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Die Firmen

Weleda

Zur Weleda-Kita (Bild oben): „Wir wollen, dass der Balanceakt zwischen Berufs-, Familien- und Privatleben gelingt.“ Erk Schuchhardt, Weleda

Weleda: in Balance

Die familienfreundliche Unternehmenskultur hat dem Unternehmen mehrere Preise eingebracht. Wichtiger als diese sind der Firma die zufriedenen Mitarbeiter.

Eine Weleda-Kita gibt es in Schwäbisch Gmünd seit zwölf Jahren. Sie orientiert sich an der Waldorfpädagogik Rudolf Steiners und bietet 42 Plätze für Kinder zwischen zwei und sieben Jahren an. Sechs Erzieherinnen arbeiten in zwei Schichten, denn die Kita ist von 7 bis 17 Uhr geöffnet. Eltern, die Elternzeit nehmen wollen, betreut Weleda, sobald sie die Firma über die Schwangerschaft informieren. Fast ein Viertel der über 700 Mitarbeiter in Schwäbisch Gmünd hat individuelle Arbeitszeiten vereinbart, mit denen sich Beruf und Familie unter einen Hut bringen lassen.

Eine preisgekrönte Innovation ist das Generationen-Netzwerk, das ehemalige und derzeitige Mitarbeiter verbindet. Das Netzwerk organisiert generationenübergreifend gegenseitige Hilfsdienste: Zum Beispiel wenn jemand krank wird, Hilfe mit dem neuen PC braucht oder die Kinder nach der Schule noch betreut werden müssen. Seine Familienfreundlichkeit lässt Weleda alle drei Jahre im Rahmen des Audits Beruf & Familie der Hertie-Stiftung überprüfen, Verbesserungsvorschläge inklusive.

Erk Schuchhardt, der Vorsitzende der Geschäftsleitung in Schwäbisch Gmünd, beschreibt das Ziel so: „Wir wollen geeignete Rahmenbedingungen schaffen, damit der Balanceakt zwischen Berufs-, Familien- und Privatleben gelingen kann. Denn ich bin davon überzeugt, dass Mitarbeiter ihr Bestes geben, wenn es ihnen gut geht.“

Voelkel

Streuobstwiesen (Bild unten): „Sie sind kostbares Kulturgut und wertvoller Lebensraum für viele Arten.“ Stefan Voelkel

Voelkel: für Artenvielfalt

Der Öko-Landbau an sich ist schon gut für die Natur. Man kann aber noch mehr unternehmen. Für Safthersteller bieten sich Streuobstwiesenprojekte an. Ein Beispiel.

Schon die Großeltern von Stefan Voelkel verarbeiteten Äpfel und Birnen der Bauern im Wendland zu Saft. Doch immer mehr der alten Obstwiesen wuchsen zu oder wurden in Ackerland umgewandelt. „Streuobstwiesen sind ein kostbares Kulturgut und ein wertvoller Lebensraum für viele Arten“, sagt Stefan Voelkel. Deshalb hat er sie gerettet. 2001 initiierte der Geschäftsführer der Bio-Traditionsmosterei den Bio-Streuobstverein Elbtal e.V. und versprach, das Obst der Mitglieder zu einem fairen Preis zu kaufen und zu pressen. Der Verein motivierte die Wiesenbesitzer, informierte über die ökologischen Vorteile der Wiesen und beschaffte neue Bäume. Zudem erarbeitete er eine Lösung, damit die Mitglieder ihre oft kleinen Obstgärten zu bezahlbaren Preisen bio-zertifizieren lassen konnten.

Viele alte Streuobstwiesen wurden so erhalten oder wieder bewirtschaftet, einige neue angelegt. Heute fahren rund 70 aktive Mitglieder ihre Bio-Streuobsternte im Herbst zu Voelkel, wenige 100 Kilogramm, aber auch mehrere Tonnen. Insgesamt kamen im letzten Jahr 79 Tonnen zusammen. Den Erlös können sich die Lieferanten in Geld oder in Saft auszahlen lassen. Auch touristisch werfen die Streuobstwiesen Ertrag ab. Urlauber können auf einer Route der alten Obstsorten diese kennenlernen und verkosten. Das Erfolgsmodell will Stefan Voelkel jetzt rund um die Stadt Lüneburg wiederholen und hat dort einen Bio-Streuobstverein angestoßen.

