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Passt Bio-Plastik in den Bio-Laden?

Ralph WeishauptRalph Weishaupt berät Unternehmen in Qualitätsfragen. Er hat an einem Verpackungs-Leitfaden für Bio-Hersteller mitgearbeitet.

Ist Bio-Kunststoff besser als Plastik aus Erdöl?

Bio-Kunststoffe sind eine sehr junge Innovation. Das führt zu zwei Problemen: Die Datengrundlage über die Umweltauswirkungen ist relativ dünn. Zudem sind die Anlagen kleinskalig und wenig effektiv. Die Ergebnisse der einschlägigen Öko-Bilanzen sind daher sehr uneinheitlich. Doch schon jetzt liegt der Energiebedarf für die Herstellung des Bio-Kunststoffes Polymilchsäure (PLA) unter dem für Polyethylen.

Sie empfehlen, bei Bio-Plastik auf Gentechnikfreiheit zu achten. Warum?

Die Maisstärke, die von den meisten Herstellern als Rohstoff eingesetzt wird, stammt fast immer auch von gentechnisch verändertem Mais. Verarbeitet werden die Rohstoffe womöglich mit Hilfe von Enzymen oder technischen Hilfsstoffen, die von gentechnisch veränderten Mikroorganismen produziert wurden. Solche Folien – womöglich noch mit einem Gentechnikfrei-Logo für das eingepackte Produkt bedruckt – passen nicht in den Bio-Laden.

Wo würde Bio-Plastik als Verpackung Sinn machen?

Eine interessante Lösung ist Bio-Plastik dort, wo ein Produkt mit Essensresten verunreinigt ist, etwa bei Einweg­tellern oder Obstnetzen mit angefaultem Inhalt. Hier könnte man die Abfälle gemeinsam in einer Vergärungs­anlage oder Kompostierung entsorgen.

Lassen sich diese Verpackungen tatsächlich kompostieren?

Die Zersetzung dauert länger als bei natürlichen Materialien. Verpackungen, die eine entsprechende Zertifizierung vorweisen und vollständig aus nachwachsenden Rohstoffen bestehen, können in gewerblichen Kompostanlagen behandelt werden. Dies trifft aber nur auf wenige Ver­packungen aus Bio-Kunststoffen zu.

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Michael

Wo finde ich Bio Kunsstoff Hersteller ohne gentechnisch veränderten Rohstoffen?