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Mehr als nur ein paar Möhren

Stephanie Silber

Verantwortliche Redakteurin Schrot & Korn

Liebe Leserin, lieber Leser,

der kleine Spielzeugladen bei uns um die Ecke macht zu. Seit 1948 war er dort, in einem der heute kinderreichsten Stadtteile Frankfurts. Zurecht ist das Klagen jetzt groß, wie schade das sei, für den Stadtteil, für einen selbst und so weiter. Ich frage mich, wie es für den kleinen Laden ausgegangen wäre, wenn nur die Menschen in einem Umkreis von 500 Metern um ihn herum ihre Geschenke für alle möglichen Kindergeburtstage dort und nicht bei dem Versandriesen mit dem großen A gekauft hätten?

Einkaufen ist politisch, das ist nicht neu. Und es sind vielleicht nur ein paar Möhren und ein Stück Butter in Ihrem Einkaufskorb heute. Aber gerade der Bio-Einkauf ist die Möglichkeit für Menschen zu zeigen, dass sie etwas verändern wollen. Dass sich etwas in unserer Einstellung zu Lebensmitteln und deren Herstellung ändern muss. Das Schöne dabei: Es wirkt! Es gibt zum Beispiel immer mehr Felder in Deutschland, die ohne Ackergifte bestellt werden (Seite 7). Erste Nicht-Bio-Produzenten reagieren darauf, dass Menschen einen anderen Umgang mit Tieren fordern und führen eine Kennzeichnung von Fleisch ein (Seite 43). Und das Schreddern von Küken soll bis Ende der Legislaturperiode verboten sein – so steht es zumindest im neuen Koalitionsvertrag. 

Da geht doch was – wir alle gemeinsam mit unseren Einkaufskörben! Stellen Sie sich vor, es gibt das große A und keiner kauft dort ein.

Ihre

Stephanie Silber

 

Highlights

Wir waren auf der größten Bio-Messe der Welt für Sie unterwegs. Neben einer Menge Viren (der halbe Verlag war danach krank) haben wir vor allem Neuheiten mitgebracht, die Sie ab sofort in Ihrem Bio-Laden finden (hier).