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Welches Yoga passt zu mir?

Yoga (© clipdealer/pedrovieira68)
(© clipdealer/pedrovieira68)

ENTSPANNUNG Sie möchten gerne mit Yoga beginnen und wissen nicht, welcher Stil für Sie der richtige wäre? Wir stellen die Wichtigsten vor. // Britta Rohr

1 Hatha Yoga

Hatha Yoga ist eine Bezeichnung, unter der die meisten Yogakurse angeboten werden. Es ist ein Oberbegriff für all diejenigen Yogatraditionen, die sich von der rein spirituellen Auseinandersetzung mit Yoga (zum Beispiel Bhakti Yoga) abgrenzen. Neben den Körperübungen – den Asanas – gehören auch Atemübungen und Meditationseinheiten zu den klassischen Hatha Yoga-Kursen. Sie sind eher sanft und umfassen das gesamte Spektrum des Yogas. Das Ziel dabei ist, die eigene Körperwahrnehmung zu verbessern, den Geist zu beruhigen und die Atmung zu vertiefen. Die Anforderungen an die Teilnehmer variieren je nach Kurs.

Om (© clipdealer/123RF)2 Jivamukti Yoga

Jivamukti Yoga ist ein Stil, der in den 1980er-Jahren in Amerika entstanden ist und auch hierzulande mittlerweile ein Trend geworden ist. Der Genuss der Yogapraxis soll im Vordergrund stehen. Deshalb wird hierbei viel mit Musik, Licht und Atmosphäre gearbeitet. Ein wichtiges Merkmal ist die nahezu tänzerische Ausübung der Asanas sowie die Kombination von Elementen der verschiedensten Yogastile. Jivamukti Yoga richtet sich besonders an fitnessorientierte Menschen, die beweglich sind und ein forderndes, erlebnisreiches Yoga auch mit spirituellen Elementen und viel Abwechslung wünschen.

3 Viniyoga

Viniyoga ist eine sanfte Form des Hatha Yogas. Es passt sich gut an Tagesform und Verfassung der Übenden an und ist somit auch für Anfänger oder weniger bewegliche Menschen geeignet. Beim Viniyoga werden fließende Bewegungen in Verbindung mit der Atmung geübt. Bei körperlichen Einschränkungen, etwa in den Knien und im Rücken, werden meist Ausweichübungen angeboten und es stehen Hilfsmittel zur Verfügung. Die Wiederholungen der Bewegungsabläufe
und das Verlängern des Atems können meditativ wirken.

4 Power Yoga

Power Yoga ist, wie der Name es schon vermuten lässt, ein sehr fordernder Yogastil. Diese Yogarichtung wird oft in Fitnessstudios angeboten und richtet sich an Menschen mit Ausdauer, die kraftvolle Übungen und Herausforderung in Form von intensiver Dehnung suchen.

5 Kundalini Yoga

Kundalini Yoga wird nicht dem Hatha Yoga zugerechnet, da es einen eigenständigen spirituellen Weg darstellt. Hier wird viel mit der Wiederholung von Übungsabfolgen in Kombination mit dem Feueratem geübt, einer schnellen stoßweisen Atmung durch die Nase. Es werden Mantras, Verse aus traditionellen Schriften, rezitiert und Übungen durch Musik begleitet. Im Kundalini Yoga gibt es leichte Übungen. Die anspruchsvolle Atmung macht es aber zu einem durchaus
kraftvollen Übungsweg, der körperlich und geistig fordernd ist und bei dem es um das Erfahren und Überwinden der eigenen Grenzen geht. Wer also keine Grenzerfahrungen sucht, wird mit anderen Stilen wohl glücklicher.

6 Vinyasa Yoga

Vinyasa Yoga arbeitet ähnlich wie Viniyoga mit fließenden Bewegungsabläufen im Atemrhythmus. Sie beinhalten auch die klassischen Sonnengrüße und richten sich eher an bewegliche Menschen, die gerne im „Flow“ praktizieren. Anders als bei statischen Yogastilen werden die Asanas bei Viniyoga und Vinyasa Yoga nur selten für mehrere Atemzüge gehalten.
Das dynamische Praktizieren soll verhindern, dass es aufgrund von falsch eingenommenen Haltungen zu Verspannungen kommt. Mit jedem Atemzug kann eine Haltung wieder neu eingenommen und so auch der Geist von unnötigem Ballast befreit werden.

7 Ashtanga Yoga

Ashtanga Yoga ist genau richtig für sehr bewegliche, kraftvolle und aktive Menschen, die auch gerne mal ins Schwitzen geraten. Hier wird eine feste Abfolge von Asanas, eine sogenannte Serie praktiziert. Jede einzelne Haltung wird für fünf
tiefe Atemzüge gehalten. Da in jeder Stunde die gleiche Abfolge geübt wird, können die Teilnehmer schnell erkennen, ob sie „Fortschritte“ in Bezug auf ihre Dehnfähigkeit und die Vertiefung des Atems in den Haltungen machen. Die fließenden Abläufe gehen nach einer gewissen Zeit in Fleisch und Blut über. So wird ein meditativer Zustand in der Bewegung möglich.

