Anzeige

Anzeige

Wildkräuter in Gefahr

Die industrielle Landwirtschaft hat die wilde Ackerflora vielerorts vernichtet. In einigen Bundesländern versuchen nun Bio-Bauern, gefährdete Wildkräuter wieder anzusiedeln. // Stephan Börnecke

 Um den Artenrückgang auf Wiesen und Feldern zu stoppen, können bayerische Bio-Betriebe seit diesem Herbst etwas für die Wiederansiedlung von Ackerwildkräutern tun. Der Verein biolog und seine Projektpartner Bioland sowie Neumarkter Lammsbräu betreiben eine gezielte Ausbringung von ursprünglichem Saatgut. Dadurch konnten auf Öko-Feldern in der Münchener Schotterebene bereits gefährdete Arten wie Großer Frauenspiegel, Acker-Steinsame, Rittersporn oder Acker-Lichtnelke ausgesät werden. 2015 sollen Äcker im Fränkischen Jura folgen.

Eine „starke Allianz  von Naturschutz und Landwirtschaft“ verlangt denn auch die Präsidentin des Bundesamts für Naturschutz, Beate Jessel. Und der Deutsche Naturschutztag fordert, dass die „Landwirtschaft den Erhalt der biologischen Vielfalt gewährleisten muss“. Immer mehr Bio-Bauern unterstützen Projekte für den Erhalt von Wildpflanzen. So hat der BUND bei Hannover sieben „Naturschutzäcker“ gepachtet, die von einem Bio-Landwirt bestellt werden. Sogar zwei bundesweit vom Aussterben bedrohte Kräuter, der Ysopblättrige Weiderich und der Acker-Kleinling, wachsen nun dort. Und das Vorhaben „100 Äcker für die Vielfalt“ will ein Netz von Äckern schaffen, auf denen neben der eigentlichen Kultur Adonisröschen, Lämmersaat oder Sandmohn gedeihen. Landwirte und Naturschützer haben bereits Flächen in Schleswig-Holstein und Nord-rhein-Westfalen reserviert.

Beim Ansiedeln von Wildkräutern sind Bio-Höfe im Vorteil, da keine Pestizide ausgebracht werden, doch ein Selbstläufer sind Wildkräuter auch dort nicht.  Denn auf den nach 1990 auf Öko umgestellten Höfen gibt es keinen Samenvorrat im Boden. Und da Getreide-Saatgut auch im Öko-Landbau stark gereinigt ist, haben seltene Pflanzen kaum Chancen. Nur auf alten Bio-Höfen stimmt die Vielfalt noch.

Ohne Wildkräuter keine Tiere

Von den rund 1 200 auf Äckern lebenden Tierarten sind laut BUND 90 Prozent verschwunden oder arg dezimiert: Denn Rebhuhn, Feldhamster oder Perlmutterfalter geht die Nahrung aus. Sie sind auf Ackerwildkräuter angewiesen. Die aber sind von der industriellen Landwirtschaft oft fast ausgerottet worden: Seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts gingen sie um 90 Prozent zurück. Mit den Kräutern verschwinden also auch Insekten, Vögel und Säugetiere.

Erschienen in Ausgabe 11/2014
Rubrik: News

Add a comment

Kommentar­bild via Gravatar

incl. 'http://'

Dann fangen wir wieder an, Wildkräuter in unseren Gärten anzubauen. Es ist eben schade, dass heute so kurzfristig gedacht wird....
www.wertdernatur.de


Warning: is_file() expects parameter 1 to be a valid path, string given in system/modules/ds-extendedsearch/classes/Indexer.php on line 35
#0 [internal function]: __error(2, 'is_file() expec...', '/homepages/45/d...', 35, Array)
#1 system/modules/ds-extendedsearch/classes/Indexer.php(35): is_file('\x17\x05\x91\xF8M0\x11\xE4\xA8L\x00%\x90z\x1C...')
#2 system/modules/core/library/Contao/Search.php(132): ExtSearch\Indexer->indexPage('...', Array, Array)
#3 system/modules/core/classes/FrontendTemplate.php(330): Contao\Search::indexPage(Array)
#4 system/modules/core/classes/FrontendTemplate.php(124): Contao\FrontendTemplate->addToSearchIndex()
#5 system/modules/core/pages/PageRegular.php(190): Contao\FrontendTemplate->output(true)
#6 system/modules/core/controllers/FrontendIndex.php(285): Contao\PageRegular->generate(Object(Contao\PageModel), true)
#7 index.php(20): Contao\FrontendIndex->run()
#8 {main}