Bauck

Reiner von Kamen und Betreute: „Das Nachbarschaftliche ist uns wichtig. Jeder soll von jedem lernen können.“

Bauck: in Gemeinschaft

Hinter dem Hersteller von Getreideprodukten stecken eine große Familie und drei Demeter-Bauernhöfe. Auf einem leben geistig Behinderte in einer Dorfgemeinschaft.

12 Milchkühe, Schweine, Pferde, Hühner, dazu 100 Hektar Ackerland, 60 Hektar Wald und eine Gärtnerei, das macht ordentlich Arbeit. In der Sozialtherapeutischen Gemeinschaft auf dem Bauckhof in Stütensen bei Lüneburg wird ein großer Teil davon von 45 Behinderten erledigt. Sie leben dort mit den Betreuern und deren Familien in einer kleinen Dorfgemeinschaft. Gemeinsam bewirtschaften sie den Hof und teilen auch viel Freizeit miteinander. „Natürlich hat jeder seine Privatsphäre“, sagt Betriebsleiter Reiner von Kamen. „Aber man braucht nur aus der Haustür zu treten und schon ist man wieder in der Gemeinschaft. Dieses Nachbarschaftliche ist uns wichtig, jeder soll von jedem lernen können.“

Schon in den 60er-Jahren hatte die Familie Bauck damit begonnen, Behinderte auf ihren Höfen zu betreuen. 1970 widmete sie den Hof Stütensen ganz diesem Zweck und brachte ihn – wie die anderen Höfe auch – in eine gemeinnützige Stiftung ein. Immer noch arbeitet man in Stütensen viel mit der Hand und setzt Maschinen nur dort ein, wo sie wirklich sinnvoll sind. Auch die Vielfalt von Tieren und Nutzpflanzen wäre rein marktwirtschaftlich unrentabel. Doch auf dem Bauckhof ist die Arbeit mit Pflanzen und Tieren, die permanente Verantwortung und Pflege brauchen, ein Teil der Therapie. Die sinnvollen, einfachen Arbeiten ermöglichen den Menschen mit geistigem Handicap ein lebenswertes und selbstbestimmtes Leben. Außerdem bietet die Landwirtschaft ein Stück Lebensqualität, die das Wohnen auf dem Lande attraktiv macht..

Weiling

In der Finca Girasol (Bild oben): „Von jeder verkauften Bio-Laden-Fair-Banane fließt ein Cent in den Waldorf-Kindergarten. Das hilft.“

Weiling: für Kinder

Bei Produkten aus Entwicklungsländern ist es mit Öko-Landbau alleine nicht getan. Hier muss man auch die sozialen Verhältnisse verbessern. Ein Bi0-Großhändler geht voran.

Kinder lieben Bananen. Besonders auf der Finca Girasol in der Dominikanischen Republik. Denn dort haben die Bananen ihnen einen Kindergarten gebaut. Das passierte so: Die Finca gehört zu Horizontes Organicos. So heißt die Firma, die der Schweizer Demeter-Pionier Cristoph Meier 1994 auf der Karibikinsel gründete. Er und seine Mitarbeiter – denen 40 Prozent der Firma gehören – produzieren Bio-Bananen, die sie auch an den Bio-Großhändler Weiling verkaufen. Bei einem Besuch von Weiling-Geschäftsführer Peter Meyer und Einkäufer Sascha Hinkes entstand 2004 die Idee, einen Waldorf-Kindergarten einzurichten. Von jeder verkauften Bioladen-Fair-Banane sollte ein Cent in das Projekt fließen.

Der Erfolg war so groß, dass der Kindergarten in seinen provisorischen Räumen bald aus allen Nähten platzte und ein eigenes Gebäude brauchte. Das wurde Anfang 2009 fertiggestellt und bietet 48 Kindern Platz. Ein Teil der Geldes wurde in eine Stiftung investiert, so dass der Betrieb langfristig gesichert ist.

Seit 2007 arbeitet Weiling zudem mit der Kinderhilfsorganisation Plan zusammen. Unter anderem mit dem „Bananengeld“ richtet Plan in fünf Gemeinden Zentren zur Betreuung von insgesamt 900 Kindern ein und schult die Eltern von Kleinkindern. In der ecuadorianischen Hafenstadt Guayaquil unterstützt Plan 200 Kinder in einem Armenviertel und fördert deren Ausbildung.

