Anzeige

Anzeige

Kurz notiert 04|2018

Kurz notiert © greenpapillon/photocase.de
Trotz beeindruckender Zuwächse ist der ökologische Landbau in Deutschland noch immer ein zartes Pflänzchen. © greenpapillon/photocase.de

Bio-Landbau

20 Prozent Bio-Fläche bis 2030?

„2017 stellten jeden Tag durchschnittlich fünf Bauern eine Landwirtschaftsfläche von etwa 500 Fußballfeldern auf Bio um“, bringt Peter Röhrig, Geschäftsführer des Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW), die Entwicklung des Bio-Landbaus in Deutschland anschaulich auf den Punkt. Mittlerweile wirtschaften fast elf Prozent der deutschen Landwirte ökologisch. Insgesamt sind es 29 174 Bio-Bauern – und damit 2042 mehr als im Vorjahr. Die Bio-Anbaufläche in Deutschland wuchs dadurch spürbar: Im Jahr 2017 um 10 Prozent. Der Flächenanteil des Bio-Landbaus liegt damit bei 8,2 Prozent, das sind knapp 1,4 Millionen Hektar.
Die seit vielen Jahren in Deutschland angestrebte Marge, 20 Prozent der landwirtschaftlichen Fläche biologisch zu bewirtschaften, scheint zwar noch in weiter Ferne, bekommt aber politischen Rückenwind. Denn in den Koalitionsverhandlungen von Union und SPD wurde mit dem Jahr 2030 erstmals ein klares Datum festgelegt, zu dem die
20 Prozent geschafft werden sollen.
Solche politischen Bekenntnisse scheinen Flügel zu verleihen: „Wir werden das schneller erreichen“, verspricht BÖLW-
Vorstand Felix Prinz zu Löwenstein. Dazu sei ein Wachstum von jährlich acht Prozent erforderlich, was als realistisch gelte. Denn aus Sicht von Löwenstein deute alles darauf hin, dass sich die Nachfrage nach Bio-Produkten weiter so dynamisch entwickelt wie bisher.
Nach Berechnungen des Arbeitskreises Biomarkt lag der Umsatz mit Bio-Lebensmitteln und -Getränken 2017 in Deutschland erstmals über zehn Milliarden Euro – und hat sich seit der Jahrtausendwende damit verfünffacht. Gegenüber 2016
stieg der Umsatz um 5,9 Prozent. Daran hatten Supermärkte und Discounter mit fast neun Prozent Wachstum den größten Anteil. In den Bio-Fachgeschäften kletterte der Umsatz um 2,2 Prozent auf 2,91 Milliarden Euro. sb


Umwelt

Gefährliche Keime in Badeseen

Reporter des NDR haben in norddeutschen Badeseen, Bächen und Flüssen antibiotikaresistente Keime entdeckt. Das bestätigten Labore der TU Dresden und der Uniklinik Gießen. Solche Erreger trotzen Antibiotika und können im Falle einer Infektion eine Gefährdung vor allem für Babys, Ältere oder gesundheitlich vorbelastete Menschen bedeuten. „Das ist wirklich alarmierend“, kommentiert der Antibiotika-Experte Tim Eckmanns vom Robert-Koch-Institut die Funde. „Die Erreger sind anscheinend in der Umwelt angekommen und das in einem Ausmaß, das mich überrascht“, sagte er dem Sender. Die Erreger gelangen vermutlich über die Gülle aus Tiermastbetrieben und über Abwässer aus Krankenhäusern in die Umwelt. Das Umweltbundesamt verlangt, Klärwerke nachzurüsten, um die Erreger zu stoppen. Die Kosten würden bei jährlich etwa 1,3 Milliarden Euro liegen. sb


Essen, Heizen, mode

Tipps für mehr Klimaschutz

Ist meine Jacke fair produziert? Belastet die Herstellung meines Smartphones das Klima? Welches Siegel zeigt, dass der
Kabeljau auch wirklich aus akzeptablem Fang stammt? Solche Fragen beantwortet das Onlineportal www.nachhaltiger-
warenkorb.de. Herausgeber ist der Rat für Nachhaltige Entwicklung. Dieser berät die Bundesregierung in Sachen Nachhaltigkeit und entwickelt Ideen zur Umsetzung der deutschen Nachhaltigkeitsstrategie. sb


Erschienen in Ausgabe 04/2018
Rubrik: News

Add a comment

Kommentar­bild via Gravatar

incl. 'http://'