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Gefahr durch unterschiedliche Zahnlegierungen

Elektrosmog im Mund?

Amalgam ist schon lange in Verruf. Doch auch andere Metalle in Mund sind nach neuen Untersuchungen eine Gefahr, sogar das vielgespriesene Gold. Denn sobald unterschiedliche Legierungen als Füllung oder Zahnersatz zusammenkommen, treten elektrische Phänomene auf, die die Gesundheit beeinträchtigen können.

Viele Menschen tragen ein kleines Elektrizitätswerk im Körper, ohne es zu wissen. Ursache dafür sind Füllungen, Kronen, Brücken und Zahnprothesen aus unterschiedlichen Metallen, die zu elektrischen Phänomenen im Munde führen können. Man unterscheidet dabei grundsätzlich drei verschiedene Mechanismen, die jedoch immer kombiniert vorkommen: den Batterie-Effekt, den Spannungsfeld-Effekt und den Verstärker-Effekt.

Zahnmetalle als Mundbatterie

Nach dem Prinzip der einfachen Batterie eines Bimetall-Akkus fließt in einer Flüssigkeit, dem Elektrolyt, zwischen zwei Elektroden aus unterschiedlichen Metallen ein Strom von der unedleren zur edleren Elektrode. Mit diesem Strom lösen sich Ionen aus dem unedleren Metall, wandern zum Edelmetall und lagern sich dort an.

Im Mund finden sich mindestens zwei parallel geschaltete Elektrolyte: der Speichel und die Gewebsflüssigkeit in der Mundschleimhaut und in den feinen Kanälchen des Zahnbeins. Mit beiden kommen Füllungen, Kronen und Prothesen in Kontakt, das bedeutet: Speichel und Gewebsflüssigkeit werden von Metallionen durchwandert.

Verstärkt wird dieser Effekt, wenn mehr als zwei verschiedene Metalle im Mund vorhanden sind. Das ist häufig der Fall. Wir finden Füllungen aus Amalgam neben Goldkronen und Stahlprothesen, Titanstifte unter Platinkronen, Edelmetallbrücken auf Implantaten, ja selbst Amalgamfüllungen unter Edelmetallkronen - alles ist medizinisch erlaubt und daher gang und gäbe. Es gibt Patienten - besonders häufig aus Osteuropa eingewandert - mit mehr als zehn verschiedenen Legierungen im Mund.

Je öfter ein Patient mit Füllungen, Kronen und Prothesen aus Metall versorgt werden muß, um so stärker wirkt diese "Mundbatterie". Sämtliche Einzelbestandteile aus diesen Materialien können herausgelöst werden. Die Füllung oder Krone korrodiert. So findet man in alten Amalgamfüllungen kaum noch Quecksilber, weil es mit dem Ionenstrom in den Organismus gewandert ist.

Und die Folgen? Zunächst werden die feinsten im Speichel gelösten Metallteilchen geschluckt, über die Verdauungswege aufgenommen und teilweise wieder ausgeschieden. Die schädigende Auswirkung von verschlucktem Quecksilber auf die Darmflora ist bekannt, die dadurch verringerte Wirksamkeit von Antibiotika wird derzeit diskutiert.

Das Quecksilber aus Füllungen verdampft schon bei Mundtemperaturen und wird über die Atemwege aufgenommen oder gelangt über die im Mund befindlichen Nerven direkt ins Gehirn. Noch schwerer wiegt die Tatsache, daß die Gewebsflüssigkeit vom Ionenstrom durchwandert wird. So gelangen Schwermetalle wie Quecksilber und Palladium zunächst in das der Krone oder Füllung benachbarte Zahnfleisch, wie wissenschaftliche Untersuchungen der Universität Basel belegen.

