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Schrot&Korn-Leserwahl 2007/2008 - Portraits

bester NaturkostladenLeserwahl 2007

Das sind die besten Läden

Gesamtsieger Bioläden

Radieschen
Ernst Heeskens vom Radieschen in Möttlingen nahe Bad Liebenzell

Bio beim „roten Ernst“

Die Möttlinger mögen Ernst Heeskens und seinen gerade mal 35 m² großen Bioaden. Wegen seiner engagierten sozialpolitischen Haltung nennen sie den 61-Jährigen liebevoll den „roten Ernst“.

Zu Bio kam Ernst Heeskens sozusagen nebenbei mit dem Verkauf von selbst angebautem Gemüse in der eigenen Garage. Als sein Arbeitgeber schließen musste, entschied sich Ernst Heeskens „es mal mit einem richtigen Naturkostladen zu probieren“. Schnell wurde die Garage in einen Naturkostladen umgebaut. In einer Kühltheke werden inzwischen 25 verschiedene Sorten Käse präsentiert.

Soziale Gerechtigkeit ist auch in seinem Bioladen ein wichtiges Thema. Viele der knapp 1 000 Bioprodukte tragen das Fair-Trade-Siegel. Eine Besonderheit im Radieschen: das Weinangebot stammt vom Winzerbetrieb des Vetters.

Seinem liebevollen Spitznamen wird der „rote Ernst“ übrigens auch außerhalb seines Ladens gerecht – er fährt „Essen auf Rädern“ aus und arbeitet nebenbei als blindengerechter Fremdenführer.

Gesamtsieger Naturkost-Fachgeschäfte

Grünbär
Beate Gollnast und Karsten Mohlzahn von Grünbär Naturkost in Bernau

Kommunikation in Sachen Umwelt

Auf den ersten Blick könnte man denken, man blicke in ein Café. So ist der Laden (120 m²) von Beate Gollnast und Karsten Mohlzahn auch mehr als „nur“ ein Naturkostladen.

Die Kunden finden nicht nur ein komplettes Sortiment an Bioprodukten und einen leckeren Mittagstisch, sondern sind zu regelmäßig stattfindenden Informationsveranstaltungen im Laden eingeladen. Die Themen reichen von „Unterschiede zwischen EU-Bio und Verbandsbio“ bis zu „G8 Staaten und Landwirtschaft im Vorfeld von Heiligendamm“.

Bei allem umweltpolitischem Engagement ist der Grünbär aber ein richtiger Biomarkt, der neben der Großhandelsware viele Produkte aus der Region besorgt, der einen Bistrobereich mit Kaffeespezialitäten bietet, der telefonische Bestellungen entgegennimmt und ausliefert.

Der Grünbär zeigt, wie man Geschäft und Haltung verbinden kann: Zu Weihnachten beschenkte nicht der Weihnachtsmann die kleinen Kunden, sondern ein „echter Grünbär“. Frühe Kundenbindung zahlt sich eben aus.

Gesamtsieger Biosupermärkte

Köppels
Franz Köppl von Köppl‘s Ökomarkt in Forchheim

Individuell trotz Größe

„Großfläche mit individuellem Kontakt zum Kunden“, so lautet die Message und Herausforderung für Franz Köppl. Natürlich braucht man dazu – bei 500 m² mit Bistro, großen Service- und Bedienzonen – zu allererst viele Mitarbeiter. In Köppl‘s Ökomarkt arbeiten insgesamt 17 Menschen.

Auch durch die Raum- und Farbgestaltung ist es gelungen, eine angenehme und persönliche Atmosphäre zu schaffen. Eine geschwungene Theke, warmes Rubinrot und ruhiges Gelb verleihen dem Biosupermarkt ein modernes und freundliches Flair. Das Sortiment umfasst mehr als 5000 Produkte.

Etwas Besonderes sind die lange Bedientheke mit Backwaren, Wurst und Fisch, das Bistro und die in Holz gehaltene Weininsel. Das Einkaufserlebnis beginnt für die Kunden schon durch die zahlreich vorhandenen Parkplätze und setzt sich fort mit breiten Gängen und niedrigen Regalen.

Ein Highlight von Köppl‘s Ökomarkt: Der weitläufige Kosmetikbereich für den eine eigens geschulte Kraft zur Verfügung steht.

Gesamtsieger Biohofläden

Hofladen Hamfelde
Der Hamfelder Hofladen von Carola Strohmeyer in Hamfelde bei Hamburg

Mehr als eine Einkaufsstätte

„Ich war damals gar keine Öko-Tante ...“ sagt Carola Strohmeyer von sich. „Ich habe nur einen Job gesucht“. So startete 1993 ihre Öko-Karriere, zuerst als Aushilfe in dem Laden, den sie dann 1999 als Pächterin „aus Überzeugung“ übernommen hat.

Ein paar Produktfelder sind Carola Strohmeyer besonders wichtig: Deshalb gibt es neben der reichhaltig bestückten Käsetheke ein sehr gutes Gemüseangebot. Eine solche Profilierung ist auch nötig. Denn der Hamfelder Hofladen liegt ein Stück außerhalb des Dorfes, „hier kommt keiner einfach mal so vorbei“.

Die Kunden sind zu 90 Prozent Stammkunden. Sie merken, dass Carola Strohmeyer mit Herz und sehr viel Erfahrung bei der Sache ist. Schließlich hat die selbstbewusste, alleinerziehende Mutter einen 15-jährigen Sohn, eine erwachsene Tochter und bereits ein Enkelkind. „Da gehen die Gespräche schnell über die Ernährungsberatung hinaus, der Laden ist fürs Dorf zum Teil mehr als eine Einkaufsstätte, er ist sozialer Treffpunkt und Kontaktstelle.“

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