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Meldungen - Protest-Sommercamp

Schrot&Korn Titel 8/2013

Meldungen - Protest-Sommercamp

Zelten gegen Megaställe

Jeder kann dabei sein: Ein Sommercamp bei Europas größtem Geflügel-Schlachthof soll ein Zeichen setzen. // Stephan Börnecke

Sommercamp (Foto: Fotolia.com)

Kleine Pausen müssen sein – auch beim Protest gegen Tierfabriken. (Foto: Fotolia.com)

Vier Wochen vor der Bundestagswahl will die Organisation „Wir haben es satt“ vor einem der Brennpunkte der Agrarindustrie protes­tieren: In Wietze im Landkreis Celle steht der vermutlich größte Geflügelschlachthof Europas, 430 000 Hühner sollen hier täglich geschlachtet werden. Dort findet vom 29. August bis zum 1. September ein Sommercamp statt, zu dem mehrere Organisationen aufrufen, darunter der Bund Naturschutz Bayern, der Deutsche Tierschutzbund, der Bund Deutscher Milchviehhalter, Misereor, Slow Food, die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft sowie die Organisation Campact. „Wir haben es satt“ glaubt, dass der mit mehreren Millionen Euro staatlich geförderte Schlachthof „ein Symbol für die verfehlte Agrarpolitik der Bundesregierung und die Auswirkungen der Agrarindustrie“ ist.

Die Verbände planen parallel zum Sommercamp eine Schlachthof-Umzingelung am 31. August. Was ist das Ziel des Camps? Für die Organisatoren ist der Schlachthof ein Beispiel für das Konzept der „Megaställe“, in denen Tiere auf engstem Raum sowie mit Hilfe von Antibiotika „qualvoll gehalten“ werden. Diese Form der Erzeugung verdränge die bäuerliche Landwirtschaft. Überdies würden die Arbeiter auf Höfen wie diesem zu Dumpinglöhnen beschäftigt.

Von der künftigen Bundesregierung verlangen die Veranstalter eine „grundlegende Agrarwende“, die eine bäuerliche Landwirtschaft zum Leitbild erklärt. Sie solle das Höfesterben beenden, eine artgerechte Tierhaltung verwirklichen und garantieren, dass das Futter ohne Gentechnik hergestellt werde. Erwartet werde eine Politik, die die regionale Erzeugung und Vermarktung fördert. Die Aktion hat noch einen anderen Aspekt: Die Demonstranten wollen zugleich ein Zeichen gegen die unsozialen Arbeitsbedingungen und Dumpinglöhne setzen. Weitere Infos zum Sommercamp unter: www.wir-haben-es-satt.de

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