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Von Kopf bis Fuß eingeseift

Naturseife (© plainpicture/ponton/Mina Chapman)
(© plainpicture/ponton/Mina Chapman)

KOSMETIK Naturseife kann mehr als nur die Hände reinigen. Mit dem richtigen Stück lassen sich Haut und Haare pflegen. // Steffi Schmitz

Was wäre Seife ohne ihren einzigartigen Duft? Gut, es gibt Puristen und Allergiker, die keine ätherischen Öle mögen. Aber gerade sie machen das Einseifen doch zu einem sinnlichen Erlebnis. Je nach Bedarf kann der zarte Schaum nach beruhigendem Lavendel, frischen Zitrusfrüchten oder ausgleichender Rose duften und damit über unsere Nase direkt auf unser Befinden einwirken. Wenn es kälter wird, sorgt zum Beispiel Vanille für ein Gefühl wohliger Geborgenheit. Obendrein wirken die ätherischen Öle im Seifenstück auch als natürliches Konservierungsmittel.

Eine zertifizierte Naturkosmetikseife basiert meistens auf Oliven-, Palm- oder Kokosöl. Auf tierische Fette wie Rindertalg wird genauso verzichtet wie auf den Zusatz chemischer Tenside, Weichmacher oder Farbstoffe. Seife als reines Naturprodukt braucht das alles nicht. Allein das in ihr enthaltene Glycerin ist einer der effektivsten natürlichen Feuchthaltefaktoren. Meistens werden noch reichhaltiges Jojoba- oder Avocadoöl bzw. Shea- oder Kakaobutter für eine noch bessere Rückfettung der Haut zugesetzt.

Wer nicht gerade sehr trockene, empfindliche Haut hat, kann sich von Kopf bis Fuß einseifen – auch die Haare. Echte Seife hat zwar immer einen basischen ph-Wert zwischen 9 und 10. Doch gesunde (Kopf-)Haut gleicht das locker aus, der Säureschutzmantel bleibt intakt. Manch künstlich hergestelltes Waschprodukt mit einem auf 5,5 getrimmten hautneutralen ph-Wert wird wegen seiner vielen Zusätze oft viel schlechter vertragen.

Im Naturkosmetikregal gibt es auch spezielle Seifenstücke, die sich besonders für die Reinigung von Gesicht und Haaren eignen. Wer zu Pickeln und Unreinheiten neigt, greift für die Gesichtspflege am besten zu einer Seife mit Teebaumöl oder Tonerde, auch die klassische Aleppo-Seife aus Oliven- und Lorbeeröl soll gegen Hautirritationen helfen. Wenn die Haut sehr trocken und empfindlich ist, braucht sie eine Extraportion an ungesättigten Fettsäuren, zum Beispiel durch Sheabutter oder Bienenwachs. Zusätze von Kräutern oder Blüten können die Pflegewirkung noch unterstützen. Robustere Hauttypen dürfen eine Peeling-Seife ausprobieren, in der Meersalz, Mohn oder feingemahlene Argankerne stecken. 

Und auch die Haare mögen feinporigen Seifenschaum. Produkte mit Schafmilch zum Beispiel erhöhen die Kämmbarkeit des Haares. Rosmarinöl sorgt für eine gut durchblutete Kopfhaut, die das Haar so besser mit Nährstoffen versorgen kann. Seife mit dem Bestandteil Wascherde Rhassoul befreit die Haare von überschüssigem Fett und trockene Spitzen wäscht man am besten mit einer Seife, die wertvolle Öle z.B. aus Sesamsamen enthält.

Zertifizierte Naturkosmetik

Wie Sie echte Naturseife erkennen

  • Neben den zertifizierten Naturkosmetik-Herstellern vermarkten viele weitere Anbieter ihre Seifen als natürlich. Bei einigen ist Vorsicht geboten: Da wird zum Teil mit dem Etikett „handgemacht“ oder „100 Prozent natürlich“ geworben, obwohl die Produkte industriell gefertigt sind oder synthetische Inhaltsstoffe enthalten.
  • Das Problem: Naturkosmetik ist bis heute nicht gesetzlich geschützt. Wenn „natürlich“ drauf steht, muss das nicht unbedingt stimmen. Orientierung beim Einkauf bieten etablierte Labels für zertifizierte Naturkosmetik wie BDIH, Natrue oder Ecocert. Eine Übersicht finden Sie online unter: www.schrotundkorn.de/kosmetiklabel
Erschienen in Ausgabe 11/2016

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