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Räucherwerk

Wirkungen und Verwendungsmöglichkeiten

So vielfältig wie die Duftstoffe sind ihre Wirkungen und Einsatzmöglichkeiten: Zur Entspannung und zur Meditation, zur Reinigung muffiger Räume oder um Kraft zu gewinnen und die Kreativität zu steigern. So gilt etwa Fichtenduft als reinigend und beruhigend für den Geist, während Wacholderbeeren die Aufmerksamkeit erhöhen und Mut machen sollen. Rotem Sandelholz, Myrrhe, Beifuß oder Zimtrinde sagt man erotisierende Eigenschaften nach. Weihrauch galt schon dem griechischen Arzt Hippokrates als wertvolles Heilmittel und wird in der ayurvedischen Medizin gegen Entzündungen eingesetzt. Hilfreich ist er auch bei Atemwegserkrankungen und zur Stärkung des Immunsystems. Aufgrund erster Studien vermuten Wissenschaftler, daß sich die im Weihrauch enthaltenen Boswellisäuren zur Besserung chronischer Krankheiten wie Rheuma, Polyarthritis und Darmentzündungen eignen. In der traditionellen tibetischen Medizin werden Räucherstäbchen seit Jahrhunderten zur Heilung nervöser oder psychosomatischer Zustände eingesetzt. Es gibt auch Stoffe, mit denen sich beim Verräuchern Halluzinationen hervorrufen lassen. Dazu gehören der Stechapfel und Cannabisblüten (Hanf), die in China schon vor 5.000 Jahren zum Räuchern verwendet wurden.

Das wohl ausgefeilteste Räucherzeremoniell kommt aus Japan. Koh-Do, der Weg des Räucherns, steht dort gleichberechtigt neben der berühmten Teezeremonie. In einem Ritual mit festgeschriebenen Abläufen und in absoluter Stille werden in Wettkämpfen Düfte erraten oder neue kreiert. Seit fast 300 Jahren stellt die Firma Shoyeido Zutaten zu diesem Ritual her, die von der Hamburgerin Cornelia Schütt importiert werden.

Eine andere bekannte Räucherzeremonie war das Rauchen der Friedenspfeife bei den nordamerikanischen Indianern. Bei deren Räucherritualen war neben Salbei, Süßgras, Thuja, Zeder und verschiedenen Heilkräutern auch Tabak eine der Zutaten.

In allen alten Kulturen war das Räuchern in erster Linie eine Opfergabe für die Götter und ein Hilfsmittel für die Menschen, mit ihnen in Verbindung zu treten. Beschreibungen von solchen Zeremonien finden sich in der altindischen Rig-Veda ebenso wie im Alten Testament. Den Pharaonen wurde Räucherwerk in ihre Gräber mitgegeben.

Zum Weiterlesen

  • Eine Reihe von Taschenbüchern gibt praktische Tips zum Räuchern, informiert über spirituelle Hintergründe und Rituale. Einige Beispiele:
  • Fischer-Rizzi, Susanne: Botschaft an den Himmel - Anwendung, Wirkung und Geschichten von duftendem Räucherwerk. Heyne, ISBN 3-453-15504-1, 19,90 DM
  • Wollner, Fred: Duftender Rauch für die Seele - Vom praktischen Umgang mit Räucherwerk. Goldmann Esoterik, 13255, ISBN 3-442-13255-X, 12,90 DM.
  • Wollner, Fred: Räucherwerk und Ritual - Die vergessene Kunst des Räucherns. ISBN 3-930910-03-9, 12,80 DM.
  • Caland, Marianne und Patrick: Weihrauch und Räucherwerk. Windpferd, Reihe Schangrila, ISBN 3-89385-099-6, 19,80 DM

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