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Slowenien: klein, grün und öko

Ökologisch korrekt verreisen. Aber wohin? Autorin Doris Burger zog es auf Einladung der Initiative „Slovenia Green“ in das Land zwischen Alpen und Adria. Ein Blick hinter die Öko-Kulissen.

Slowenien Früh am Morgen stehen wir, eine Gruppe Journalisten, vor der Therme „Snovik“ nördlich von Ljubljana und freuen uns an der würzigen Waldluft. Hier haben wir unsere erste Nacht in Slowenien verbracht, und nun wollen wir herausfinden, ob das Land eine Öko-Reise wert ist. Wir atmen erst einmal kräftig durch. Ein Wanderweg zieht sich in sanftem Bogen über die Wiesen weiter ins Tal hinauf, und am liebsten möchten wir sofort loslaufen. Aber wir sind zunächst mit Petra Zlatoper verabredet, der Direktorin der Therme: Petra Zlatoper erklärt uns stolz die Innovationen, in einer liebenswerten Mischung aus Deutsch und Englisch. Manches ist dabei nicht ganz einfach zu verstehen: „Die Luft unter den Pools erzeugt neue Energie für neue Wasser“. Aha. Sehen wir uns das besser mal an: Wir stecken unsere Köpfe in das Silo des Biomasse-Heizwerkes, wo gehäckseltes Holz aus den umliegenden Wäldern auf die Verbrennung wartet. Holz gibt es genug in Slowenien: Rund 58 Prozent der Landesfläche sind von Wald bedeckt. In Europa sind nur Schweden und Finnland noch waldreicher.

Wärme wird in der Therme zudem von Sonnenkollektoren auf dem Dach erzeugt und von Wärmepumpen, die das Thermalwasser aus den Schwimmbecken abkühlen, bevor es in die biologische Kläranlage fließt. Und – jetzt haben wir verstanden – die warme Luft unter den Schwimmbecken wird ebenfalls genutzt, um Energie zu erzeugen, um damit wiederum das Thermalwasser zu kühlen.

Logarska-Tal
Naturschutz im Logarska-Tal: Wer vor der Schranke parkt, passiert kostenlos; wer hier fahren will, investiert sechs Euro in die Natur.

Slowenien: für Entdecker

Bayern? Österreich? Schweiz? „Slowenien ist viel aufregender!“, sagt Autorin Doris Burger. Es liegt nahe und ist doch sehr exotisch. Und es hat unglaubliche Flächen kaum berührter Natur, die lange nicht so erschlossen sind wie in anderen Alpenländern. Es bietet echte Anreize für Entdecker und ein erstklassiges Preis-Leistungs-Verhältnis. Doris Burger: „Selbst sehr gute Hotels und Restaurants sind für uns preiswert. Niemals hatte ich das Gefühl, einem Nepp aufgesessen zu sein.“

Mit dem Wandern wird’s wohl nichts mehr. Wir sind in der „Öko-Ecke“ des Thermen-Restaurants gelandet. Hier am Frühstücksbuffet gibt es immerhin drei ökologische Gerichte. „Wir haben leider noch nicht viele biologisch angebaute Produkte,“ räumt Petra Zlatoper ein. Aber sie hatte gerade ein Treffen mit Bauern der Umgebung und versucht nun, exklusive Verträge zu schließen.

Gefördert von der EU

Die der Therme angeschlossenen Appartementhäuser sind nach neuesten Vorgaben erbaut worden. Sie sind besonders effizient gedämmt; die Heiz- und Klimaanlagen werden durch ein Öko-Programm gesteuert, damit der Energieverbrauch so gering wie möglich bleibt.

