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Begegnen - Hintergrund Wasser

Schrot&Korn Titel 9/2013

Begegnen - Hintergrund Wasser

Flasche oder Hahn?

Der Mineralwasserkonsum der Deutschen lag 1970 bei 12 Litern pro Kopf. Inzwischen sind es 136 Liter.

Wasser (Foto: Eisnehans, Fotolia.com)

Wasser – das wichtigste Lebensmittel. (Foto: Eisenhans, Fotolia.com)

Eigentlich enthält die Trinkwasserverordnung für Leitungswasser mehr Grenzwerte und teils strengere als die Mineralwasserverordnung. Dennoch finden sich in Leitungswasser öfter Schadstoffspuren, etwa Nitrat und Pestizide aus der Landwirtschaft oder Arzneimittelreste aus dem Abwasser. Trinkwasser stammt meist aus oberflächennahen Grundwasserschichten und kommt stärker in Kontakt mit der Umwelt als das meist tiefer liegende Mineralwasser. Doch auch darin fanden sich schon Abbauprodukte von Pestiziden. Gesundheitsschädlich seien diese Spuren nicht, versichern die zuständigen Behörden. Selbst für Säuglingsnahrung sehen das Umweltbundesamt und das Bundesinstitut für Risikobewertung kein Problem, solange Leitungswasser die Grenzwerte insbesondere für Nitrat und Uran einhält.

Es ist in Deutschland nicht vorgeschrieben, dennoch chloren zahlreiche Wasserversorger Trinkwasser, um es keimfrei zu halten. Dabei können Nebenprodukte entstehen wie Trihalogenmethane. Auch wenn diese unterhalb der Grenzwerte bleiben müssen, bleibt ein Nachgeschmack, der vielen den Trinkgenuss verleidet.

Gegen Mineralwasser spricht der hohe ökologische Aufwand für Abfüllung und Transport. Eine ausführliche Öko-Bilanz aus der Schweiz ergab, dass Trinkwasser aus dem Hahn weniger als ein Prozent der Umweltbelastungen von Mineralwasser verursacht. „Der Unterschied wird umso größer, je weiter das Mineralwasser transportiert wurde“, schreiben die Autoren. Außen vor lassen sie den möglichen Übergang von unerwünschten Stoffen aus den häufig verwendeten PET-Flaschen ins verpackte Wasser. Doch die lassen sich mit einem Griff zur Glasflasche vermeiden.

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