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Kurztrips. Jetzt geht es los!

„Das Leben ist wie ein Buch, und wer nicht reist, liest nur ein wenig davon“, schrieb Jean Paul (1763-1825). Wie wär’s mit einem Kurztrip, um ein paar neue Seiten zu entdecken? Wir bieten Reisen für Familien, Freundinnen, Soloreisende, Verliebte und mehr. // Ursula Quass

Kurztrips

Viel zu spät“, warnte einst Wilhelm Busch, „begreifen viele die versäumten Lebensziele: Freude, Schönheit der Natur, Gesundheit und Reisen. Darum, Mensch, sei zeitig weise! Höchste Zeit ist’s! Reise, reise!“

Ein Aufruf, dem wir nur zu gerne nachkommen: 76 Prozent aller über 14-jährigen Deutschen haben 2008 mindestens eine Urlaubsreise gemacht, wie aus der von der Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen (FUR) erstellten Reiseanalyse 2009 hervorgeht. Das entspricht 49,9 Millionen Menschen. Liebstes Ziel ist – mit einem Marktanteil von mehr als 30 Prozent – das eigene Land.

Kurzreisen haben sich hierzulande längst als feste Größe am Reisemarkt etabliert, wie Hiltrud Haep, Referentin für Inlands-Marktforschung und Statistik bei der Deutschen Zentrale für Tourismus, beobachtet.

Die Vorteile eines Kurztrips liegen auf der Hand: Wer Feier- und Brückentage geschickt nutzt, belastet nicht einmal sein Urlaubskonto. Das setzt eher eine langfristige Planung voraus, schließlich soll das Wunschquartier zum anvisierten Reisetermin auch frei sein. Eine Kurzreise lässt sich aber auch kurzfristig planen und buchen, was dem „multi-optionalen“ Urlauber von heute entgegenkommt, wie Geschäftsführer Peter Aderhold von der Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen (FUR) es nennt. Heute hätten die Menschen für die kommenden drei Jahre im Schnitt vier Reiseziele und sechs verschiedene Urlaubsformen im Kopf. Je nachdem, wie es gerade passt, lasse sich kurzfristig und flexibel reagieren. Und auch das Loch, das ein Kurztrip in die Kasse reißt, ist überschaubarer als eine richtig lange Reise.

Ein Effekt, der sich auch im Krisenjahr 2009 bemerkbar gemacht hat. Anders als noch 2008, als viele Urlauber die freie Zeit gleich etwas üppiger ausfallen ließen, waren nun wieder eher kurze Unternehmungen mit einer Dauer von ein bis drei Übernachtungen gefragt, wie Dennis Pyka, verantwortlich für den Deutschen Reisemonitor, einer jährlich durchgeführten repräsentativen Befragung unter 24 000 Bundesbürgern, berichtet. „Über die Jahre gesehen schwankt das immer ein bisschen hin und her“, hat er beobachtet. Zudem etabliere sich eine Art „Mittelurlaub“, also Aufenthalte zwischen vier und fünf Übernachtungen.

Ihr Recht aufs Reisen

Meist läuft im Urlaub alles gut. In den Fällen, in denen der Zug verspätet ankommt oder der Koffer in Harare statt in Hamburg landet, hilft die Schlichtungsstelle Mobilität beim Verkehrsclub Deutschland. Voraussetzung: Der Kunde muss sich an das zuständige Verkehrsunternehmen gewendet haben und dort keine oder eine nur unbefriedigende Antwort erhalten haben. www.schlichtungsstelle-mobilitaet.org

Und wohin zieht es nun die Kurzurlauber? Ein Blick in die Typologie der Wünsche, einer vom Burda Community Network erstellten Befragung, bestätigt den Trend der vergangenen Jahre: Städtereisen liegen für den Tapetenwechsel zwischendurch besonders hoch im Kurs: 36 Prozent der Befragten gaben an, sich für einen Trip in eine Metropole entschieden zu haben. Für 13 Prozent waren Ausruhen und Erholen vorrangig, elf Prozent konnte ein Musical-Besuch locken. Sich sportlich betätigen und wandern wollten acht Prozent, fünf Prozent entschieden sich für einen Urlaub mit Wellness-Programm.

Neben der Frage „Wohin?“, spielt natürlich auch eine Rolle, wer mitkommen soll: die Familie? Die beste Freundin? Der Lover? Wir haben unter diesem Aspekt sechs Reisen zusammengestellt – deren Veranstalter alle dem Forum anders reisen angehören, was für nachhaltigen Tourismus steht (siehe Interview zur CSR-Zertifizierung).

Kurzurlaub per Bahn

Zwei Drittel aller Kurzurlauber wählt zur Anreise den Pkw, wie aus der Typologie der Wünsche 2009 hervorgeht. Die Gründe kennt jeder selbst: Flexibilität, Bequemlichkeit. Nur gut jeder Fünfte hat bei seiner in den vergangenen zwölf Monaten getätigten Reise die Bahn genommen. Vielleicht entschieden sich manche anders, würden sie das Angebot von bahnurlaub.de/kurzreisen.php kennen. Einfach mal reinklicken. Zunächst den gewünschten Reisemonat auswählen, dann das Thema. Zum Beispiel Städteerlebnisse, Kunst und Kultur, Musicals, Shopping, Wellness, Geselliges und, und, und …

„So wird Tourismus nachhaltig.“

Rolf Pfeifer, Projektleiter beim „Forum anders reisen“. Sein Thema: Nachhaltigkeit von Reisen messbar machen.

