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Kurz notiert 8|2017

Trinkwasser (© Foto: gettyimages/ Tara Moore)
Zu viel Dünger auf den Äckern belastet das Trinkwasser mit Nitrat. (© Foto: gettyimages/ Tara Moore)

Landwirtschaft

Wird Trinkwasser bald teurer ?

Gülle, Mist und künstlicher Stickstoffdünger lassen Getreide und Gemüse wachsen. Doch zu viel davon landet als unerwünschtes Nitrat im Grund- und Trinkwasser – und das ist ein Problem. In etlichen Regionen Deutschlands sind die Grenzwerte für Nitrat bereits überschritten. „Wenn die Nitrateinträge dort nicht bald sinken“, warnt das Umweltbundesamt (UBA), „müssen Wasserversorger zu teuren Aufbereitungsmethoden greifen, um das Rohwasser von Nitrat zu reinigen.“ 

Laut UBA kann die Reinigung den Trinkwasserpreis um 55 bis 76 Cent pro Kubikmeter erhöhen – also um 32 bis 45 Prozent. Eine vierköpfige Familie müsste dann bis zu 134 Euro im Jahr mehr bezahlen. Insgesamt rechnet das UBA mit 580 bis 767 Millionen Euro pro Jahr. Im Vergleich: Auflagen für die Landwirtschaft, die sich aus der neuen Düngeverordnung ergeben und die Nitratbelastung senken sollen, schlagen mit jährlich rund 111 Millionen Euro zu Buche. Das hat das Bundeslandwirtschaftsministerium berechnet.

Doch die Auflagen müssen sich erst bewähren. „Falls sich diese Belastungen nicht verringern, müssten weitere und strengere Auflagen für die Landwirtschaft erfolgen“, so die UBA-Präsidentin Maria Krautzberger. Genau das verlangt auch ein Bündnis aus zehn Organisationen, dem neben dem Verband der Energie- und Wasserwirtschaft der BUND, Greenpeace und die Gewerkschaft Verdi angehören. Das Bündnis hat die Petition „Stoppt die Gülle-Verschmutzung – Schützt unser Wasser!“ gestartet. Sie richtet sich an die Bundesregierung und die EU-Kommission. Ziel ist es, das bestehende Düngerecht weiter zu verschärfen und drohende Preisanstiege zu verhindern. Zudem fordert das Bündnis, den Gülle-Tourismus zu stoppen. 2016 importierte die Landwirtschaft zwei Millionen Tonnen Gülle aus den Niederlanden, die dann auf unseren Feldern landet. Zeichnen kann man die Petition unter www.guelleverschmutzung-stoppen.de. sb


Aluminiumschalen (© clipdealer)Ernährung

Institut warnt vor Alu-Schalen

Speisen aus Aluminium-Menüschalen gelten als praktisch und hygienisch. Doch nun warnt das Bundesinstitut für Risikoforschung (BfR) vor Essen, das darin zubereitet und warmgehalten wird. Der Grund: Werden unbeschichtete Alu-Schalen verwendet, könne in das Menü unerlaubt viel Aluminium übergehen. Das sei vor allem bei sauren Speisen wie Sauerkraut und Apfelmus der Fall. Untersucht wurden Lebensmittel, die nach dem Cook&Chill-Verfahren zubereitet wurden. Dabei werden die Speisen erst gekocht, dann auf vier Grad gekühlt und vor der Mahlzeit wieder erwärmt. Das Verfahren wird zum Beispiel in Kitas, Kliniken und Kantinen angewendet. Angesichts der „ohnehin vorhandenen Belastung mit Aluminium in der Bevölkerung“ appelliert das BfR, „jede zusätzliche Aluminiumaufnahme zu minimieren.“ Aluminium steht unter anderem in Verdacht, das Nervensystem zu schädigen. sb

(© clipdealer)


Meeresspiegel

Land unter bis 2100 ?

Überspülte Inseln, Land unter in Hamburg und Lübeck? Der Meeresspiegel könnte bis 2100 aufgrund des Klimawandels stärker ansteigen als bisher prognostiziert, und zwar um bis zu 1,70 Meter. Diese Befürchtung äußert das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) laut NDR in einem Schreiben, das die Behörde an das Bundesverkehrsministerium schickte. Bisher war von „nur“ 52 bis 98 Zentimetern die Rede. sb

Erschienen in Ausgabe 08/2017
Rubrik: News

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