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20 Jahre Schrot&Korn - Die Bio-geschichte(n)

100 Prozent Bio zu fairen Preisen

Bio-Lebensmittel gibt es inzwischen in Discountern, Drogerie- und Supermärkten. Doch der Fachhandel wächst weiter. Weil er mehr zu bieten hat als ein kleines Bio-Regal.

BioLäden haben viele Gesichter. Zum Beispiel der 600 Quadratmeter große Bio-Supermarkt. Hier steht alles im Regal, was die Bio-Welt zu bieten hat. 10.000 Produkte, großzügig sortiert, riesige Käsetheke mit frischen Antipasti. Und erst das Weinregal … Es gibt aber auch viele kleine Läden. Erstaunlich, wie viel Verschiedenes auf 50 Quadratmetern Platz hat, sogar ein Schaukelpferd für die Kleinen. Die Chefin kennt ihre Stammkunden und steckt ihnen am Samstag vor Ladenschluss noch das überzählige Gemüse zu.

Deutschlands ältester Bioladen ist das Schwarzbrot in Hamburg. 1972 gegründet als „Laden für makrobiotische Lebensmittel, Tee und internationale libertäre Zeitschriften“. Es folgen Peace Food in Westberlin, das Makrohaus in Münster, La Tierra in München. Die Warenbeschaffung für die ersten Läden ist abenteuerlich, Bio-Gemüse und Getreide werden gehandelt wie Gold, denn in Deutschland werden nur wenige tausend Hektar Fläche ökologisch bewirtschaftet. Viele Produkte müssen die Läden aus Belgien oder England importieren.

Der Laden als Szene-Treff

Die Szene wächst schnell. 1980 sind es rund 300 Läden. Sie verkaufen Bio-Lebensmittel, Makrobiotisches, aber auch Räucherstäbchen oder Hemden aus Afghanistan. Die Läden sind Postadressen für zahllose Initiativen, die sich dort treffen. Die Öko-Bewegung boomt und mit ihr die Naturkostgeschäfte. 1983 kommen Die Grünen in den Bundestag und die Bio-Branche trifft sich zum FKK, zum Frankfurter Körner Kongress. Die erste Müsli-Messe zieht 55 Aussteller und 2.000 Fachbesucher an. 1985 gibt es bereits 1.200 bis 1.500 Naturkostläden, kaum einer von ihnen größer als 100 Quadratmeter.

Plötzlich ist Stillstand. Manche Läden kommen in finanzielle Schwierigkeiten, 80 hören 1985 auf. Gleichzeitig bieten die ersten Supermärkte - angelockt vom bisherigen Wachstum - ebenfalls Vollwertbrot und Vollkornnudeln an. Bei den Verbrauchern steigt die Unsicherheit, was nun tatsächlich „Bio“ ist. Doch die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl 1986 führt zu einem neuen Run auf die Bioläden. Sie gelten als glaubwürdig, ihre Lebensmittel als sicher.

Langsamer Wandel

In den folgenden Jahren wandeln sich die Bioläden. Sie werden größer, lichter, professioneller. Auch das Angebot wächst. Frische Milch, viel Obst und Gemüse, Kühltheken mit Käse, ja manchmal sogar mit Fleisch, kommen zu dem bis dahin üblichen Sortiment an Müsli, Aufstrichen und Körnern. Mit Hauswurfsendungen, Großplakaten und Rundfunkspots werben die neuen Märkte für sich. Die erste deutsche BSE-Kuh im Dezember 2000 lässt die Umsätze explodieren.

Inzwischen gibt es rund 2.700 Bioläden in Deutschland. Alle führen sie ein Sortiment, das komplett aus Bio-Produkten besteht. Das unterscheidet sie von Reformhäusern und Supermärkten. Doch der Wettbewerb untereinander, aber auch mit Bio bei Discountern, nimmt zu. Gülsen Gönenz stört das nicht. Sie will 33 Jahre Erfolgsgeschichte fortsetzen und hat in diesem Sommer Schwarzbrot in Hamburg übernommen, nachdem sie das Geschäft schon in den 90er-Jahren führte. Sie kennt die Stärken der Bioläden: Beratung, Kundenkontakt und viel Bio aus der Region. Nicht billig, sondern seinen Preis wert.

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