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Vielfalt auf dem Acker

Artensterben gibt es nicht nur in freier Wildbahn, sondern auch auf dem Acker. Preisdruck und der Wunsch nach Höchsterträgen gefährden die Artenvielfalt. Bio-Bauern zeigen, dass es auch anders geht. // Leo Frühschütz

StädtereisenVor 50 Jahren stellten die letzten Bauern auf der Schwäbischen Alb den Linsenanbau ein. Damit war die Linse in Deutschland ausgestorben. Bis Woldemar Mammel kam. „Der tiefste Grund dafür, wieder Linsen anzubauen, war wohl, dass ich Linsen und Spätzle für mein Leben gerne esse“, sagt der einstige Biologielehrer. 1975 begann er mit seiner Frau Hildrun einen Bio-Hof in Lauterach, am Südrand der Schwäbischen Alb aufzubauen. „Unser Ideal war die Selbstversorgung, wir bauten an, was uns schmeckte und verkauften die Überschüsse.“ Gespannt hörte er zu, wenn alte Bauern im Dorf von der „Leins-Gerscht“ erzählten. „Das war keine Pflanze, sondern eine Mischung aus Linsen und Gerste, die zusammen ausgesät wurde. Dabei dienten die Gers-tenhalme den Linsen als Stütze.“ Denn das Wetter auf der Alb ist eigentlich zu nass für Linsen. Ohne Stütze drückt der viele Regen die Pflanzen zu sehr auf den Boden.

Woldemar Mammel besorgte sich italienische und französische Linsen und begann zu experimentieren. Mit der traditionellen Methode wuchsen die Linsen gut, doch das Trocknen und Reinigen bedeutete einen enormen Aufwand. Unkrautsamen, Steinchen und Getreidekörner mussten aussortiert werden – wie bei Aschenputtel. „Anfangs haben wir mit kleinen historischen Geräten per Hand die Linsen gereinigt. Das war ein wochenlanges Arbeiten für vielleicht ein bis drei Tonnen.“ Später konstruierte Sohn Max eine halbautomatische Reinigung. 2002 schließlich startete die Erzeugergemeinschaft Alb-Leisa (so heißen Linsen auf schwäbisch) mit fünf Bio-Bauern. In diesem Jahr bauten über 60 Bauern auf rund 150 Hektar Linsen an.

Beim Stöbern in alten Büchern war Woldemar Mammel darauf gestoßen, dass in den 30er-Jahren der Pflanzen-züchter Fritz Späth eigens für den Anbau auf der Alb aus alten Landsorten Späths Alb-Linse 1 und 2 gezüchtet hatte. Mammel suchte auf alten Dreschböden, bei Saatguthändlern, in der Saatgutbank Gatersleben. Nichts. Die Alblinse war verschollen. Bis schließlich der Allgäuer Pflanzensammler und Saatgutdetektiv Klaus Lang im Wawilow-Institut in St. Petersburg fündig wurde. Unter den 2 300 Linsensorten, die das Institut bewahrt, fanden sich auch die beiden Alblinsen. Die Russen überließen Lang und Mammel einige 100 Linsen zur Vermehrung. 2011 schließlich säten die Bauern der Erzeugergemeinschaft erstmals auf 30 Hektar die Späthsche Alblinse 2 aus. Dort wo sie hingehört – auf die Alb.

Einfalt liegt im Trend

Die Rückkehr der Alblinsen hat Woldemar Mammel zu einer regionalen Berühmtheit gemacht. Auch deshalb, weil solche Geschichten selten sind. Der Trend geht in die andere Richtung: Die Vielfalt auf dem Acker stirbt. „Seit 1900 sind drei Viertel der Kulturpflanzensorten ausgestorben, weil die Bauern weltweit statt ihrer vielfältigen regionalen Sorten genetisch einheitliche Hochertragszüchtungen anbauen“, warnt die Welternährungsorganisation FAO. Die genetische Verarmung ist besonders bedrohlich, weil die Ernährung der Menschen von nur 30 Pflanzenarten abhängt. Sie decken 95 Prozent des pflanzlichen Kalorienbedarfs der Weltbevölkerung. Davon entfällt über die Hälfte auf nur drei Arten: Weizen, Reis und Mais.

