Anzeige

Anzeige

Giftig grüner Christbaum

Im Dezember 2011 hatte der Umweltverband BUND in Weihnachtsbäumen verbotene Pestizide gefunden. Solche Funde dürfte es auch dieses Jahr geben, ahnen Umweltschützer. // Stephan Börnecke

In den Nadeln der Fichten und Tannen fanden die Umweltschützer unerlaubte Insektenvertilger oder für Weihnachtsbäume nicht zugelassene Unkrautvernichter. Sogar das seit 2004 in der EU untersagte Atrazin ließ sich in einer Nadel-Probe nachweisen. Gekauft wurden die Bäume bei Baumärkten und an Straßenverkaufsstellen in Berlin und in Leipzig. Tomas Brückmann, Pestizidexperte des BUND, warnte: Es sei nicht ausgeschlossen, dass die Rückstände in aufgeheizten Räumen in die Umgebung entweichen. Auch das WDR-Fernsehen berichtete vom Pestizid-Einsatz auf deutschen Christbaumplantagen und wies auf die Verwendung des in Zusammenhang mit Gentechnik in Verruf geratenen Total-Herbizids Glyphosat hin.

Der Grund für die Verwendung von Unkrautvernichtern ist oft nur ästhetischer Natur, erläutert Martin Reinold vom Bio-Verband Naturland. Denn Pilze, die zu einer unerwünschten Nadelverfärbung führen, gedeihen vor allem dann gut in den Plantagen, wenn das Gras unter den Bäumen dicht ist und damit ein feuchtes Klima herrscht. Das Herbizid tötet das Gras. Taucht es weiter auf, kommen Fungizide zum Einsatz, um den Pilz zu töten. Bäume aus Plantagen bekommen auch Insektizid-Duschen gegen Rüsselkäfer und Sitkalaus und Mineraldünger für raschen Wuchs ab.

Gifte im Wohnzimmer am Heiligen Abend müssen nicht sein. Seit einigen Jahren ist der Öko-Weihnachtsbaum zu haben, vor allem Robin Wood hat sich dafür stark gemacht. Der Öko-Baum hat weder Pestizide noch Kunstdünger gesehen. Freilich, weiß Waldexperte Rudolf Fenner von Robin Wood, machen Öko-Weihnachtsbäume heute nur ein Prozent aller Christbäume aus. Die Nachfrage ist weit höher. Naturland bittet um Geduld: Nach und nach werde es mehr Öko-Bäumchen geben. Informationen und Verkaufsstellen unter www.robinwood.de, www.naturland.de, www.bioland.de.

Öko-Bäume vom Bio-Bauern

Rund 25 Millionen Weihnachtsbäume werden in Deutschland jährlich verkauft. Zehn Prozent werden importiert, etwa aus Dänemark, Österreich oder Polen. Der größte Teil der Bäume stammt aus Kulturen, nur 15 Prozent aus dem Wald. Öko-Weihnachtsbäume aus Kulturen unterliegen den EU-Bio-Vorschriften für landwirtschaftliche Dauerkulturen oder den strengeren Vorgaben der Öko-Verbände. Eine Alternative sind auch Fichten aus FSC-zertifizierten Wäldern.

Kommentare

Kommentar­bild via Gravatar

incl. 'http://'