Darüber hinaus durchwandern die Metallionen das gesamte Bindegewebe des Körpers und erreichen somit jede Stelle im Organismus. Da das Bindegewebe mit sämtlichen Zellen unseres Körpers in Verbindung steht, laufen hier die Basisregulation und die Steuerung aller vegetativen Vorgänge ab. Über dieses Gewebe mit seiner Gewebsflüssigkeit kommunizieren alle Körperzellen untereinander. Befinden sich hier Schwermetalle, wird die Regulation lebenswichtiger Vorgänge beeinträchtigt - und das um so stärker, je mehr Metallteilchen abgelagert sind.Quecksilber lagert sich besonders gern in Gehirn, Rückenmark und Nerven ab. Das ist fatal. Denn derartige Metalldepots an diesen zentralen Schalt- und Steuerzentren des Körpers sind therapeutisch nur sehr schwer oder gar nicht mehr zu entfernen. Depots in Leber oder Niere lassen sich leichter eliminieren.

Spannungsfeld Gebiß

Nicht allein der Ionenstrom belastet den Organismus. Zwischen den verschiedenen Metallen im Mund bauen sich auch elektrische Felder auf, die Mundschleimhaut und Kieferknochen aufladen und - aufgrund der Nähe zum Gehirn - das Zentralnervensystem irritieren können.

Wie die Neurologie weiß, arbeiten Nerven und Gehirn mit feinen elektrischen Signalen von etwa 16 Millivolt. Bei Patienten mit einem Metallpotpourri in den Zähnen messen wir nicht selten mehrere hundertfach höhere Mundspannungswerte. Daß solche Hochspannungen die erheblich schwächeren Nervenimpulse gravierend stören können, ist lebhaft vorstellbar. Dies läßt uns auch verstehen, daß die Betroffenen an den unterschiedlichsten Symptomen leiden können. Sie klagen z.B. über Kopf und Muskelschmerzen, Konzentrationsstörungen, Müdigkeit, rheumatische Beschwerden psych. Veränderungen und vieles mehr. Fast alle Betroffenen sehen keinen Zusammenhang zwischen ihren Problemen und ihren Zähnen. Um so erstaunter sind alle, wenn ihnen klar wird, daß ihre Beschwerden seit dem Zeitpunkt bestehen, an dem sie ihre Kronen oder Prothesen erhielten.

Es zeigt sich, daß die Beschwerden meist verschwinden oder gemildert werden, sobald die Zahnmetalle entfernt sind. Wissenschaftliche Belege für diese Zusammenhänge fehlen noch. Forschungsprojekte an der Universität in Basel sollen mehr Klarheit bringen.

Zahnmetalle als Verstärker externer Funkwellen.

In unserem modernen Leben kommen wir leider ohne hochfrequente Strahlung nicht mehr aus. Radio, Fernsehen, Satelliten, Militär bombardieren jeden Meter auf dieser Welt mit ihren künstlichen Wellen. Natürliche elektromagnetische Strahlen sind "dank" der Überlagerung künstlicher kaum noch meßbar. Viele vermuten hierdurch eine Gefährdung unserer Gesundheit.

Alle ausziehbaren Metallstäbe, Drähte und spezielle "Schüsseln" sind gute Antennen für zahlreiche Sender. Diese Erfahrung kann schon jedes Kind mit einem entsprechenden Elektrobaukasten machen. Von Baubiologen wird immer davor gewarnt, sich in unmittelbarer Nähe von Verstärkern oder Geräten mit elektromagnetischer Strahlung aufzuhalten. Doch was passiert im Körper, wenn ein solcher Verstärker als Füllung, Krone oder Implantat direkt im Munde sitzt ?

Ein Beispiel mag dies verdeutlichen: Ein Patient mit jeweils fünf Implantaten (künstlichen Zahnwurzeln aus Titan) auf beiden Seiten des Oberkiefers bemerkte eine zunehmende Pickel- und Pustelbildung auf der rechten Wange in Form eines abgegrenzten etwa fünf Zentimeter breiten Streifens. Weder sein Haus- noch der Hautarzt wußten Rat. Auch rein zahnmedizinisch war keine Ursache für diese Veränderungen festzustellen. Auf gezieltes Befragen erzählte der Mann, daß er als vielreisender Geschäftsmann fast ständig im Auto mit seinem Handy am rechten Ohr telefonierte. Da der Verdacht bestand, daß die Implantate ähnlich einer Antenne die Funkwellen seines Handys verstärken könnten und sich dies vielleicht als Hautreaktion bemerkbar mache, ließ der Patient sofort eine Freisprechanlage in sein Auto installieren und reduzierte seine Funktelefonate auf das allernotwendigste. Schon nach kurzer Zeit verschwanden die Hautentzündungen und traten nicht mehr auf.