Die EU gab Fördermittel dazu und die internationale Alpenschutzkommission CIPRA eine Auszeichnung für das Klimaschutzprojekt. Die einzelnen Häuser, vor denen Küchenkräuter in schmalen Beeten gedeihen, heißen Lärche, Fichte, Buche und Birke. Oder „Lipa“, wie die Linde, der Nationalbaum Sloweniens. Während der Sommerferien quartieren sich hier gerne Familien ein. Sie wissen die großen Küchen und die praktischen Holz- und Steinböden zu schätzen. Die Kinder können draußen im Thermalgarten mit den Rutschen und Kinderbecken toben, während sich die Eltern an den Pools drinnen entspannen.

Wer in der Therme „Snovik“ Ferien machen möchte, braucht kein Auto: Bis zum nahen Kamnik fährt der Zug, und von dort werden die Urlauber gerne abgeholt, wie Petra Zlatoper betont: „Wir holen Sie auch von Ljubljana oder vom Flughafen ab. “Wandern kann man direkt vom Haus weg, und wer weitere Kreise ziehen mag, kann eines der neuen feuerwehrroten Fahrräder leihen.

Wir sind mittlerweile nicht mehr ganz korrekt unterwegs, sondern haben einen Kleinbus mit Verbrennungsmotor gemietet. Ein Elektroauto steht zwar grundsätzlich bereit, hätte aber zu wenige Plätze für unsere Gruppe geboten.

Bis zur Hauptstadt Ljubljana sind wir am Vortag allesamt mit dem Zug angereist. Denn wir wollten nicht nur erkunden wie grün Slowenien ist, wir hatten uns auch vorgenommen, möglichst CO2-neutral anzureisen.

Prämiertes Öko-Land

Seit 2008 nimmt Slowenien an den Ausschreibungen der Europäischen Kommission für den Titel „European Destination of Excellence“ (EDEN) teil, die nachhaltige Tourismusprojekte auf nationaler Ebene prämieren. Den Titel „EDEN 2008“ sicherte sich das Soca-Tal; 2009 freute sich das Projekt „Solcavsko – Harmonie in drei Tälern“ über die Auszeichnung. Zu den Finalisten zählten der Preseren-Markt in Kranj und das Klöppelspitzen-Festival in Idrija.

Das bescherte uns Hamburgerinnen bereits eine Nacht im Schlafwagen. Ab München ging es dann, quer durch Österreich, mit dem „Eurocity“ weiter. Gemütlich und flott zugleich erreichten wir Ljubljana bereits nach sechs Stunden. Gegenüber der Fahrt mit dem Auto haben wir pro Person und Strecke damit genau 162,8 Kilogramm CO2 gespart und 47,4 Gramm Feinstaub, wie uns der Umweltmobilcheck der Bahn verrät: www.bahn.de/umweltmobilcheck.

Taxi mit Hybrid-Antrieb

Der Bahnhof Ljubljanas wirkt provinziell, der Raum mit den Schließfächern ist nicht größer als ein Wartehäuschen und ebenso bunt besprüht. Aber auch das gehört zum Programm: die Koffer einschließen und zu Fuß in die nahe Innenstadt zu laufen. Doch just heute streiken die Studenten, und die Altstadt wird von Protestzügen blockiert. So verschieben wir das Sightseeing und fahren zunächst zum Restaurant „Manna“ – mit einem der zahlreichen knallgelben Hybrid-Taxis, die durch die Innenstadt kurven. Etwa zehn Prozent der Taxiflotte fährt in Ljubljana mit Hybrid-Antrieb, und ist sogar – durch ein Subventionierungsprogramm – etwas billiger für den Gast.

