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Kolumne – Das sieht aber toll aus!

Fred Grimm (© Rebecca Hoppe)
Fred Grimm Autor von „Shopping hilft
die Welt verbessern“, schreibt hier
über gute grüne Vorsätze – und das,
was dazwischenkommt.
(© Rebecca Hoppe)

Gut schauen Sie aus! Eine nette Stimme haben Sie und so warme, lachende Augen! Ich mag Ihren Gang, das Buch, das Sie grad lesen, Ihren Akzent! Ach, suchen Sie sich irgendwas davon aus, meine Worte kommen von Herzen. Wahrscheinlich ist es Ihnen bisher ebenso entgangen wie mir, aber seit 2003 wird alljährlich am 1. März der „Welttag der Komplimente“ gefeiert. Eine gute Gelegenheit, mal einen Tag lang ganz anders durch die Welt zu gehen als sonst. Mit offenem Blick, immer auf der Suche nach den wunderbaren Eigenschaften, die Menschen einzigartig und liebenswert machen. Und dann braucht man nur noch den Mut, das Kompliment auch auszusprechen.

Es muss ja nicht unbedingt am 1. März sein. Schließlich rangiert der "Welttag der Komplimente" in seinem Bekanntheitsgrad momentan noch zwischen dem "Internationalen Jogginghosentag" am 21. Januar, dem „Tag des Regenschirms“ am 16. März oder dem „Schau-in-den-Himmel-Tag“, der am 14. April begangen wird. (Doch, doch, diese Ehrentage gibt es wirklich, wenn man der liebevoll recherchierten Webseite kuriose-feiertage.de Glauben schenken darf.) Sogar ein „Erfinde-Deinen-eigenen-Feiertag-Tag“ hat es in die Auflistung geschafft (26. März).

Eine ganz großartige Idee, finde ich – um noch einmal elegant auf das Thema Komplimente zurückzukommen. Tatsächlich gibt es eine offenbar furchtlose Psychologiestudentin, die seit vergangenem Sommer jeden Tag wildfremde Menschen mit einer freundlichen Bemerkung beglückt. In ihrem Blog „A Compliment A Day“ kann man alles dazu nachlesen und auf den Fotos auch nachsehen, wie die Angesprochenen reagieren. Beim Lesen bekommt man sofort gute Laune und wünscht sich die Energie, auch mal einfach selbst solche Freundlichkeiten in die Welt zu schicken.

Freundlichkeit strahlt doppelt auf einen zurück

Sie wolle die „totale Anonymität“ zwischen den Menschen durchbrechen, erklärt Rosa Stark ihre Idee. Negative Erfahrungen habe sie mit ihren freundlichen Überfällen noch nicht gemacht, ganz im Gegenteil. Es hat etwas zutiefst Befreiendes, auf diese Art mit der Welt in Verbindung zu treten. Und Sie? Warum nicht mal dem fröhlichen Langhaarigen hinter der Bio-Supermarktkasse sagen, dass man sich jedes Mal freut, wenn man ihn sieht? Ein „Das sieht aber toll aus!“ im Café macht den Kellnerinnenjob einen Augenblick lang etwas netter und, ja, auch der Streifenpolizist, der bei Wind und Wetter durch Ihre Straßen stapft, freut sich über ein nettes Wort.

Das Schöne am Komplimente machen ist ja, dass die Freundlichkeit doppelt auf einen zurückstrahlt. Der „Welttag der Komplimente“ wäre doch ein schöner Anfang dafür. Und wem das hier jetzt grad alles zu lieb und zu kitschig wird, der braucht nur ein bisschen Geduld. Am 1. August ist „Welt-Stinkefingertag“.

Erschienen in Ausgabe 03/2015
Rubrik: Leben&Umwelt

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incl. 'http://'

Na dann fang´ich doch gleich mal passend am 1.März an....... auf die Kolumne freu ich mich jedes Mal - wenngleich die Themen im Grunde nicht wirklich erfreulich sind. Aber Sie bereiten Sie in einer Weise auf, dass es mit Leichtigkeit und einem Schmunzeln trotzdem trifft! Der März hat mich nun persönlich besonders angesprochen. Danke. ....Ach so.... und das Foto ist auch gut getroffen.