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Tom Beck: „Sport macht happy“

Interview mit Tom Beck (© Sarah Eick/bio verlag)
Am Anfang seiner Karriere wurde Tom Beck oft in die Schönling-Schublade gesteckt. (© Sarah Eick/bio verlag)

INTERVIEW Wenn es um seine Gesundheit geht, überlässt Schauspieler Tom Beck nichts dem Zufall. Der TV-„Einstein“ hält sich mit Headis fit und ernährt sich nicht nur bewusst – er kauft auch so ein. // Renato Leo

Baseball-Kappe, Sonnenbrille und XXL-Rucksack. Zu unserem Interview in einem Café am Berliner Savignyplatz erscheint Tom Beck im Lässig-Look und auf seinem 16 Jahre alten Mountainbike.

Sind Sie mit dem Fahrrad unterwegs, weil es Zeit spart oder weil es fit hält? 

Sowohl als auch. Ich habe seit meinem 16. Lebensjahr einen ziemlichen Körper-Komplex. Deswegen mache ich viel Sport, renne ins Fitnessstudio und versuche mich so oft wie möglich zu trimmen, sodass ich mit mir happy bin.

In Ihrer neuen Serie „Einstein“ mangelt es nicht an Nacktszenen. Sie müssen ziemlich happy mit ihrem Körper sein …

Ich spielte ja bereits in „Irre sind männlich“ einen Typen, der in einen Raum kommt und sich einfach auszieht. Ich sage immer, wenn die Rolle das vertreten kann, warum nicht? Mit nacktem Hintern durchs Bild rennen, damit hab ich kein Problem (lacht).

Bei welcher Sportart können Sie sich so richtig gut auspowern?

Durch Stefan Raab habe ich Headis entdeckt. Das ist eine Art Tischtennis, das man mit dem Kopf spielt. Das hat mich sofort angefixt und da ich nicht so gerne Joggen gehe, ersetzt Headis mein Ausdauerprogramm, auch wenn ich nach intensiven Spielen regelmäßig wieder eingerenkt werden muss. Ich bin eben keine zwanzig mehr.

Fühlen Sie sich mit Ende dreißig fitter als in Ihren Zwanzigern? 

Das Körpergefühl ist ein besseres, fitter werde ich mit zunehmendem Alter leider nicht. Es gibt einen Grund, warum Profisportler mit Anfang dreißig bereits über ihr Karriereende nachdenken. Der Körper baut einfach ab.

Würden Sie sagen, Ihr Aussehen hat Ihnen bei Ihrer Karriere geholfen?

Geht so. Am Anfang meiner Karriere wurde ich oft in die Schönling-Schublade gesteckt. Umso mehr musste ich darauf achten, welche Rollen ich annehme. Glücklicherweise habe ich mich schon früh mit den richtigen Beratern umgeben, die darauf achteten, dass ich keine Anfänger-Fehler begehe. Die legten beispielsweise ihr Veto ein, als mir ein sehr lukratives Angebot für eine Telenovela vorlag und meinten nur, ich solle abwarten, weil sich bestimmt noch etwas anderes ergeben würde. Und so kam es dann auch.

Was müsste passieren, damit Sie sich beim Schönheits-Doc anmelden?

Bei meinen Haaren bin ich sehr eigen, vielleicht, weil ich Friseur-Kind bin (lacht). Sollten mir in den nächsten Jahren die Haare ausfallen, würde ich mir à la Jürgen Klopp Haare einpflanzen lassen. Eine Haartransplantation ist so ziemlich die einzige Schönheits-Operation, die für mich denkbar wäre.

Sind Sie auch beim Essen so diszipliniert?

Ich versuche es, wobei meine Disziplin auch Grenzen hat. Ich würge nichts runter, was mir nicht wirklich schmeckt, nur weil es gesund ist. Ich mag es, mich bewusst zu ernähren. Ich frühstücke morgens meistens Rührei mit Avocado und Vollkornbrot oder Porridge. Wichtig ist der Mix aus guten Fetten, Kohlenhydraten und Protein. Mittags gibt es oft Reis mit Hühnchen und Gemüse. Abends Huhn oder Fleisch mit Salat und vor dem zu Bett gehen noch einen Magerquark mit Chia-Samen.

Das klingt jetzt aber schon sehr strikt und ehrgeizig!