Das „Manna“ bietet eine Oase am Rande der Altstadt: Kühl und schattig ist der Garten, frisch und leicht das Menü. Zunächst nehmen wir einen Wildkräutersalat, dazu ein Stückchen Fisch vom Grill, danach ein Käsesoufflee mit grünem Spargel. Zum süßen Abschluss eine Buchweizentorte, mit viel Sahne und frischen Beeren. Das dreigängige Mittagsmenü kostet ganze 12 Euro, uns erscheint das sehr preiswert. Für die Einheimischen gehört das Restaurant eher zur Luxusklasse. Wir holen den Küchenchef dazu, der über die Speisen Auskunft gibt: Nicht alle Zutaten sind bio. Uns erscheint das verzeihlich, in einem Land, das erst seit 1991 eine demokratische Verfassung hat und 1998 zertifizierten Bio-Landbau einführte. Die gesetzlichen Grundlagen entsprechen der EG-Öko-Verordung.

Ljubljana
Einen Architektur-Trip zu Fluss wert: das Zentrum der Hauptstadt Ljubljana.

Gestärkt können wir nun die Stadt erkunden. Vom Streik zeugen erschöpfte Studenten mit zusammengerollten Fahnen; vor dem bronzenen Volksdichter Preseren am zentralen Denkmal der „Drei Brücken“ hängt ein Plakat: „Pension in Griechenland 1600 Euro, in Slowenien 604 Euro.“ Auch das kleine Slowenien muss seinen Beitrag zur Rettung der Hellenen entrichten, was nicht jedem gefallen kann. Hauptgrund des Streikes war allerdings das Vorhaben, die studentischen Nebenjobs zu erschweren.

Jetzt am späten Nachmittag scheinen sich alle zu entspannen: Die Cafés an der Ljubljanica, dem markanten Fluss im Stadtzentrum, füllen sich mit jungen Leuten. Da die Ljubljanica während der Schneeschmelze viel Wasser führen kann, wurde sie tiefer gelegt, sodass die Brücken hoch über dem breiten Graben zu schweben scheinen. Die bunten und fantasievoll aufgeputzten Fahrräder parken überall: Hier prunken dicke Ballonreifen, dort wurde der Rahmen rosa bemalt. Sie sind das beliebteste Gefährt in der Studentenstadt und vor allem im Moment praktisch in der großen Fußgängerzone mit den vielen Baustellen: Ljubljana soll noch schöner werden.

Übernachten in Slowenien

Therme Snovik – Snovik 7, 1219 Laze v Tuhinju,
Tel. +386 (0) 183 44 100, www.terme-snovik.si

Bauernhof Govc-Vrsnik
Robanov kot 34, 3335 Solcava , Tel. +386 (0) 3 839 50 16,
www.govc-vrsnik.com

Bio-Pension Pod macesnovo streho
www.apartma-logarska.si

Touristischer Bauernhof Ojstrica, Logarska dolina 13 A,
3335 SolCava. Tel. +386 (0) 3 839 90 51, www.plesnik.si

Bohinj Park Hotel – Eco Resort & Spa,
Triglavska cesta 17, 4264 Bohinjka Bistrica,
Tel. +36 (0) 8 200 4000, www.bohinj-park-hotel.si

Hotel Vila Bled (edel und gut)
Cesta svobode 26, 4260 Bled, Tel. +386 (0) 4 575 37 10,
www.vila-bled.si

Gasthaus Rupa nahe Bohinj-See (rustikal und lecker)
Srednja vas 87, 4267 Srednja vas, Tel. +386 (0) 4 5723 401

Die Fahrräder kann man auch leihen. Zwei Stunden kosten einen Euro, fünf Euro kostet der ganze Tag. Damit können auch Touristen schnell die Stadt erkunden. Insider radeln zum Entspannen in den Tivoli-Park: Er ist Treffpunkt der Kunstszene. Im Schloss ist die Tivoli-Galerie untergebracht, eine moderne Sammlung, die einen Besuch lohnt.