Die genetische Vielfalt innerhalb einer Art hilft ihr – und dem Menschen als Züchter – besser mit Krankheiten umzugehen. Je einheitlicher die Pflanzen einer Art werden, desto anfälliger sind sie. Ein Beispiel dafür ist Ug99. Der Schwarzrost-Pilz infiziert Weizenfelder, tauchte erstmals 1999 in Uganda auf und hat sich inzwischen über Kenia bis nach Vorderasien verbreitet. Mehr als 80 Prozent der heute angebauten Weizensorten sind nicht resistent gegen Ug99. Agrarforscher suchen seither in alten Weizensorten und wilden Verwandten des Weizens nach Resistenzgenen, um sie dann durch Züchtung in die Weizensorten einzuschleusen. 20 Sorten haben sie bisher entwickelt, die jetzt vermehrt und auf dem Markt eingeführt werden müssen.

Nicht nur, um Pilz- und Virus-Epidemien zu bekämpfen, braucht es genetische Vielfalt. Um trotz Klimawandel und Wasserknappheit die Menschen ernähren zu können, benötigen die Züchter Sorten, die mit längeren Trockenperioden oder salzigen Böden zurechtkommen. Die Agro-Gentechnik verspricht seit Jahren, solche Pflanzen zu entwickeln. Doch bisher gelang ihr wenig. Herkömmliche Züchter hingegen konnten immer wieder Erfolge vermelden.

Vielfalt statt Monokultur

Einen wesentlichen Beitrag zur Vielfalt auf dem Acker leisten die Bio-Bauern durch ihre ausgefeilten Fruchtfolgen. Kartoffeln wechseln mit Erbsen, Weizen mit Kleegras. Nur alle fünf bis sieben Jahre wächst auf einem Acker die gleiche Pflanze. Die Abwechslung hilft gegen Schädlinge, die sich auf eine Art spezialisiert haben, wie der Maiszünsler. Leguminosen wie Kleegras oder Bohnen bringen Stickstoff in die Erde und dienen als Viehfutter. Die Vielfalt im Anbau und der Verzicht auf Pestizide lassen auch Wildkräutern, Insekten und anderen Bodenlebewesen Platz zum Leben. Deshalb sind Bio-Äcker auch in dieser Hinsicht besonders artenreich.

Woldemar Mammel (Foto: Förderpreis Naturschutzhöfe/Dominic Menzler)

Diese Ernte wird gut – Woldemar Mammel begutachtet seinen Alblinsen-Acker. (Foto: Förderpreis Naturschutzhöfe/Dominic Menzler)

Rote Liste Nutzpflanzen

Die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung hat 2010 eine „Rote Liste der gefährdeten einheimischen Nutzpflanzen“ veröffentlicht. Sie enthält über 1800 Sorten, darunter 500 verschiedene Äpfel. Auch Zwiebeln wie die Braunschweiger Dunkelblutrote, eine Kartoffel namens Magdeburger Blaue oder der Haidenburger Landweizen sind vom Aussterben bedroht. Die Namen verraten, dass es sich fast immer um regional angepasste Pflanzen handelt.

Urgetreide – von Bio-Bauern neu entdeckt

Australische Wissenschaftler stellten Anfang des Jahres einen salztoleranten Hartweizen vor. Die höhere Salzverträglichkeit stammte von einem Urahn des Weizens, dem Einkorn. Seit etwa 20 Jahren wächst Einkorn wieder auf einigen Bio-Äckern in Deutschland, ebenso der andere Jahrtausende alte Urweizen, der Emmer. Beide Getreidearten wurden noch bis vor 100 Jahren in Deutschland angebaut, verschwanden dann aber völlig von den hiesigen Äckern. Auch der Dinkel, das dritte Urgetreide, war in Deutschland fast ausgestorben, bevor ihn Bio-Bauern seit den 80er-Jahren verstärkt anbauten.

