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Der volle Wortlaut der Laudatio

Der bio verlag, in dem das Naturkostmagazin Schrot&Korn erscheint, hat für herausragende Verdienste um die Ökologie- und Naturkostbewegung den New Ethics Award erhalten. Die Verleihung fand im Rahmen der zweiten New Ethics Nachhaltigkeitskonferenz am Vorabend der Fachhandelsmesse BioNord in Hannover statt.

Der volle Wortlaut der Laudatio

Liebe Freundinnen und Freunde des Naturkost-Fachhandels,
sehr geehrte Gäste!

Ich habe heute die große Ehre die Laudatio auf den Preisträger des New Ethic Awards 2010 zu halten. Wären wir jetzt in Los Angeles, würde ich einfach sagen…the New Ethics Award 2010 goes to….

Und irgendjemand würde wahrscheinlich aufkreischen… Wir sind aber in Hannover, der Landeshauptstadt Niedersachsens. Hier geschieht auch Großes, jedoch liegt uns diese Art des Glamours nicht so. Allerdings möchte ich es Ihnen und dem Preisträger dieses Jahres nicht so ganz einfach machen und sofort den Preisträger nennen. Etwas Spannung muss sein! Ich werde Sie langsam dahin führen, und Sie werden selbst sehr schnell herausfinden, wer es ist. Es ist meisten so, dass solche Rätselpfade einfach zu gehen sind und die Lösung dann einfach ist. Mein Rätselweg geht über Zitate, deren Quellen ich Ihnen jedoch verschweigen werde. Das eine oder andere habe ich auch leicht abgewandelt.

„Es gibt einen markanten und richtungsweisenden Leuchtturm, der alle Stürme der rasanten Branchenentwicklung überdauerte…“
Joseph Wilhelm

> „… ein Spiegel des Bio-Fachhandels….“
Sabine Kästner

> „… gehört zur Bio-Bewegung wie „das Gelbe vom Ei.“
Thomas Dosch

> „Ihr habt uns durch Dick und Dünn begleitet…“
Susanne Schöning {

>„solide Wissensvermittlung so dicht vereint?…“
Felix Prinz zu Löwenstein

> „… Pionier & Wegbegleiter, Freund & Ratgeber, Innovativ und Informativ, Öko und Fair, was will man mehr?…“
Hans Hohenester

> … war und ist immer ein wichtiger und treuer Begleiter…“
Michael Radau

> „Danke für den unnervigen Auftritt, die sinnvollen Ratschläge,…“
Anke Engelke

> „Große Liebe zu Bio, krisitsche Begleitung unserer Branche…“
Ernst Härter

> „DIE Infotankstelle für Naturkost….“
Georg Kaiser

> „Das sind doch die, die uns den Weg geebnet haben und immer noch … vorausgehen…“
Claudia Langer

> „… scheut sich nicht, neben Verbraucher-Themen auch immer wieder politische Themen aufzugreifen…“
Christoph Bautz

> „…Aufgeklärte Verbraucherinnen lesen natürlich…“
Renate Künast

Wer es jetzt noch nicht weiß, kommt wahrscheinlich beim letzten Zitat drauf – es stammt von Joseph Pulitzer. Nach ihm wurde der berühmte Pulitzer Preis benannt:

> „Schreibe kurz - und sie werden es lesen. Schreibe klar - und sie werden es verstehen. Schreibe bildhaft - und sie werden es im Gedächtnis behalten.“

Ich finde, dass dieses Zitat ganz besonders auf den heutigen Preisträger zutrifft: Der new ethics Award 2010 für herausragende Verdienste für die Ökologie- und Naturkostbewegung geht an den Bio Verlag und seine beiden langjährigen geschäftsführenden Gesellschafter Sabine Kauffmann und Ronald Steinmeyer (Ronald kann leider nicht dabei sein, denn er ist gerade auf dem Rückweg von seiner Kilimanscharo Besteigung):

Der Bio Verlag hat mit seinen Publikationen Schrot & Korn, Biohandel, naturkost.de und zuletzt Cosmia 25 Jahre mit durchaus kritischem und kreativem Journalismus die Naturkostbranche in all den Jahren nicht nur mitbegeleitet, sondern auch mitgestaltet.

Gründung:

Ausschlaggebend war eine Anregung des damaligen "Naturkost e. V.“ , dem eine Branchenzeitschrift fehlte. Gründungsidee war, Umwelt, Gesellschaft und Gesundheit durch die stärkere Verbreitung von Bio-Anbau und Naturkost-Konsum zu fördern. Dabei sollte die journalistische Qualität einer Monatszeitschrift mit dem Vertriebsweg Kundenzeitschrift verbunden werden.

