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spezial: 50 plus. Alles klar. - Gehirnforschung

Lasst Synapsen sprießen!

Das Hirn wächst lebenslang. Zumindest was die Brücken zwischen den Neuronen, so genannte Synapsen, angeht. Allerdings, so meinen US-Forscher, müssen sie dazu angeregt werden.

Die Natur ist verschwenderisch. Das Gehirn eines Kindes zum Beispiel besteht aus bis zu 100 Milliarden Neuronen. So viele brauchen wir gar nicht. Deshalb ist es nicht mehr als „ökonomisch“, wenn ein Teil davon im Laufe des Lebens abstirbt. Dass dieser Verlust ohne Bedeutung ist, haben amerikanische und schwedische Forscher um Fred Gage vom Salk Institut in Kalifornien schon in den 90er Jahren entdeckt. Auch haben sie beobachtet, dass neue Neuronen wachsen, wenn Menschen lernen, auch wenn der Prozess mühsamer ist und länger dauert als im Kindesalter. Noch streiten sich die Wissenschaftler weltweit, ob tatsächlich alle Teile des Hirns expandieren können, das zeigen ganz neue Studien, unter anderem von Lawrence C. Katz von der Duke University, North Carolina: Auf die Menge der Neuronen kommt es weit weniger an als auf die Kontaktärmchen, über die die verbleibenden Neuronen miteinander kommunizieren: die so genannten Synapsen. Diese Synapsen ermöglichen es uns erst, einen singulären Eindruck, eine singuläre Erfahrung mit allen anderen in Verbindung zu bringen. Mit einem Wort: Sie ermöglichen es uns, zu verstehen und zu lernen. Synapsen aber sprießen in jedem Alter – vorausgesetzt, sie werden dazu angeregt.

Und doch kommt das Vorurteil, dass mit dem Alter auch die geistige Beweglichkeit abnimmt, nicht von ungefähr. Das Gehirn weist tatsächlich eine fatale Eigenschaft auf: Es nutzt vorzugsweise schon vorhandene Synapsen, denkt also in eingefahrenen Geleisen. Wie der Strom, der den Weg des geringsten Widerstands geht. Das betrifft übrigens auch schon junge Leute, nur nimmt die Tendenz mit dem Alter zu. Was nicht ins Gefüge passt, wird als Stress angesehen und abgelehnt. Wer da nicht bewusst gegensteuert, neugierig und aufmerksam bleibt, dessen Denkapparat rastet ein. „Alles schon mal da gewesen!“, sagt dann der Senior. Weswegen der Junior ihm mit einem gewissen Recht „Schubladen-Denken“ vorwirft. Besonders prekär wird diese Tendenz am Arbeitsplatz. Wer in Routine erstarrt, statt die Herausforderungen anzunehmen, wird belächelt, ausgegrenzt, vorzeitig entlassen.

Die einzige Lösung:

Lernen wollen. Das Moderne nicht meiden, sondern suchen. Die Routine durchbrechen, Herausforderungen nicht als „Stress“ begreifen, sondern positiv annehmen. Katz empfiehlt „Brainobics“, Übungen, die alle Sinne trainieren, um das Gehirn möglichst allseitig zu entwickeln (siehe Literaturliste).

Kommentare

Kommentar­bild via Gravatar
Renate Servus
Dieser Artikel soll Mut machen immer wieder neue Herausforderungen -besonders im Alter anzugehen. Auch mit kleinen Schritten auf ein Ziel zugehen gibt eine unheimliche Befriedigung.
Thomas Buske
Und wie ernähre ich das Gehirn? Allein mit denken und trainieren ist es nicht getan. Es gilt auch hier wie für den gesamten Körper: Bewegung, frische Luft , eine ausgewogene Ernährung und poitives Denken und die Seele und der Geist fühlt sich wohl.

szmtag