Dinkel braucht, anders als die Hochleistungssorten beim Weizen, keinen Kunstdünger. Im Gegenteil: Zu viel mineralischer Stickstoff lässt nur die Halme wachsen, die dann leichter umknicken. Auch war der Dinkel, wie die anderen Urgetreide, resistent gegen zahlreiche Pilzkrankheiten und wenig schädlingsanfällig. Das machte ihn für Bio-Bauern, die keine synthetischen Pestizide verwenden dürfen, besonders interessant.

Bio-Bauern brachten aber nicht nur Linsen, Dinkel und Einkorn zurück auf den Acker. So befasste sich der Agrar-Ingenieur Jan Plessow während seines Studiums an der Berliner Humboldt-Universität mit Hirse. Für seine Diplom-Arbeit überprüfte er 25 aus Russland importierte Sorten auf ihre Eignung für den Anbau in Deutschland. In der Lausitz südlich von Berlin fand Plessow Bio-Bauern, die es mit den kleinen Körnchen versuchen wollten.

Das Klima dort ist günstig und die leicht sandigen Böden sind für Hirse gut geeignet. Die Region war im 18. Jahrhundert deshalb ein Zentrum des Hirseanbaus in Deutschland. Bei der dort siedelnden slawischen Minderheit der Sorben hat Hirse bis heute den Status eines Nationalgerichts. 2004 begannen die ersten Bauern auf 80 Hektar Fläche mit dem Anbau. Parallel dazu gründete Plessow die Spreewälder Hirsemühle, um das Getreide verarbeiten und vermarkten zu können. Seitdem wächst wieder Hirse in Deutschland. Auch der Leindotter, eine alte und genügsame Ölpflanze, ist in den letzten Jahren in Deutschland wieder heimisch geworden, ebenfalls meist auf Bio-Äckern. Die winzigen Samen ergeben ein wertvolles Speiseöl mit vielen mehrfach ungesättigten Fettsäuren. Angebaut wird Leindotter meist in Mischungen mit anderen Nutzpflanzen, weil das die Erträge steigert und das Unkraut besser unterdrückt. Sonnenblumenkerne kommen – nicht nur in Bio-Qualität – meist aus China. 2006 haben sich einige Bioland-Bäcker und Bio-Bauern aus Württemberg und Mainfranken zusammengetan. Die Bauern erzeugen Sonnenblumenkerne in Bioland-Qualität für Backwaren.

Ausländer willkommen

Keine heimische Pflanze ist dagegen die Sojabohne. Um seinen wichtigsten Rohstoff regional beziehen zu können, begann der Tofu-Hersteller Taifun 1997 mit einem Anbauprojekt im Oberrheintal. Inzwischen deckt die deutsche Ernte etwa die Hälfte des Bedarfs von Taifun. Zahlreiche Bauern, bio und konventionell, in Deutschland und mehr noch in Österreich, bauen Soja an. In Sortenversuchen testen mehrere Bundesländer, welche Sorten sich am ehesten für den Anbau eignen. Das Bundesprogramm ökologischer Landbau fördert ein Projekt, in dem Sojabohnen gezüchtet werden, die besser an die hiesigen Gegebenheiten angepasst sind.

Tellerlinsen (Foto: Fotolia)

Linsen-Vielfalt von brauner Tellerlinse über Beluga- und rote Linsen bis zur grünen Tellerlinse

Vielfältig handeln

Gezielt einkaufen
Fragen Sie beim Gemüse nach, ob es sich um Hybride handelt. Viele Bio-Läden bieten als Alternative samenfeste Sorten an.

Regional statt global
Kommt das Getreide im Brot aus der Region oder der Ukraine? Die Kartoffel aus Deutschland oder Ägypten? Greifen Sie nicht gleich zum günstigsten Produkt. Fragen Sie nach.

Öko aussäen
Im Frühjahr gibt es im Bio-Laden wieder eine große Auswahl an Samen. Bei Spezialisten können Sie sich mit Saatgut alter Sorten eindecken.

