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Dietmar Bär zeichnet Top-Bio-Läden aus

Bester Bioladen 2011Schrot&Korn-Leser haben in Rekordzahl die „Besten Bio-Läden 2010“ gewählt. Auf der BioFach, der größten Naturkost- und Naturwaren-Messe, bekamen die Gewinner-Läden ihre Urkunden überreicht. Und danach wurde gefeiert. // Manfred Loosen

Marion Kracht Auch in den Hallen der BioFach und der Vivaness, den Weltleitmessen für Bio-Produkte und Naturkosmetik, wurde Dietmar Bär immer wieder als „Tatort-Kommissar“ angesprochen. Ein echter Kommissar wäre er gerne gewesen in den vergangenen Monaten, sagte Bär in seiner Rede bei der Prämierung der besten Bio-Läden: „Denn als echter Polizist hätte ich ganz sicher die Leute hinter Gitter gebracht, die dioxinhaltige Fette in Futtermittel für Tiere gemischt haben!“

Bär sagte, er selbst sei durch den Dioxin-Skandal nicht betroffen gewesen: „Ich esse seit vielen Jahren sehr bewusst Fleisch und konnte mich auch bei diesem Skandal bequem zurücklegen und sagen: Das Dreckszeug esse ich schon lange nicht mehr! Ich hab’ das Problem nicht! Ich kaufe im Bio-Laden!“ Die anwesenden Ladenbesitzer applaudierten begeistert.

Dietmar Bär freute sich, dass die heutigen Naturkostläden modern und professionell geführt würden, den Geist des Elitären und Verschworenen längst abgelegt hätten. Das zeigen auch die Bewertungen der Kundinnen und Kunden. Für die Kategorie Gesamteindruck vergaben sie im Schnitt eine 1,38.

An der Wahl zum „Besten Bio-Laden 2011“ haben sich so viele Menschen beteiligt wie noch nie zuvor: Genau 47 198 Kunden gaben bundesweit ihre Stimme ab. Von den insgesamt 2 432 Bio-Läden bekamen – unterteilt in die vier Kategorien Hofläden, kleine Bio-Läden (bis 100 m²), mittlere Bio-Fachgeschäfte (100-400 m²) sowie Bio-Supermärkte ab 401 m² – exakt 186 eine Urkunde, sagte die Marketing-Leiterin des bio verlags Ulrike Fiedler. Welche Läden welche Auszeichnung aus der Hand der verantwortlichen Schrot&Korn-Redakteurin Barbara Gruber erhielten, steht auf den Seiten hier.

Nach der Veranstaltung hatte Dietmar Bär noch lange nicht genug von Bio. Er stürzte sich zusammen mit den Mitarbeitern des bio verlags in die lange „Bio-Nacht“ der BioFach. „Es ist toll“, sagte Bär, „endlich mal die Leute kennenzulernen, die hinter den Produkten stehen, die wir schon seit vielen Jahren essen, trinken und benutzen.“

Barbara Gruber Ulrike Fiedler
Barbara Gruber, verantwortliche Redakteurin von Schrot&Korn, stellte die Sieger-Läden vor. Marketing-Leiterin Ulrike Fiedler freute sich über die gute Benotung der Läden.

Gesamtsieger Bio-Supermärkte

Gold in allen Kategorien

Mit der Sonnenblume in Geislingen haben es Brigitte Mühlberger, Laila Bindert-Meisberger und Jürgen Wagner bereits zum zweiten Mal geschafft als bester Bio-Supermarkt ausgezeichnet zu werden

2010 gab es neben vielen Goldmedaillen noch eine Silbermedaille, diesmal erhält der Laden nur Goldmedaillen. Die Sonnenblume (445 m²) überzeugt die Kunden mit ihrem großen, sehr gut präsentierten Frischebereich, dem Bistro, den Parkplätzen vor dem Laden und einer Tiefgarage.

Die drei Geschäftsführer haben nach der Auszeichnung 2010 ihr erfolgreiches Konzept fortgesetzt. Dazu gehörten: professionelle Beratung, Zeit für Kundengespräche, Aktionen, Verköstigungen, Weiter-Qualifizierung der Mitarbeiter – und eine lange Bio-Einkaufsnacht.

Gesamtsieger Hofläden

Öko-Paradies für Groß und Klein

Gold für den Gesamteindruck erhält der Hofladen (220 m²) von Ingrid Schulze-Schleppinghoff und Werner Süntrup in Warendorf im Münsterland. „Hierher kommen, ist wie Urlaub für einen Tag“, sagen die Kunden – und das hat gute Gründe:

Der Verkaufsraum ist mit viel Gespür in das bestehende Gebäude eingepasst. Umgeben von einem Bauerngarten mit über 150 Pflanzenarten und mehreren Teichen bietet er, was das Bio-Herz begehrt: Erdbeeren zum Selberpflücken, Gemüse, ein Bio-Vollsortiment inklusive Naturkosmetik und ein Bistro.

Und ringsherum die Natur und Tiere des Demeter-zertifizierten Bio-Hofs. Zum Laden-konzept gehören Verköstigungen, Weinproben und Kinder-Hofrallyes. Und auch klassische Konzerte, Kunst und Kultur haben ihren Platz.

Gesamtsieger Naturkost-Fachgeschäfte

Trifft den Geschmack der Kunden

Hildegard Thiele, die Inhaberin des s’Paradieserl, hat den Laden nach ihren Vorstellungen geformt und gestaltet. Einen Laden von inzwischen immerhin 220 m² mit Bistro und Lieferservice, den sie und ihre Tochter Stephanie in Rotthalmünster bei Passau führen.

Dafür haben ihnen die Kunden sechs Medaillen zuerkannt, viermal Gold und je einmal Silber und Bronze. Aushängeschild für den Laden ist unter anderem der vielfältige Backwarenbereich.

Die Ladenatmosphäre ist bewusst gegen die hektische Betriebsamkeit anderer Einkaufsstätten positioniert – warme Terrakotta-Farben und helles Holz prägen das Ambiente. Ihr regional und auf Frische ausgerichtetes Sortiment kommt so gut an, dass die Stadt sie gebeten hat, den Kiosk im örtlichen Naturbad zu übernehmen.

Gesamtsieger Bio-Läden

Von der Food-Coop zum Bio-Laden

Der Hulc in Köln (50 m²) steht exemplarisch für die Geschichte der Bio-Bewegung: Entstanden als Food-Coop wegen „damals zu hoher Bio-Preise“ ist der Laden erst seit 2000 für jedermann zugänglich – wobei die doppelte Preisstellung beibehalten wurde: Die sogenannten Rabattkunden zahlen deutlich weniger als die übrigen.

Ein solcher kann werden, wer einen festen Mitgliedsbeitrag zahlt. Die Geschäftsführerinnen Eva Maria Eckert und Linda Lorang freuen sich, dass ihr Laden – er liegt neben einem Bio-Filialisten – so gut läuft.

Das liegt neben dem Rabattsystem sicherlich auch an den Spezialsortimenten mit veganen, vegetarischen und makrobiotischen Produkten. Der Hulc, in dem auch Alfred Biolek einkauft, erhält drei Gold-, zwei Silber- und eine Bronze-Urkunde.

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