Rolf Pfeifer

Was haben Reiseveranstalter davon, das CSR-Siegel zu erwerben?

Wir geben ihnen ein Werkzeug an die Hand, das die Nachhaltigkeitsleistung konkret mess- und vergleichbar macht. Bewertet wird die gesamte Reise von der An- und Abreise über die Unterkunft bis zu ökonomischen, ökologischen und sozialen Effekten vor Ort. Das zeigt den Unternehmen, wo sie stehen und den Reisenden, welche Leistungen sie erwarten können und wie stark sie die Umwelt belasten. Alle Mitglieder des Verbands Forum anders reisen haben sich verpflichtet, den CSR-Prozess bis Ende 2010 begonnen zu haben.

Wie läuft so eine Zertifizierung ab?

Im Nachhaltigkeitsbericht, den die Unternehmen nach entsprechenden Schulungen erstellen, werden zehn Kernindikatoren wie etwa CO2-Emissionen pro Reisegast ausgewiesen. Ist der Bericht erstellt, prüft ein Gutachter die Angaben. Und dann bekommt der Veranstalter das Siegel oder eben nicht.

Die mit dem CSR-Siegel ausgezeichneten Veranstalter arbeiten dann also besonders nachhaltig?

In vielen Punkten sind sie bereits sehr gut. Anhand des Berichts wird sehr schnell klar, wo Schwachstellen bestehen und wo sie gut abschneiden. Die Firmen müssen gleichzeitig Maßnahmen definieren, durch die sie ihre Nachhaltigkeitsleis-tungen noch verbessern. Wir müssen die Firmen mitnehmen, wo sie gerade stehen, und langsam nach vorne gehen.

Und wer überprüft, dass tatsächlich etwas besser wird?

Die erste Zertifizierung gilt zwei Jahre, alle weiteren drei Jahre. Und dann schauen wir genau, was wurde getan und was will ein Unternehmen nun verbessern. Sollte sich herausstellen, da wird nur ein Image produziert, ist das Siegel ganz schnell wieder weg. Was genau verbessert werden soll, hängt immer vom jeweiligen Unternehmen ab.

Bio-Essen gibt’s nicht überall. Wird sich da etwas ändern?

Bio-Essen in Deutschland ist sicher ein vorrangiges Ziel. Hierzulande gibt es mittlerweile an jeder Ecke Bio-Lebensmittel. Da werden wir die Anbieter sicher konfrontieren. Aber wir werden nicht verlangen, dass alles 100 Prozent bio ist. Das würde die Veranstalter derzeit überlasten.

Bücher, Veranstalter, Inititativen

Besser reisen
Verbraucher-Initiative: Bewusst verreisen.Verbraucher-Initiative: Bewusst verreisen.
2006, 24 Seiten, 2,50 Euro.
unter www.verbraucher.com

Tourismus und Klima
Institut für Integrativen Tourismus und Entwicklung: Tourismusentwicklung im KlimawandelInstitut für Integrativen Tourismus und Entwicklung: Tourismusentwicklung im Klimawandel.
E-Publikation, 2009,
Gratis-Download unter http://www.respect.at

www.biohotels.de
Portal für die Präsentation ver-schiedener, ökologisch einwandfreier und „gesunder“ Unterkünfte in Deutschland.

www.biohotels.info
Die Bio-Hotels haben eine Vision. Sie wollen eine intakte Landschaft anbieten – in einer schönen Umwelt, mit sauberem Wasser und guter Luft. Besucher sollen etwas Besonderes erleben können und viel Spaß haben.

www.forumandersreisen.de
Das Forum anders reisen e.V. ist ein Zusammenschluss von etwa 150 Reiseveranstaltern, die sich dem nachhaltigen Tourismus verpflichtet haben. „Unser Name steht für Reiseerlebnisse, die sich am Menschen und an der Umwelt orientieren. Wir nutzen Ressourcen vor Ort sorgsam und gezielt, begegnen fremden Kulturen mit Respekt. Gemeinsam stellen wir uns der Verantwortung für wirtschaftliche und soziale Entwicklung hier und in den Reiseländern.“

www.vertraeglich-reisen.de
Magazin für Reisen und Umwelt; erscheint einmal pro Jahr in einer Auflage von 215 000 Exemplaren. Verträglich Reisen „gibt Tipps für klimaschonenden Urlaub mit hohem Erlebniswert“.

www.viabono.de
Viabono ist eine Dachmarke von Tourismusanbietern, die mit natürlichem Genuss in Deutschland werben. Viabono steht in ihrem Markenkern insbesondere „für mehr Qualität zum Beispiel durch kulinarische und kulturelle Vielfalt, mehr Erholung und Erlebnis z.B. durch entspannende Wellnessangebote oder unverfälschte Naturerlebnisse, mehr Gesundheit für Leib und Seele.“

www.zukunft-reisen.de
Sie suchen Angebote, bei denen nicht nur die Qualität stimmt, sondern auch Umwelt- und Sozialverträglichkeit großgeschrieben werden? Dann sind Sie hier richtig! Diese Webseite ist ein Portal „für Reisende und Urlauber, die sich über verträgliche Formen des Reisens informieren wollen.“

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