Öko-Züchter fördern
Alle wichtigen Züchtungs- und Erhaltungsinitiativen sind als gemeinnützige Vereine organisiert. Sie können sie durch eine Mitgliedschaft oder durch Spenden unterstützen. Der Saatgutfonds der Zukunftsstiftung Landwirtschaft ist der wichtigste Förderpool für die Bio-Züchter.

Petition zeichnen
Unterstützen Sie Vandana Shiva. Die alternative Nobelpreisträgerin aus Indien initiiert eine Allianz zur Rettung des Saatguts. Mehr zur Aktion unter www.navdanyainternational.de

Starke, angepasste Pflanzen, gute Erträge

Es ist nicht damit getan, einfach alte Arten oder Sorten auszusäen. Die meisten von ihnen sind verschwunden, weil sie nicht wirtschaftlich waren. Zu viel Arbeit, zu wenig Ertrag, billigere Herstellung anderswo. Soll der Wiederanbau dauerhaft sein, muss er sich rechnen. Dabei helfen Sorten, die züchterisch so bearbeitet wurden, dass sie an die regionalen Klima- und Bodenbedingungen angepasst sind und gute Erträge liefern. Früher hatten das die Bauern selbst gemacht, indem sie die Körner der besten und ergiebigsten Pflanzen für die Aussaat im kommenden Jahr aufhoben. So entwickelten sich zahlreiche Landsorten, die es heute oft nur noch in Saatgutbanken gibt. Die bewahren jeweils eine Handvoll Samen auf, um die Sorte vor dem Aussterben zu bewahren. Alle paar Jahre werden die Samen ausgesät und von den Pflanzen frische Samen geerntet. Denn zu alte Samen sind nicht mehr keimfähig.

Züchtung für das Beste aus zwei Welten

„Die Landsorten spielen als genetische Ressource eine wichtige Rolle, insbesondere für den Öko-Landbau“, sagt Klaus-Peter Wilbois, Züchtungsexperte am Forschungsinstitut biologischer Landbau (FibL). „Der Öko-Landbau hat andere Bedürfnisse, als den Ertrag unter konventionellen Produktionsbedingungen zu steigern.“

Die Pflanzen müssen widerstandsfähig sein, sollten schneller wachsen als das Unkraut und nicht von zu hohen Stickstoffgaben abhängig sein. Landsorten mit den gewünschten Eigenschaften lassen sich gezielt in moderne Sorten einkreuzen, die hohe Erträge liefern. Quasi das Beste aus zwei Welten. Weil professionelle Züchtung teuer ist, entwickelten bisher nur wenige Enthusiasten neue Sorten speziell für den Öko-Landbau. Zu ihnen gehören die Demeter-Gärtnereien im Verein Kultursaat, die inzwischen 43 neue samenfeste Gemüsesorten gezüchtet und angemeldet haben.

Die 14 Bio-Betriebe des Dreschflegel-Netzwerkes kümmern sich insbesondere um regionale und längst vergessene Sorten, die sie züchterisch bearbeiten, etwa Weiße Bete und Spargelsalat, Kerbelrübe und Haferwurz. Karl-Josef Müller züchtet in Darzau seit Jahren Getreide unter biologisch-dynamischen Anbaubedingungen. In seinem Getreideforschungsinstitut sind mehrere neue Einkornsorten entstanden, die Speisegerstesorte Lawina oder der Lichtroggen, der seinen Namen den für Roggen ungewöhnlich hellen Körnern verdankt. Am Bodensee züchtet eine Initiative lokal angepasste Weizensorten für die dortige Region.