Stichpunkte:

Schrot & Korn ist von der Nullnummer 1985 bis heute eine informative, aufklärende Kundenzeitschrift des Naturkosthandel zu Themen rund um Bio-Lebensmittel und Bio-Landbau, Vollwerternährung, alternative Lebenstile, ökologische Lebensweise und brandaktuelle politische Themen, die die Menschen bewegen. Das Magazin hat sich im Lauf der Jahre mit den Veränderungen der Branche und der Kunden mitgewandelt ohne die Identität zu verlieren. Eine ökologische Kundenzeitschrift auf der Höhe der Zeit, die dem Handel eine wunderbare Unterstützung für seine zunehmenden Beratungsdefizite bietet und den Herstellern eine zielgruppengenaue Kommunikationsplattform mit geringem Streuverlust.

Die Auflage konnte im Zeitraum von 25 Jahren von 400 Tausend auf 700 Tausend Exemplare gesteigert werden und das, obwohl mitlerweile eine Vielzahl weiterer Magazine den Bio-Handel und seine Kundinnen und Kunden als Zielgruppe erkannt haben.

Biohandel - Fördern und fordern - Branchenthemen im Lichte der Professionalisierung und des kritischen Dialogs. Das sind Inhalte, die immer wieder aufgegriffen werden. Auch politische Themen werden in sachlicher Form den Leserinnen und Lesern nahe gebracht. Große Themen, die die Gesellschaft bewegen, wie zum Beispiel die Gentechnik, Atomkraft, Massentierhaltung wurden und werden mit Nachdruck behandelt und immer wieder ins Bewußtsein gebracht. Im Fachhandels Magazin Biohandel werden auch dem Fachhandel gelegentlich mahnende Worte gewidmet. So wurde er lange Zeit darauf hingewiesen, den Wettbewerb seitens des LEH nicht zu ignorieren und die Notwendigkeit hervorgehoben, oft sogar mahnend, sich deutlichlicher in seinen besonderen Leistungen zu profilieren.

Die Medien des Bio Verlags sind also nicht nur Sprachrohr und Verstärker des Bio-Fachhandels, sondern kritische Begleiter. Immer Konstruktiv und sachlich. Tendenziöse Angriffe des Biohandels aus anderen Medien stellt man eine sachliche Darstellung der Dinge entgegen. Somit wird auch ein wesentlicher Beitrag dazu geleistet, interessierte Leser und Bio-Kunden zu emanzipierten Kunden zu entwickeln, die nicht auf jedes Gerücht oder hochstilisierten Skandal hereinfallen, sondern kritisch nachfragen und sich über seriöse Informationsquellen, wie z.B. Schrot & Korn informieren.

In der heutigen Zeit geht nichts ohne das Internet. Auch hier hat der Bio-Verlag schon sehr früh reagiert. Auf der eigenen Website und unter naturkost.de - hat man frühzeitig die Veränderung der Kommunikation hin zu den Konsumenten für die Naturkostbranche aufgegriffen und professionell als Plattform gestaltet

Cosmia - ein mutiger Versuch, der Naturkosmetik einen eigenen Platz im Zeitschriftenbereich eines Kundenmagazins einzuräumen - da agiert der Naturkosthandel noch zu zögerlich in der Verwendung als Kundenbindungsinstrument

Meilensteine:

  • 1986 - Sachliche Aufbereitung des Reaktorunfalls in Tschernobyl und seiner Folgen
  • Seit den 1990ern - Aufbau einer Mitarbeiterbeteiligung
  • 1994 - 1 . Sinusmilieustudie der Naturkostkunden
  • 2001 - BSE und seine Folgen
  • 2004 - Schrot & Korn startet die Aktion „Genfood ?- Nein danke!“
  • Februar 2009 - Schrot & Korn wie der gesamte bio vertag mit allen Produkten ist klimafreundlich zertifiziert. Siegel „Stop Climate Change“ .
  • 2010 - Übergang des Unternehmens in die komplette Verantwortung der Mitarbeiterinnen und 25 Jahre Schrot & Korn.

Zusammenfassend läßt sich sagen, Der Bioverlag und seine Medien haben einen wesentlichen Anteil am Erfolg und der Entwicklung des Bio-Fachhandels. Das Unternehmen selbst ist ein Musterbeispiel einer nachhaltigen Unternehmensführung und stellt sich vorbildlich seiner gesamtgesellschaftlichen Verantwortung.

Liebe Sabine Kaufmann, stellvertretend für alle im Bio-Verlag und besonders dem heute abwesenden Ronald Steinmeyer gratulierte ich ganz herzlich zu dieser Auszeichung. Alles Gute für die weitere Arbeit - Ihr seid Teil der Branche und die Branche braucht Euch.

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