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Werbebotschaft entzaubert

Mehr Ertrag, weniger Pestizide verspricht die Gentech-Industrie. Das US-Landwirtschaftsministerium widerspricht. // Stephan Börnecke

Genfood Nein Danke Button

Eine Studie des US-Landwirtschaftsministeriums (USDA) belegt: Die Erträge steigen nicht zwangsläufig und das Saatgut ist 50 Prozent teurer. Zudem zwingen Resistenzen bei Pflanzen und Insekten, ausgelöst durch jahrelangen Gentech-Anbau, die Farmer, mitunter mehr statt weniger Pestizide als früher einzusetzen.

So hat in den USA der Umstieg von herkömmlichen auf gentechnisch veränderte Pflanzen, die das Totalherbizid Glyphosat tolerieren, das Entstehen von Super-Unkräutern beschleunigt. Die Farmer, heißt es in dem USDA-Bericht, hätten dem vermeintlichen Wundermittel Glyphosat „blind vertraut“.

Heute trotzen in den USA 14 Unkräuter der Giftdusche Glyphosat. Die Folge: Der versprochene Rückgang des Herbizid-Einsatzes trat nur in den Anfangsjahren der Gentechnik ein. Seit 2001 steigt er wieder an. Dabei versprühen die US-Farmer nicht nur größere Glyphosatmengen, sondern greifen auch auf ältere Mittel zurück. Darunter die deutlich giftigeren Stoffe Dicamba und 2,4-D.

Ein Umsteuern kommt für die USFarmer offenbar nicht in Frage. Das ist ihnen, bestätigt der Münchener Wissenschaftler Christoph Then vom Büro Testbiotech, zeitlich und arbeitstechnisch zu aufwendig. „Davon ist die US-Landwirtschaft weit entfernt“, so Then.

Stimmt dann wenigstens die Kasse? Tatsächlich haben US-Farmer in Folge der seit 18 Jahren praktizierten Gentechnik oft mehr in der Kasse als ihre Kollegen, die ohne Laborsaaten arbeiten. Doch das gilt erst heute und hat auch nur zum Teil etwas mit der Landwirtschaft zu tun. So haben Landwirte, die auf Bt-Pflanzen (diese produzieren ihr eigenes Insektizid) setzen, finanziell nur dann Vorteile, wenn der Schädlingsbefall hoch ist. Oft kommt das Plus der Farmer so zustande: Der Einsatz von Gentechnik spart Zeit. Und die stecken die Farmer entweder in die Bewirtschaftung größerer Flächen – oder in Neben-Jobs.

Erschienen in Ausgabe 05/2014
Rubrik: News

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