Solcava-Landschaftspark

Von der Therme „Snovik“ aus lassen sich leicht Tagesausflüge nach Ljubljana unternehmen. Wir reisen nun weiter nach Norden, bis nach Solcava, zum Landschaftspark. Nur eine Gebirgskette liegt noch zwischen Slowenien und dem österreichischen Kärnten, aber in den drei stillen Gletschertälern wähnt man sich am Ende der Welt. Besonders ruhig geht es in Robanov kot zu, die Straße endet am Bauernhof Govc-Vrsnik. Weiter geht es zu Fuß: Rechts grüßt ein wohl sortierter Bauerngarten, in der saftigen Wiese dahinter ein Holzhäuschen mit Bienenstöcken. Jeden Stock ziert eine Holztafel, die unterschiedlich bemalt ist. Damit wurde früher Schutz für den Bienenstock erbeten. Natürlich ist die Malerei auch Schmuck. Die schönsten der historischen Tafeln sind im Imkereimuseum in Radovljica zu bewundern.

Der Bauernhof Govc-Vrsnik ist schon ein halbes Jahrhundert lang auf Gäste eingestellt, seit 1960 werden Zimmer vermietet. Jetzt sind alle frisch renoviert und mit Flachbildschirmen ausgestattet. Eine Sauna ist der neueste Stolz. Wer drei oder mehr Tage bleibt, zahlt ganze 32 Euro pro Übernachtung, inklusive der Halbpension.

Die sollte man sich keinesfalls entgehen lassen: Unsere Gastgeberin, Marjana Vrsnik, kocht ausgezeichnet. Am liebsten traditionelle Speisen wie die Sirnek-Suppe mit Käse und Rahm und ein butter-zartes Rindfleisch mit köstlichen Karotten. Eine Bio-Zertifizierung gibt es noch nicht, aber das Gemüse stammt aus dem Garten, das Rind aus der eigenen Herde. Den ganzen Sommer über lebt es im Freien und ernährt sich von den Blumenwiesen und den Kräutern der Alm.

60 Meter Wasserfall

Etwas belebter als Robanov kot ist das Nachbartal Logarska Dolina. Wer vor der Schranke parkt, kann kostenlos passieren. Wer es bequem möchte, zahlt sechs Euro für die Zufahrt mit dem Pkw. Die Maut für die Privatstraße wird in den Naturschutz investiert. Schon 1992 wurde der Landschaftspark gegründet, also nur ein Jahr nach der Unabhängigkeit Sloweniens. Jetzt ist alles wohl geordnet und gepflegt, ein Lehrpfad erklärt die Baumriesen. Wir wandern talaufwärts und genießen die Stille. Nach dem letzten Rastplatz beginnt der Weg, sich steil hinauf zu winden, ein mächtiges Rauschen kündigt den Wasserfall an.

Rinka-Wasserfall
Der Rinka-Wasserfall, fünf Kilometer hinter der Grenze zu Österreich.

Der Rinka-Wasserfall ist schmal, aber imposante sechzig Meter hoch, die Gischt wird vom Wind viele Meter weit getragen. Auf halber Höhe schwebt eine Hütte wie ein Adlernest – und sie zieht uns magisch an. Drin wartet eine fröhliche Hüttenwirtin mit pumuckelrotem Haar. Wer bei ihr keinen Drink bestellt, hat etwas versäumt: Besonders beliebt ist der Blaubeerlikör, in den sie nochmals einen Löffel mit Blaubeeren gibt.

Zurück in SolCava, dem kleinen Ort am Rand des Landschaftsparks, machen wir Halt an der Touristeninformation; „Anzi-Bar“ wird sie genannt, nach Anzi, dem Spitznamen des Gründers. Schräg gegenüber ist ein Laden mit Filzpantoffeln, Hüten und mehr. Eine Gruppe von Frauen stellt sie aus der Wolle einheimischer, extensiv gehaltener Schafe her. Vida Matk führt uns herum. Die Architektin spricht ausgezeichnet Deutsch, nach dem Gymnasium in Klagenfurt hat sie in Graz studiert: „Aber in der Stadt wollte ich nicht leben.“ So ist sie auf den großen Bauernhof der Eltern zurückgekehrt, wo es immer genug zu tun gibt, und organisiert nebenbei die Arbeit der Filzkünstlerinnen: „Mir ist es wichtig, dass auch die traditionelle Handwerkskunst eine Chance hat.“ Wer mag, kann die originellen Filzarbeiten auch im Internet anschauen: www.bicka.si