Yoga Blüte (clipdealer/123RF)8 Sivananda Yoga

Sivananda Yoga ist eine Form des Hatha Yoga, benannt nach dem indischen Arzt Swami Sivananda. Hier erwartet die
Praktizierenden eine relativ fest aufeinander abgestimmte Abfolge von Körper- und Atemübungen. Die Stunde beginnt meist mit Atemübungen und mehreren Sonnengrüßen. Die unterschiedlichen Asanas werden dann jeweils für eine längere Dauer gehalten, um ein tiefes Erspüren zu ermöglichen. Auch der Kopf- und Schulterstand gehören zur Standard-Sivananda-Reihe. Ungeübte und Menschen mit Rückenbeschwerden oder Empfindlichkeiten in der Halswirbelsäule sollten gerade bei diesen Übungen sehr vorsichtig sein.

9 Hot Yoga

Hot Yoga, auch Bikram Yoga genannt, ist so richtig schweißtreibend. In einem auf knapp 40 Grad aufgeheizten Raum soll die Beweglichkeit und Dehnfähigkeit des Körpers gefördert und der Körper zur Entgiftung angeregt werden. Dabei werden jede Menge Kalorien verbrannt und das Herz-Kreislauf-System ordentlich angekurbelt.

 

Britta Rohr (© Martina Pump)Unsere Autorin Britta Rohr ist selbst zertifizierte Yogalehrerin (BDY/EYU) und lebt am Niederrhein. In ihrem Unterricht legt sie Wert darauf, ihren Teilnehmern individuelle Atem- und Körperwahrnehmung zu ermöglichen. www.yoga-mit-leichtigkeit.de.

(© Martina Pump)

Yogamatte (© clipdealer)

 

Wie Sie den passenden Stil finden

Yoga ist ein Erfahrungsweg, den jeder auf seine Weise geht. Um den passenden Stil für sich zu finden, sollte man sich Zeit nehmen und sich unterschiedliche Kurse anschauen. So sollte etwa die Anfangszeit des Yogakurses gut überlegt sein. Stellen Sie sicher, dass Sie sich nicht abhetzen müssen und hören Sie auf Ihr Bauchgefühl. Die Lehrkraft sollte nicht zuletzt eine fundierte Ausbildung haben, etwa nach den Richtlinien des Berufsverbandes der Yogalehrenden in Deutschland (BDY). Und sollte Ihnen etwas nicht zusagen – scheuen Sie sich nicht, auch mal den Lehrer zu wechseln.

(© clipdealer)

Erschienen in Ausgabe 06/2017

Kommentare

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Vielen Dank für die Übersicht der hierzulande gängigsten Yogastile. Es war sicherlich nicht einfach, die Unterschiede auf solch begrenztem Raum auszuarbeiten. Dennoch habe ich eine Anmerkung: Beim Ashtanga Yoga ist es nicht wichtig, sehr beweglich, kraftvoll oder aktiv zu sein. Diese Eigenschaften ENTWICKELN sich natürlicherweise beim Voranschreiten der Praxis. Jemand, der seine Knie nicht mit den Händen berühren kann ist also ebenso willkommen wie jemand, der die Beine hinterm Kopf verschränken kann. Das Besondere an diesem Yogastil ist, dass jede/r im eigenen Tempo üben und somit auch individuell betreut werden kann. Das Wichtigste dabei ist - und das haben sicherlich die beschriebenen Yogastile gemein - das Spüren und Erkennen seines inneren Kerns. Dabei ist die Matte ein Spiegel, der einem jeden Tag von Neuem reflektiert, wo man heute (innerlich) steht.

Herzliche Grüße aus Bielefeld!

Ich möchte gerne noch Yin Yoga hier ergänzen. Dabei bleibt man für längere Zeit in einem Asana und konzentriert sich besonders auf seine Atmung. Für mich ist es eine tolle Ergänzung zu meinem regulären Fitness-Training, da ich beim Yin Yoga mehr den Fokus auf Entspannung uns Selbstwahrnehmung als auf Fitness lege.

Ergänzen möchte ich das Naam Yoga, bei dem neben Atmung, Entspannung, Cardio und Gebet ein großer Schwerpunkt auf das Singen von Mantren gesetzt wird.
Eine echte Wohltat für Körper, Geist und Seele.
Weitere Informationen sind zu finden unter www.naamyoga.de
Ich kann behaupten, dass Naam Yoga mein Leben sehr positiv verändert hat.