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Bio auf Erfolgskurs

Ob Frankreich, Schweden oder USA: Bio-Anbau und Nachfrage wachsen. Doch der Boom könnte bald enden. // Stephan Börnecke

Extrem verläuft die Entwicklung in Schweden, wo Bio-Bauern bereits  16,5 Prozent der landwirtschaftlichen Fläche beackern (Deutschland: 6,3 Prozent). Dort stieg der Absatz binnen eines Jahres um 30 Prozent. Zum Boom verhalfen Lebensmittelskandale und die Politik der Supermärkte. Die Kette Coop etwa bietet jeweils eine Woche lang ausgewählte Bio-Produkte mit 30 bis 50 Prozent Rabatt an. Der Verkauf mancher Produkte stieg um bis zu 2800 Prozent.

In Frankreich tragen das Zukunfts-Programm „Ambition Bio 2017“ und die Kampagne „Printemps Bio“ Früchte. Viele Landwirte im Nachbarland haben auf Öko-Produktion umgestellt. „Das war ausschlaggebend“, sagt Helga Willer vom Schweizer Forschungsinstitut für biologischen Landbau FibL, für einen Anstieg der bewirtschafteten Fläche um neun Prozent auf rund 1,1 Millionen Hektar.

Die Kampagne soll weiter gehen. Bis Ende 2017 soll sich wie in den vergangenen fünf Jahren die Anbaufläche nochmals verdoppeln und die Inlandsnachfrage nach Bio-Produkten weiter erhöhen.

Hohe Zuwachsraten verzeichneten auch die Händler: In den USA legte der Öko-Absatz 2013 um 11,5 Prozent zu, Deutschland um 7,2 Prozent. Die Nord-Italiener kauften 17 Prozent mehr ein allein in den ersten fünf Monaten von 2014. Und auch die Briten griffen nach vier Jahren des Rückgangs bei Bio wieder häufiger zu (2,8 Prozent).

Dass in dieser Situation die EU-Kommission den Bio-Anbau mit einer Totalrevision der Öko-Verordnung schwächen könnte, kritisiert der Bundesverband Naturkost Naturwaren BNN. Der neue EU-Agrarkommissar Phil Hogan habe die Folgen einer Revision „noch nicht erkannt“, warnt der BNN. Und Peter Röhrig, Geschäftsführer des Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft BÖLW meint: „Würde der Vorschlag der Kommission umgesetzt, würde das Bio-Wachstum auf den Äckern und in den Ställen komplett ausgebremst.“

 

Erschienen in Ausgabe 01/2015
Rubrik: News

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