Künstler am Herd

Schon Staatsoberhaupt Tito wusste, wo es in seinem Jugoslawien am schönsten ist. Eine seiner Residenzen war die Villa Bled am Bleder See. Heute ist sie ein diskretes Hotel, wo jedermann Mittagessen kann – der junge Koch Igor Jagodic ist ein Künstler am Herd. Bio-Zutaten liegen ihm am Herzen; er verwendet sie, wann immer er sie bekommt.

Anschließend kann man sich zur Insel – der einzigen Sloweniens – rudern lassen. Sie ist bei Touristen überaus beliebt. Vor dem Altar der Barockkirche lässt sich ein „Wunschglöckchen“ läuten. Recht kräftig muss man am Strick ziehen, bis es erklingt – und dann, wie das halt so üblich ist, fest an den Wunsch denken, damit er sich erfüllt.

Bootsmann Luka wartet unten an der langen Freitreppe auf unsere Rückkehr, um uns mit Muskelkraft zurückzubringen, er studiert Sport. Wie praktisch. Das Boot gehört der Familie, und es wird traditionell vom Vater auf den Sohn vererbt. Der Ruderjob ist so lukrativ, dass nicht jeder mitmischen soll: Das nahe Venedig, nur drei Zugstunden entfernt, und seine Gondoliere lassen grüßen.

Rinka-Wasserfall
Laubbuntes Ufer, Bio-Zutaten in der Villa: am Bleder See.

Der Ruderbootverkehr auf dem See ist ein Kriterium, warum der Kurort Bled zum Netzwerk der „Alpine Pearls“ gehört. Die „Perlen“ sind ein Verbund von Feriengemeinden, die sich etwa für autofreie Bereiche in den Urlaubsortschaften oder alternative Fortbewegungsmöglichkeiten einsetzen.

Geheimtipp Bohinj-See

Der Bohinj-See ist selbst eine Perle. Still und blau liegt er da, umfasst von den Julischen Alpen. Das Wasser ist so klar, dass man jeden einzelnen Kiesel in der Tiefe erkennen kann. Der einsame Fischer in seinem Boot wird wohl eine Weile auf den Biss warten müssen, denn je sauberer – und damit nährstoffärmer – das Wasser, desto seltener sind Fische. Auch hier stört kein Motorengeräusch die Idylle. Das einzige Ausflugsschiff gleitet lautlos über den See: Es kommt vom Königssee im Berchtesgadener Land und ist eine hundert Jahre alte, gepflegte Schönheit mit Elektromotor.

Der Bohinj-See gehört zum Triglav-Nationalpark und gilt noch als Geheimtipp. Wir glauben das sofort, denn außer unserer kleinen Gruppe finden sich nur zwei britische Pflanzenfreunde zur botanischen Wanderung am Nordufer des Sees ein. NeZa KoSnik, die engagierte

Biologielehrerin, stellt den botanischen Anfängern das Brillenschötchen, eine Pflanze mit brillenförmigen Früchten, und die filigrane Akelei vor. Mit den Fortgeschrittenen diskutiert sie über die Hopfenbuche, die Manna-Esche und Sternbergnelke. In mehreren Sprachen werden die Namen im Buch gesucht und verglichen: „Und wie heißt dieses Kraut bitteschön auf Englisch?“

