Freitag, 14.10.2016

Wie die britische Zeitung The Guardian berichtet, werden keine Vertreter des "angeklagten" US-Konzerns Monsanto am nach ihm benannten Tribunal teilnehmen. Laut einem Brief aus der Führungsspitze des Konzerns, wird als Grund genannt, dass die Veranstaltung von Organisationen der Bio-Branche ins Leben gerufen und unterstützt wird und eine „Verurteilung“ von Monsanto bereits feststehe. Einen konstruktiven Dialog über Perspektiven der landwirtschaftlichen Produktion hätte man willkommen geheißen, wird aus dem Brief zitiert..

Die Organisatoren des Monsanto Tribunal stellen klar: Es handle sich keineswegs um ein Scheingericht, das Ergebnis sei offen und die Anklagepunkte würden nach Beweislage und den Regeln des Internationalen Rechts geprüft.

Einladungsschreiben im Juni - Annahme verweigert

Die Organisatoren des “Internationalen Monsanto Tribunals” hatten den US-Agrarindustriekonzern bereits Ende Juni dieses Jahres offiziell eingeladen, in Den Haag am 15. und 16. Oktober an den Verhandlungen des symbolischen Gerichtsprozesses teilzunehmen. Dem aus Amsterdam zugestellten Einschreiben wurde die Annahme verweigert.

Aus dem Einladungsschreiben an Hugh Grant, dem Geschäftsführer von Monsanto:


“Für die Stiftung Monsanto Tribunal ist es von großer Bedeutung, dass dem Konzern Monsanto die ausreichende Möglichkeit gegeben wird, die eigenen Positionen vor dem Tribunals darzustellen, damit auf der Basis möglichst weitreichender Informationen ein Urteil getroffen werden kann.”

Monsanto hatte bis zum 1. Oktober 2016 die Möglichkeit, eine schriftliche Erklärung einzureichen und/oder eine rechtliche Vertretung nach Den Haag zu senden.

Hintergrundinformationen zu den Richtern und Anwälten des Tribunals

Andre Leu, IFOAM, Ronnie Cummins, Organic Consumers Association, USA


"Wir brauchen das Recht zu wählen"

Das Monsanto Tribunal und die People´s Assembly hat begonnen. Auf der Pressekonferenz sprachen unter anderem Hans Herren, Vandana Shiva, Ronnie Cummins and Renate Künast.

Renate Künast, die Botschafterin des Monsanto Tribunals ist, erklärte, dass sie stolz ist Botschafterin zu sein. Denn es seien zwei fundamentale Rechte für das 21. Jahrhundert: Das Recht auf Nahrung überall auf der Welt und das Recht so über Lebensmittel informiert zu werden, dass jeder einzelne die freie Wahl hat beim Kauf.



Percy Schmeiser: "Leben ist heilig"

Der kanadische Farmer Percy Schmeiser ist mit seiner Frau Louise nach Den Hague gereist, um seine berührende Geschichte und die seines Kampfes gegen die Anklage durch Monsanto zu erzählen. "Monsanto wollte uns ganz und gar zerstören", stellt er fest. Er endete mit der Aufforderung "Gebt nie auf für euer Recht zu kämpfen" und "das Leben ist heilig". Er erntete langanhaltenden Applaus von der Versammlung.

Zuvor forderte die indische Saatgut-Aktivistin Vandana Shiva leidenschaftlich auf die Patentierung von Leben zu stoppen und Freiheit für Saatgut und Biodiversität zu gewährleisten. "Jeder von Euch muss ein Aktivist eine Akivistin für die Sache werden!," forderte Vandana Shiva.

Gerade spricht Fernando Cabaleiro (Nature of Rights Argentina) über die Vergehen von Monsanto und den Kampf dagegen. Er erzählt von immer neuen Schlupflöchern und juristischen Winkelzügen des Konzerns, um Pflanzen zu patentieren.


Bild: Percy Schmeiser, Bauer aus Kanada, der eine lange juristische Auseinandersetzung mit Monsanto ausgefochten hat



Bild: Eine junge Frau twittert vom MonsantoTribunal & People´s Assembly. Es gibt einen TwitterStorm #MosantosCrimesExposed


"Warum vergiftet ihr unsere Kinder?"

