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Moderne Technik - traditionelle Pflanzenfarben

Christine Herntier ist Geschäftsführerin der Spremberger Tuche GmbH. Das Unternehmen färbt mit Pflanzenfarben.
www.lebens-stoffe.de

Christine HerntierSie färben als einzige Firma in Europa Stoffe im industriellen Maßstab mit Pflanzenfarben. Wann kamen Sie erstmals mit diesen Farben in Berührung?

Mitte der 90er-Jahre fragte die Landwirtschaftliche Versuchsanstalt bei uns an. Sie wollte zusammen mit Landwirten aus der Region den Anbau von Färberpflanzen wieder beleben. Der hatte hier Tradition, bis Ende des 19. Jahrhunderts der Siegeszug der synthetischen Farbstoffe begann.

Was machte die Wiederbelebung so schwierig?

Wir hatten von Anfang an den Anspruch, industriell zu färben, also mit Maschinen und nicht im Bottich. Die Färbe-ergebnisse müssen reproduzierbar sein und den heutigen Qualitätsansprüchen genügen. Sie dürfen zum Beispiel an der Sonne und in der Waschmaschine nicht ausbleichen. Vor allem müssen sie farb- und lichtecht sein. Wir schaffen das, indem wir aus den regional angebauten Färberpflanzen standardisierte Extrakte herstellen lassen und daraus über 100 verschiedene Farbtöne mischen.

Was war für Ihre Firma die größte Herausforderung?

Vor dieser stehen wir jetzt. Wir haben zusammen mit deutschen Spinnereien und Webereien eine Kollektion pflanzengefärbter Naturstoffe, überwiegend aus biologischem Landbau, hergestellt. Wir nennen sie Lebens-Stoffe. Für die müssen wir jetzt einen Markt finden. Das ist gar nicht so einfach, denn diese Stoffe haben ihren Preis.

Wer sind Ihre Abnehmer?

Wir arbeiten mit Hess Natur zusammen, gehen aber auch auf hochwertige konventionelle Konfektionäre zu, die für die Kleidung ihrer Kunden etwas Einzigartiges suchen. Das ist nicht einfach, denn die kaufen sonst nur in Italien ein.

Kommentare

Kommentar­bild via Gravatar
Katrin Breckheimer
Ich färbe selber seit über 20 Jahreb nit Pflanzenfarben, allerdings in kleinem Rahmen, d.h in "Bottichen".

Leider wird in dem Artikel/Interview überhaupt nicht auf die Farbstoffe und vor allem die nötigen chemischen Zusatzstoffe eingegangen, die für eine Dauerhafte,Waschmaschinenechte Färbung nötig sind, vor allem bei nicht tierischen Fasern.

Pflanzengefärbte Textilien sind nicht zwangsläufig umweltverträglicher als shyntetisch gefärbte.

Hier wird mir zu wenig differenziert.

Leider gibt es unzählige Rezepturen für Pflanzenfärberei, die völlig unbedarft hochgiftige Beizmittel angeben, die hochgradig giftig und Krebserregend sind.

Gerade das Beispiel mit Blauholzextrakt finde ich sehr bedenklich

szmtag