Die Biologielehrerin ist auch beim „Alpenblumen-Festival“ dabei. Es gibt Konzerte, Ausstellungen und Workshops für Kinder und für Erwachsene – zum Beispiel zum Thema Wildkräuter in der Küche. Das Festival findet auch nächstes Jahr wieder statt, von 21. Mai bis zum 4. Juni. Die Eröffnung wird in der JoZa AZman Hall gefeiert, die direkt neben dem Bohinj Park Hotel liegt. Hinter diesem mehrfach ausgezeichneten Öko-Hotel haben wir am 23. Mai 2010 eine Buche gepflanzt. Sie war bereits vier Meter hoch, als man sie anlieferte und wird 70 Jahre brauchen, bis sie alle CO2-Emissionen ausgeglichen hat, die wir trotz unseres sparsamen Reisestils auf unserem Trip verursacht haben. Das ist lang, aber es ist ein gutes Gefühl, etwas für die persönliche Klimabilanz tun zu können. Auch beim Reisen. Slowenien ebnet den Weg dafür. Doris Burger

Autorin Doris Burger ließ sich am Bohinj-See vom Brillenschötchen begeistern. Erst auf den zweiten Blick, sagt sie, zeigt es seine Raffinesse.

Interview

„ Öko-Urlaub soll Spaß machen“

Majda Rozina DolencMajda Rozina Dolenc, Direktorin des Slowenischen Fremdenverkehrsamts in München

Warum wurde „Slovenia Green“ initiiert?

Knapp 60 Prozent der Fläche Sloweniens sind von Wald bedeckt. Damit steht es an dritter Stelle in Europa. In den Waldgebieten sind Bären, Wölfe und Luchse noch häufig. Auch endemische Arten wie den Grottenolm gibt es.

Wie kann Slowenien die Natur erhalten?

Insgesamt 36 Prozent der Gesamtfläche Sloweniens stehen unter Naturschutz. Zudem verfügt Slowenien – das nur etwa so groß wie Hessen ist – über drei Regionalparks und 40 Landschaftsparks vom Karst über die Alpen bis hin zur Pannonischen Tiefebene.

Damit allein wird es nicht getan sein.

Wir bewerben gezielt vernünftige Verkehrslösungen, ökologische Unterkünfte, erneuerbare Energiekonzepte oder zeitgemäße Müllentsorgung.

Seit wann gibt es „Bio“ in Slowenien?

Eine Zertifizierung besteht seit 1998.

Welchen Standard haben die Bio-Produkte?

Er entspricht der EU-Öko-Verordnung und ist für alle europäischen Länder gleich. Hiesige Interessenten können sich jedes Jahr während der Grünen Woche in Berlin einen Eindruck verschaffen, wenn Slowenien seine Bio-Produkte präsentiert.

Gibt es Besonderheiten im slowenischen Bio-Markt?

Eine Innovation sind sicher die landesweit verbreiteten „Milchstationen“, Kühlautomaten, an denen Bio-Bauern ihre Milchprodukte zu fairen Preisen verkaufen können. Dies wird von der Bevölkerung und auch Besuchern super angenommen.

Was soll noch erreicht werden?

Mit der Initiative „Slovenia Green“ möchten wir noch mehr unserer touristischen Partner davon überzeugen, dass eine ökologisch und sozial nachhaltige Strategie auch langfristige wirtschaftliche Vorteile bietet. Auch der Ausbau des öffentlichen Bus- und Bahnnetzes ist ein Thema. Wir wollen aber vor allem mit unserer Begeisterung für die Umwelt anstecken. Wir wollen zeigen, dass ökologisch korrekter Urlaub richtig Spaß machen kann.

Bücher und Links

Marr-Bieger, LoreMarr-Bieger, Lore:
Slowenien.
Michael Müller Verlag, 2008, 264 Seiten, 19,90 Euro

MerianMerian:
Slowenien
Ganske Verlagsgruppe, 121 Seiten,
7,50 Euro

Hickman, LeoHickman, Leo:
Und tschüss! Was wir anrichten, wenn’s uns in die Ferne zieht.
Pendo Verlag, 2008, 419 Seiten, 9,95 Euro

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