Anzeige

Anzeige

Kämpfer für reinen Honig

Hobby-Imker Karl Heinz Bablok zog vor Gericht, als er in seinem Honig Pollen von MON810 fand – mit Folgen.

Karl Heinz BablokLandete mit seinem Honig vor dem Europäischen Gerichtshof: Karl Heinz Bablok

Gentechnik auf dem Feld: Nahe Augsburg baute der Freistaat Bayern auf einem Versuchsgut Gentech-Mais MON 810 an. 2005 ließ Bablok seinen Honig sowie Pollen, die er als Nahrungsergänzungsmittel verkaufte, analysieren.

Gentechnik im Honig: In beiden fand sich MON810-Erbgut. Der Pollen ent­hielt zudem die von MON810 gebildeten Bt-Toxine. Bablok verzichtete auf die Vermarktung und entschied sich, für gentechnikfreien Honig zu kämpfen. Zuerst schrieb er erfolglos Briefe und Petitionen.

Gentechnik vor Gericht: Dann zog Bablok, unterstützt von Mellifera und anderen Organisationen, vor Gericht. Im Mai 2008 entschied das Verwaltungsgericht Augsburg, dass Honig mit MON810-Pollen nicht verkauft werden dürfe, verweigerte jedoch Schutzmaßnahmen. Es sei zumutbar, während der Maisblüte die Bienen wegzubringen.

Gentechnik vor dem EuGH: Monsanto und der Freistaat Bayern wollten nicht akzeptieren, dass Honig unter das Gentechnikrecht fällt und zogen vor den Bayerischen Verwaltungsgerichtshof. Der bat den Europäischen Gerichtshof (EuGH) diese Frage zu entscheiden, was nun passiert ist (hier).

Wie geht's weiter? Jetzt muss der Bayerische Verwaltungsgerichtshof entscheiden, welcher Schutz vor Verunreinigungen Imkern zusteht. Bablok wagt keine Prognose, wie das Verfahren ausgehen wird. Doch einen Sieg hat er sicher errungen. Der EuGH hat das Nulltoleranz-Prinzip der EU bestätigt und damit Plänen der EU-Kommission und Bundesregierung, das Prinzip auszuhebeln, einen Riegel vorgeschoben.

Doch den Honig hält das nicht sauber, meint Bablok: "Schützen können wir unsere Lebensmittel nur, wenn wir ganz aus der Agro-Gentechnik aussteigen."

Add a comment

Kommentar­bild via Gravatar

incl. 'http://'
Cornelia M.-C.
Wo bleibt für Hobbyimker da noch eine Chance, ihren Honig auf den Markt zu bringen? Ich kann mir kaum vorstellen, dass sie für solch aufwendige (und sicher sinnvolle) Analysen die nötigen Summen aufbringen können. Aber welche Überlebenschancen haben die eh schon stark angegriffenen Bienenvölker, wenn die Hobbyimker in Zukunft nicht mithalten können? Ich kaufe meinen Honig entweder im Bioladen oder auch bei diversen regionalen Hobbyimkern im Direktverkauf. Ich möchte diesen passionierten Produzenten weiterhin mein Vertrauen schenken können, ohne von ihnen erwarten zu müssen, in solch kostspielige Verfahren zu investieren. Das kann kein "Kleiner". Da bleibt nur zu hoffen und zu kämpfen, dass der totale Verzicht auf genmanipulierte Erzeugnisse so bald wie möglich Realität wird.