In der zweiten Session der heutigen People´s Assembly geht um die Auswirkungen von Glyphosat auf die menschliche Gesundheit hat. André Leu führt aus, dass quasi jeder Mensch auf unserem Planeten Rückstande von Glyphosat in sich hat. Viele wissenschaftliche Studien wurden ausgewertet und sie beweisen diesen Effekt. "Es ist kein Zufall, dass manche Zivilisationskrankheiten exponentiell zugenommen haben, seit der Wirkstoff Glyphosat in der Landwirtschaft eingesetzt wird." Leu erwähnt Diabetes, Krebs und krankhaftes Übergewicht. "Glyphosat ist überall und schon vor der Geburt werden Kinder diesem Gift ausgesetzt." Hunderte von wissenschaftlichen Studien würden das beweisen.


Erschreckende Berichte aus aller Welt


Vertreter von verschiedenen Organisationen und Wissenschaftler berichten von wirklich unglaublichen Erkenntnissen zu Glyphosat und Pestiziden. Die Berichte kamen unter anderem aus Argentinien, USA und Frankreich. "Wir haben alle einen Cocktail von Pestiziden in unserem Körper." Die Kombination verschiedener Wirkstoffe werde nicht getestet, erklärt André Leu.

Hans Herren war alle drei Tage in Den Haag. Er war Sprecher und verfolgte das Tribunal.

Bild: Hans Herren war alle drei Tage in Den Haag. Er war Sprecher und verfolgte das Tribunal.

Hans Herren schlug vor "Wir kaufen uns ein Ticket für eine Reise zum Mars, weil unser Planet vergiftet ist." Das System der Agrarindustrie sei total pervers und es sei höchste Zeit etwas dagegen zu tun. "Wenn wir das Öko-System mit Pestiziden aus dem Gleichgewicht bringen, müssen wir damit rechnen, dass das Konsequenzen hat."


Mehr als 1000 Organisationen und Personen unterstützen das Tribunal

Nach fast einem Jahr Vorarbeit ist es nun soweit: Das Monsanto Tribunal und die People´s Assembly finden statt. Dem Organisationskomitee gehören internationale Persönlichkeiten an:

Vandana Shiva (Physikerin, Trägerin des alternativen Nobelpreises, Gründerin der Navdaya Bewegung, 2010 von Forbes zu den sieben einflussreichsten Frauen weltweit gewählt)

Corinne Lepage (Anwältin, spezialisiert auf Umweltfragen, ehemalige französische Umweltministerin und Mitglied des Europäischen Parlamentes 2009 – 2014)  

Marie-Monique Robin, Patronin des Monsanto Tribunals (Filmemacherin, Journalistin, Regisseurin und Schriftstellerin,  zahlreiche Dokumentarfilme, mit mehr als dreißig internationale Auszeichnungen preisgekrönt, Bestseller Monsanto - Mit Gift und Genen wurde in 22 Sprachen übersetzt)  

Olivier de Schutter (Professor an der Universität von Leuven, Mitglied des Ausschusses der Vereinten Nationen für wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte und Co-Präsident der unabhängige Fachjury für nachhaltige Nahrungsmittelsysteme IPES (International Panel of Experts on Sustainable Food Systems). 2008 - 2014 Sonderberichterstatter der Vereinten Nationen für das Recht auf Nahrung.

Gilles-Eric Séralini (Professor für Molekularbiologie und Forscher am Institut für grundlegende und angewandte Biologie (IBFA) der Universität von Caen. Er ist Co-Direktor des Forschungsprogrammes Risiko, Qualität und Umwelt des Maison de la Recherche en Sciences Humaine. Die Ergebnisse seiner Studien über genveränderte Organismen (GVO) und Pestizide bei Fütterungsversuchen an Ratten machten ihn bekannt.

Hans Herren (Gründer und Präsident von BioVision, Präsident und CEO des Millennium Institute. Hochrangiges Mitglied Beratergruppe der UNO-Kommission über Hunger, Nahrungsmittelsicherheit und Ernährung zur Ausgestaltung der Agenda für eine Nachhaltige Entwicklung post-2015).

International renommierte Richter bilden das Tribunal

Hintergrundinformationen finden Sie auf Monsanto Tribunal Hintergrund

 


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Felix

Es ist mir unverständlich, das die Arbeitnehmern bei Monsanto es zulassen, dass ein Gift wie das Glyphosat produziert wird. Sie wissen was dieses Gift anrichtet. Sie haben doch auch Kinder, die in der Zukunft auf dieser Erde leben wollen. Von den Verantwortlichen in der Chefetage kann ich nur sagen, das sie durch die Sucht nach Macht, der Gier und der Sucht nach Geld ihre Augen verschlossen haben. Sie sind ohne Skrupel, die Menschheit interessiert sie nicht. Sie werden der Gerechtigkeit nicht entkommen.