Lebensbaum

Strom durch Windkraft (Bild rechts): „Ressourcen- und Klimaschutz bestimmen unser unternehmerisches Handeln.“ Ulrich Walter, Lebensbaum

Lebensbaum: mehr Öko

Die Firma gehört zu den Pionieren des betrieblichen Umweltschutzes. Ein integriertes System sorgt seit 13 Jahren systematisch für immer mehr Öko im Alltag.

Weil er echten Öko-Strom wollte, entwickelte Lebensbaum-Gründer Ulrich Walter mit den örtlichen Stadtwerken ein Pilotprojekt zur Nutzung regionaler Windkraft. Heute decken die Stadtwerke den kompletten Bedarf des Unternehmens mit Öko-Strom und beliefern mehrere andere Firmen und Privathaushalte. Sie alle zahlen einen Aufschlag auf den Strompreis, der in neue Ökostrom-Anlagen fließt. Um umweltverträglich zu heizen, hat Lebensbaum im vergangenen Jahr eine der leistungsstärksten Erdwärmeanlagen Niedersachsens gebaut. Zudem sind die Produktionshallen weit über den Standard hinaus gedämmt und das Verwaltungsgebäude ist ein Niedrig-energiehaus.

Für die nächsten beiden Jahre will sich das Unternehmen die Bereiche Verpackung und Transport vornehmen. Der 2009 erstmals ermittelte CO2-Fußabdruck zeigt, dass hier noch ein bisschen eingespart werden kann. „Ressourcen- und Klimaschutz bestimmen seit drei Jahrzehnten unser unternehmerisches Handeln“, sagt Firmenchef Walter. Der Umweltschutz hört nicht auf dem Firmengelände auf. Bei der Bewertung der Lieferanten zählen auch deren Maßnahmen. Pluspunkte bekommt, wer wiederaufforstet, regenerative Energie nutzt, Gewässer schützt und die Mitarbeiter in Sachen Umwelt weiterbildet. Seit 1997 lässt Lebensbaum seine Leistungen nach der EG-Ökoaudit-Verordnung überprüfen. Zu den Pflichten gehört es, ein eigenes Umweltmanagement zu unterhalten.

bio verlag

Für die Vikasini Girls (Bild oben): „Wir fördern über die Stiftung Erziehung und Umweltschutz.“ Sabine Kauffmann, bio verlag

bio verlag: wir stiften

Der Verlag, der Schrot&Korn herausgibt, wollte nachhaltig Gutes tun und gründete eine Stiftung. Das Kapital bleibt erhalten. Die Erträge finanzieren sinnvolle Projekte.

Bei den meisten Firmen ist es so: Alle arbeiten, den Überschuss kassieren am Ende die Eigentümer als Gewinn. Gesellschafter und Mitarbeiter des bio verlags, der Schrot&Korn herausgibt, fanden das wenig fair. Deshalb gründeten sie mit nicht ausgeschütteten Gewinnen die Stiftung Natur, Mensch, Kultur. Die fördert nun Bildung, Erziehung und Umweltschutz, vor Ort wie in Entwicklungsländern.

So unterstützt die Stiftung seit Jahren die Vikasini Girls School in einem Slum der südindischen Stadt Hubli. Die Schule unterrichtet 100 Mädchen der untersten Kasten. Das Bildungsangebot durchbricht den Teufelskreis von Analphabetismus und Armut und schafft den Mädchen Chancen für ein selbstbestimmtes Leben.

Im zentralafrikanischen Benin fördert die Stiftung Baumpflanzungen. Zusammen mit dem Verein Pro Benin haben die Einheimischen in den letzten Jahren 167  700 Forst- und Obstbäume gesetzt. Gleichzeitig haben sie mit dem chemiefreien Anbau von Sojabohnen begonnen, um die Bodenfruchtbarkeit zu verbessern. Dem Bund Naturschutz in Aschaffenburg hilft die Stiftung dabei, wertvolle Sandmagerflächen auf einem ehemaligen Militärgelände zu erhalten und die Öffentlichkeit über diesen Naturschatz zu informieren. „Wunderwelt Sand” hieß eine Wanderausstellung, die das Publikum ins Reich des Ameisenlöwen entführte. Insgesamt konnte die Stiftung 2009 zehn Projekte fördern.

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