Es gibt Phasen, da halte ich mich streng an meinen Ernährungsplan. Aber dann lasse ich es auch gerne wieder etwas schleifen. Im Restaurant esse ich, worauf ich Lust habe, das ist mir wichtig.

Waren Sie, was Ihre Ernährung betrifft, schon immer so bewusst unterwegs?

Mein Bewusstsein für eine gewissenhafte Ernährung hat sich bei mir erst mit zunehmendem Alter eingestellt. Mit 18 war es mir ziemlich schnuppe, woher das Steak auf dem Grill kommt oder ob ein Salat biologisch angebaut wurde oder nicht.

Und welche Rolle spielt Bio jetzt in Ihrer Ernährung?

Ich gebe gerne Geld für hochwertige Bio-Produkte aus. Bei Fleisch ist es mir extrem wichtig zu wissen, aus welchem Betrieb es kommt und ob der wirklich die geforderten Standards einhält. Fleisch aus Massentierhaltung lehne ich ab.

Könnten Sie komplett auf Fleisch verzichten?

Schwer, dafür grille ich einfach zu gern. Aber auch beim Grillen achte ich auf hochwertiges Fleisch aus biologischer Aufzucht. Ich muss allerdings nicht täglich Fleisch essen und auch hier gilt: Wenn ich mir wegen der Qualität und der Herkunft nicht hundertprozentig sicher sein kann, verzichte ich lieber darauf.

Wo kaufen Sie Ihre Bio-Produkte ein und auf welche Details achten Sie beim Einkauf?

Fleisch kaufe ich entweder auf dem Bio-Wochenmarkt oder im Bio-Markt ein. Obst und Gemüse möglichst auch, weil ich das täglich esse. Ich habe meine Stamm-Läden, in denen ich regelmäßig einkaufe, da weiß ich mittlerweile, was ich bekomme. In anderen Läden erkundige ich mich vor dem Kauf über den Herkunftsort und die Lieferwege eines Produktes. Sei es nun bei einem Hähnchenschnitzel oder bei Gemüse.

Wir laden uns bei Ihnen zum Essen ein. Welches Ihrer Lieblingsgerichte zaubern Sie uns?

(lacht) Auweia! Ich kann mit meinen Kochkünsten niemanden hinterm Ofen hervorlocken. Am ehesten würde ich wohl mein Spezial-Rührei-Gericht zaubern. Das gelingt mir besonders gut. Es besteht eigentlich nur aus Eiern und einer ordentlichen Prise Chili. Dadurch bekommt das Rührei richtig Dampf. Dazu gäbe es noch eine leckere Avocado. Klingt doch nicht so schlecht, oder? Und gut für die Figur ist es auch.

Bei allem „Einstein“-Engagement: Sie sind auch Musiker. Wann dürfen Ihre Fans eigentlich mit neuen Songs rechnen?

Ich habe für das nächste Album schon über zwanzig neue Songs zusammen. Wann es erscheinen wird, steht
allerdings noch nicht fest. Wenn es so weit ist, will ich mir in jedem Fall Zeit für eine ausführliche Tournee im Anschluss nehmen.

Tom Beck und Renato LeoAuf einen Kaffee mit „Einstein“: Unser Autor Renato Leo traf den Schauspieler und Musiker Tom Beck in Berlin.

Zur Person:

Interview mit Tom Beck (© Sarah Eick/bio verlag)
(© Sarah Eick/bio verlag)

Tom Beck

... wurde an der Bayerischen Theaterakademie im Studiengang „Musical“ in Musik und Tanz ausgebildet. Von 2008 bis 2013 spielte Beck den Autobahn-Polizist Ben Jäger in der Serie „Alarm für Cobra 11“. Mit seiner Band gibt der Multiinstrumentalist (er beherrscht Gitarre, Klavier, Schlagzeug, Akkordeon und Orgel) regelmäßig Konzerte. 2011 kam sein erstes Album auf den Markt, dem bis heute vier weitere folgten. Seit Anfang 2017 löst Beck als Physik-Genie Felix Winterberg alias „Einstein“ in der gleichnamigen Serie knifflige Fälle. Tom Beck (38) lebt mit seiner Freundin und Kollegin Chryssanthi Kavazi in Berlin. www.tom-beck.de

Erschienen in Ausgabe 10/2017
Rubrik: Leben&Umwelt

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