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Kurz notiert

Pestizide

Erste Geschäfte nehmen Glyphosat aus dem Regal

Die Warnung der Weltgesundheitsorganisation WHO vor dem Pestizid Glyphosat zeigt erste Wirkungen: Die 350 Toom-Baumärkte werden bis Ende September 2015 alle Glyphosat-haltigen Produkte aus dem Regal nehmen.

Bereits seit Anfang Mai können die Märkte keine derartigen Produkte mehr nachbestellen. Hobby- und Kleingärtner müssen deshalb auf andere Produkte umsteigen – oder ihren Garten biologisch bewirtschaften. In der Schweiz ziehen die beiden großen Supermarktketten Coop und Migros Konsequenzen: Coop hat derartige Unkrautvertilger aus den Regalen verbannt, Konkurrent Migros will folgen.

Die Bau- und Supermärkte reagieren damit auf die Verlautbarungen der Internationalen Agentur für Krebsforschung (IARC) der Weltgesundheitsorganisation. Die stufte im März Glyphosat als „wahrscheinlich krebserregend“ ein. Toom hatte bereits 2013 damit begonnen, das Sortiment umzustellen und dabei 60 Prozent der Glyphosat-haltigen Produkte aus dem Verkauf genommen. Der Baumarkt biete seinen Kunden dafür alternative umweltverträglichere Produkte an, heißt es.

Der Nabu hat die Ankündigung begrüßt. Die Märkte nehmen damit „die zunehmenden Hinweise ernst, dass die Risiken des Einsatzes von Glyphosat für Mensch und Natur seit Jahren unterschätzt werden“, sagte Nabu-Bundesgeschäftsführer Leif Miller.  Angesichts der Ende 2015 auslaufenden EU-Zulassung für das umstrittene Pestizid habe die Entscheidung eine hohe Signalwirkung für Politik und Branche.

Am generellen Gifteinsatz in der konventionellen Landwirtschaft ändert sich derweil nichts: Die deutschen Pflan-zenschutzmittelhersteller verkauften 2014 sogar sechs Prozent mehr Pestizide, wofür die Bauern 1,6 Milliarden
Euro ausgaben, 100 Millionen mehr als noch 2013.
sb

(Foto: Miro Poferl/Utopia)

Ernährung

WWF rät zu Bio-Fleisch

Wenn schon Fleisch, dann am besten aus ökologischer Erzeugung, dazu rät die Umweltstiftung WWF. Bei der Präsentation ihres Einkaufsratgebers Fleisch und Wurst, dem eine Bewertung von Produktionsmethoden und Labels zugrunde liegt, hat der WWF ein klares Votum formuliert. 

Danach gelten Bio-Fleisch und Wild als erste Wahl, Produkte des Neuland-Verbands landen auf Platz zwei. Mit einem „lieber nicht“ bewertet der WWF konventionelles Fleisch. Dessen Erzeugung sei mit enormen ökologischen Auswirkungen verbunden. Auch konventionelle Markenlabels hätten in der Regel keinen ökologischen Mehrwert und seien meist reine Marketinginstrumente.

Noch haben Bio-, Neuland- und Wildfleisch nur einen Marktanteil von zehn Prozent. „Der Verbraucher hat es in der Hand, daran etwas zu ändern“, sagt WWF-Referent Markus Wolter. sb

 

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Gentechnik

US-Staat darf kennzeichnen

Im US-Bundesstaat Vermont müssen ab Juli 2016 Lebensmittel, die gentechnisch veränderte Bestandteile aufweisen, gekennzeichnet werden.

Ein vor einem Jahr unterzeichnetes Gesetz ist jetzt vom US-District-Court bestätigt worden. Führende Lebensmittelhersteller hatten zwischenzeitlich dagegen geklagt. Vermont ist der erste US-Bundesstaat mit einer Gentechnik-Kennzeichnung. sb

Erschienen in Ausgabe 07/2015
Rubrik: News

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