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Kolumne: Täglich ein Glas Essig trinken

Fred Grimm (Foto: Rebecca Hoppe)
Fred Grimm Autor von „Shopping hilft die Welt verbessern“, schreibt hier über gute grüne Vorsätze – und das, was dazwischenkommt. (Foto: Rebecca Hoppe)

Zu den ungeschriebenen Gesetzen des Magazinmachens gehört die Titelgeschichte zum Thema „Diät“ im Monat Januar. Der Stern, Focus, manchmal sogar der Spiegel mit einem verschwurbelten Ernährungsthema, und natürlich erst recht jede Frauenzeitschrift starten das neue Jahr zuverlässig mit einem farbenfrohen Wegweiser durch die Welt des kalorienbeschränkten Essens. 

Die legendäre „Brigitte-Diät“ etwa wird sogar einige Wochen lang in der Verlagskantine verabreicht – übrigens eine wunderbare Ausrede, um dann beim Nachtisch etwas mehr zuzulangen. Schließlich darbt man ja sonst schon.

Meine Mutter hat einmal in ihrem Leben eine Diät gemacht, die sie „FdH“ nannte, „friss die Hälfte“. Enorm wirkungsvoll, auch wenn mir die genauen Abnimmzahlen nicht mehr geläufig sind. Das Einkaufen gestaltet sich bei „FdH“ ebenso unkompliziert wie das Kochen und wir Kinder aßen die frei werdende Hälfte natürlich gerne mit. Das wäre dann auch schon mein unbestechlicher und erprobter Tipp fürs Abnehmen: Essen Sie einfach weniger. Und das für längere Zeit. Oder lassen Sie es einfach mit den Veränderungen, denn Sie sind bestimmt ganz wunderbar, so wie Sie sind.

Aber, wenn Sie sich schon auf das Thema einlassen wollen, möchte ich Sie doch auf interessante oder wenigstens seltsame Diätvarianten hinweisen, auf die ich bei meiner flüchtigen Recherche gestoßen bin. Bei der „Martini-Diät“ ist täglich ein kleiner Martini erlaubt. Dazu noch drei, vier Mahlzeiten, die in ein klassisches Martiniglas passen. Irgendwie rassistisch klingt die „Kein-Weißes-Diät“, die auf Reis, Zucker oder Milchprodukte verzichtet. Sie können natürlich auch, wie das im Großbritannien des 18. Jahrhunderts gelegentlich gewagt wurde, täglich ein Glas Essig trinken und ansonsten in Essig aufgeweichte Kartoffeln zu sich nehmen. Das unvermeidliche Erbrechen sorgt dabei für den gewünschten Figureffekt.

Sie sind bestimmt ganz wunderbar, so wie Sie sind 

Dass es nur mit Fleisch und Bier geht, wird gelegentlich von männlicher Seite her behauptet, wenn auch meist von Herren, die so aussehen wie ein Stück Fleisch, das man mit Bier übergossen und dann vielleicht einen Tick zu lange in der Sonne stehen gelassen hat. Eine Freundin von mir ersetzte eine Weile lang die Hauptmahlzeiten durch zwei Tafeln Schokolade, was der Figur erstaunlich gut bekam. Dafür zahlte sie Monate später die höchste Zahnarztrechnung ihres Lebens. 

Kurz und gut, wenn Sie dieses Jahr unbedingt mit einem Wandel Ihrer Ernährungsgewohnheiten beginnen wollen, nehmen Sie sich doch einfach vor, an einem bestimmten Tag in der Woche nur solche Dinge zu essen, die Ihnen wirklich schmecken. Das macht Spaß, belastet den Kopf nicht unnötig und die entsprechenden Rezepte finden Sie auf den fröhlichen Seiten im Heft weiter vorne. Guten Appetit!

Erschienen in Ausgabe 01/2016
Rubrik: Leben&Umwelt

Kommentare

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Eschner Siegfried

Hallo,
ich bin 70 Jahre und ausgerechnet auf meinem PC blinkt eine Anzeige einer Windelmanifaktur. Was soll das sagen. Ich würde gerne bei dieser Manufaktur anfragen.
Mit freundlichen Grüßen
Siegfried

Jutta Fey

Danke, daß ich heute lachen durfte!
Die Kolumne war einfach "köstlich"; ich habe herzlich und schallend gelacht!

Herzliche Grüße

J. Fey