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Keine Chance für Akne

Akne durch falsche Kosmetik?

Der amerikanische Hautspezialist Albert Kligmann stellte 1972 fest, dass einige weit verbreitete Zutaten von Kosmetika am Kaninchenohr Mitesser verursachen. Vaseline, Polyethylenglykol, Isopropylmyristat oder Farbstoffe wie Xanthin und Azoaniline stehen zum Beispiel auf der Pickelliste. Daneben gibt es Stoffe wie Natriumlaurylsulfat, die wegen ihrer hautreizenden Wirkung Akne verschlimmern können. Manche Hersteller haben diese Stoffe bewusst aus ihrer Zutatenliste verbannt, das fertige Produkt zusätzlich auch am Menschen getestet und bringen es mit dem Aufdruck "nicht komedogen" auf den Markt. Die Bezeichnung ist gesetzlich nicht geschützt und wird auch nicht extern kontrolliert. Ein Teil der Branche lehnt dieses Vorgehen ab und bezweifelt, dass häufig eingesetzte und im Tierversuch komedogene Zutaten bei Menschen dieselbe Wirkung haben.

Für Naturkosmetika kommen die meisten dieser Stoffe aus Gründen der allgemeinen Hautgesundheit ohnehin nicht in Frage. Doch auch einige der eingesetzten Pflanzenöle gelten als komedogen. Für Hans-Joachim Strüh, Chemiker beim Heilmittelhersteller Wala, steht die Einordnung wissenschaftlich gesehen auf sehr wackligen Füßen. "Es gibt für einzelne Stoffe, etwa Olivenöl, in den einschlägigen schwarzen Listen verschiedene Ergebnisse, von gar nicht bis sehr komedogen." Zudem seien Tierversuche nur sehr eingeschränkt auf den Menschen übertragbar. "Man kann nicht den Schluss ziehen, dass eine Substanz, die am Kaninchenohr viele Mitesser auslöst, dies auch beim Menschen tut." Als Beispiel nennt Strüh das Mandelöl, das in der Naturkosmetik in vielen Bereichen und mit guten Erfahrungen eingesetzt wird. Sein Fazit: "Die Auslobung 'nicht komedogen' ist eine windige Angelegenheit, die wir nicht einsetzen." Rainer Plum verweist darauf, dass bei Tautropfen kein industriell hergestelltes und womöglich verunreinigtes Mandelöl verwendet wird, wie es wohl bei den Tests der Fall war, sondern Öl aus kalt gepressten kbA-Speisemandeln.

Wichtigster Tip: Finger weg von den Mitessern!

Viele Betroffene drücken ihre Mitesser einfach mit den Fingernägeln aus. Doch Vorsicht: Dabei wird leicht die Haut beschädigt, und es kann erst recht zu starken Entzündungen kommen, die dann als Narben enden. Sinnvoller ist es, von Zeit zu Zeit eine Kosmetikerin aufzusuchen, die Mitesser und Pickel mit speziellen Nadeln beseitigt.


Leo Frühschütz

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