Der Schweizer Getreidezüchter Peter Kunz entwickelte einen stinkbrandresis-tenten Bio-Weizen, der inzwischen auf vielen Äckern wächst. Damit war er weit erfolgreicher als die Gentechniker der Eidgenössischen Technischen Hochschule in Zürich. Deren stinkbrandresis-tenter Gen-Weizen floppte im Feldversuch. „Die Züchtung im Öko-Landbau hat einen großen Vorteil für die Artenvielfalt – sie war nie gewinnorientiert“, meint Klaus-Peter Wilbois. „Die Züchter versuchen, ihre Anstrengungen finanziert zu bekommen, etwa durch den Saatgutfonds, und stellen die Sorte dann zur Verfügung für Nachbau und Weiterzüchtung“. Anders in der konventionellen Zucht. Sie muss sich rentieren. „Das hat zur Folge, dass die meisten Züchter einfach die Blockbuster-Sorten von gestern kombinieren, um neue Sorten zu entwickeln.“ Die Folge sei eine Vielzahl an Sorten, die sich aber genetisch kaum unterscheiden. Einfalt in der Vielfalt. „Zum Beispiel Obst: 90 bis 95 Prozent der Apfelbäume beruhen auf den sechs wichtigsten Sorten als Eltern oder Großeltern.“

Hybrid mit Nachteilen

Ähnlich ist es dort, wo die Züchter, etwa beim Gemüse, mit Hybriden arbeiten. Dabei werden Elternlinien über Generationen hinweg zur Selbstbefruchtung gezwungen, bis bestimmte erwünschte Eigenschaften wie die Fruchtfarbe reinerbig sind und damit sicher auf die nächste Generation übertragen werden. Durch die Kreuzung zweier solcher Inzuchtlinien gewinnt man Hybridsaatgut, das besonders hohe Erträge und vom Aussehen her einheitliche Pflanzen ergibt. Die Vielfalt an Hybridsorten ist nur eine scheinbare. Sie beruht auf wenigen Elternlinien, die immer wieder neu kombiniert werden.

Züchtung, Selbstbefruchtung (Foto: FiBL)

Züchtung ist Feinstarbeit: Um Selbstbefruchtung zu vermeiden, werden die Staubbeutel einer Blüte entfernt (Foto: FiBL)

Jedes Jahr auf ein Neues

Für konventionelle Züchter haben sie einen großen Vorteil: Sie können nicht nachgebaut werden, weil die positiven Eigenschaften schon in der nächsten Generation verloren gehen. Hybridsaatgut muss ein Bauer oder Gärtner jedes Jahr nachkaufen. Auch in den Gemüseregalen der Bio-Läden gibt es noch reichlich Gemüse aus Hybridsaatgut. „Doch es werden viel mehr ökologisch gezüchtete Sorten eingesetzt als noch vor drei, vier Jahren“, sagt Klaus-Peter Wilbois. Mehr Vielfalt an Arten und Sorten bedeutet auch mehr Abwechslung und Geschmack auf dem Teller. Die Bio-Läden haben die vergessene Pastinake wieder in die Küche gebracht und den orangen Hokkaido-Kürbis. Sie bieten Möhren unterschiedlicher Geschmacksrichtungen und manche tomatige Überraschung, etwa das Ochsenherz. Mit dem Topaz kam eine knackige und kaum bekannte Apfelsorte ins Regal.

Auch bei verarbeiteten Lebensmitteln zeigt sich im Bio-Laden eine große Vielfalt: Gebäck, Nudeln und Bier aus Emmer und Einkorn; Säfte aus samenfestem Gemüse und Streuobst oder rare Tomatensorten als Chutneys, Dips und Soßen. Sie alle schmecken intensiver und interessanter als die herkömmlichen Standardprodukte.

Bei allen Öko-Züchtern ist der Geschmack ein wichtiges Zuchtziel. Woldemar Mammel will Linsen, die auch so schmecken, typisch linsig eben. Deshalb hat er sich beim Anbau für die kleinere der Alb-Linsen entschieden, auch wenn sie mehr Arbeit macht. Denn der Geschmack der Linsen steckt vor allem in der Schale. Kleine Linsen haben davon anteilig mehr und schmecken deshalb intensiver.

Aus den Alblinsen der letzten Ernte hat der Linsenzüchter die wenigen ausgelesen, die rotes Fleisch hatten. Sie will er im nächsten Jahr vermehren. „Könnte sein, dass die Rotfleischigen geschmacklich etwas Besonderes sind.“

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