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Gentech-Kritiker alarmiert

Genfood-Nein-Danke-LogoIm Januar 2015 will die EU-Kommission ein Gesetz durchsetzen, mit dem Staaten den Anbau von Gentech-Pflanzen auf ihrem Gebiet untersagen können (Opt-out-Regelung). Am dürftigen Zulassungsverfahren ändert das vorerst nichts.

EU-Kommissions-Präsident Jean-Claude Juncker will zwar binnen sechs Monaten einen Vorschlag unterbreiten, was sich am Zulassungsverfahren für Gentech-Pflanzen ändern kann. Doch damit ist das Thema von der Opt-out-Regelung entkoppelt, die bereits im Januar Gesetz werden soll.

Opt-out bedeutet, dass die Staaten selbst entscheiden können, ob sie Gentech-Pflanzen auf ihrem Territorium dulden. Das Verwirrende: Die Länder sollen den Gentech-Pflanzen aber zuvor auf EU-Ebene grünes Licht geben, verlangt die Kommission als Gegenleistung.

Schon deshalb sind Verbesserungen bei der Zulassung überfällig, meint der EU-Abgeordnete der Grünen, Martin Häusling: Er kritisiert, dass sich die für Bewertung der Gentech-Organismen zuständige Behörde EFSA bis heute überwiegend auf die Dossiers der Gentech-Firmen verlässt. Es fehlten aussagekräftige Langzeitversuche.

Auf solche Defizite haben auch australische Forscher hingewiesen: So lägen nur für 19 Prozent der Gentech-Pflanzen ausreichende Fütterungsstudien an Ratten vor, die Auswirkungen auf den Verdauungstrakt untersuchen. Diese wenigen Studien kommen zudem spät: Drei Viertel davon lägen erst vor, wenn die Pflanzen längst genehmigt seien, die Hälfte erst nach neun oder mehr Jahren. Ohne solche Fütterungsstudien, so die Forscher der Universitäten Flinders und Adelaide, sei das Risiko transgener Pflanzen nicht zu bewerten. // sb

Erschienen in Ausgabe 12/2014
Rubrik: News

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