Leider sind nicht in allen Fällen derartige Beschwerden einfach durch Eliminierung der äußeren Störfrequenzen behebbar. Vielfach sollte gemeinsam mit dem Zahnarzt die Möglichkeit einer metallfreien Zahnsanierung erwogen werden.

Bis heute ist die Gefahr durch Erwärmung des Gewebes (thermischer Effekt) im Einflußbereich hochfrequenter Strahlen weitgehend erforscht. Derzeit noch nicht nachgewiesen ist jedoch die Gefährdung durch die nicht-thermischen Wirkungen wie im Beispiel oben beschrieben. Die Forschungen hierzu laufen weltweit auf Hochtouren.

Therapeutische Möglichkeiten

Elektrische Vorgänge im Mund können völlig symptomlos ablaufen. Häufig jedoch treten Erscheinungen auf, die gar nicht damit in Zusammenhang gebracht werden. Wir finden bei den Betroffenen Muskel- und Gelenkprobleme fernab des eigentlichen Geschehens. Rheuma, Kopf- und Rückenschmerzen werden ebenso oft angegeben wie neurologische Erkrankungen. In therapieresistenten Fällen sollten Ärzte ihren Patientinnen und Patienten einmal in den Mund schauen und einen Zahnarzt zu Rate ziehen, der sich mit diesem Thema befaßt und Mundströme mißt. Derartige Messungen sind leicht und schmerzlos durchzuführen und sollten in jedem Falle vorgenommen werden, falls bei Erkrankten Metalle in Zähnen oder Kiefer vorhanden sind.

Heute stehen verträgliche metallfreie Werkstoffe für Zahnsanierungen zur Verfügung. Füllungen, Inlays, Kronen, ja selbst Brücken können dank moderner Keramik und Glasfasern völlig ohne jedes Metall hergestellt werden. Kunststoffe sollte man wegen der allergieauslösenden und möglicherweise krebserregenden Inhaltsstoffe vermeiden.

Wo fehlende Zähne nur durch eine herausnehmbare Prothese zu ersetzen sind, kann noch nicht in allen Fällen auf Zahnmetall verzichtet werden. Hierbei muß man unbedingt darauf achten, daß nur eine einzige hochkarätige Legierung für alles verwendet wird. Nur so lassen sich galvanische Elemente und elektrische Felder vermeiden.

Hiltrud Boeger

Die Autorin ist niedergelassene Zahnärztin seit 1983, außerdem Mitglied der Akademie für Naturheilkunde in der Zahnmedizin, Bonn, sowie der Gesellschaft für ganzheitliche Zahnmedizin (GZM), Mannheim.


Literatur

F. Kramer: Gesundheitsstörungen durch Amalgam und Mundbatterien. Arbeitskreis für ganzheitliche Diagnostik, Herdgeschehen und Bio-Therapie. Nürnberg, 1992

F. Kramer: Über die Bedeutung von Zusammensetzung und Verarbeitung zahnärztlicher Metalle für deren Verträglichkeit. Berichte aus dem Arbeitskreis für ganzheitliche Diagnostik, Herdgeschehen und Bio-Therapie, Nürnberg, 1994

H. Peesel, F. Kramer: Amalgam, Mundbattterien und das Grundsystem, Pfeiffer-Verlag, Hersbrück 1995

W. Maes: Streß durch Strom und Strahlung, Schriftenreihe gesundes Wohnen, Institut für Baubiologie, Naubeuern 1992


Kontakte

Die Gesellschaft für ganzheitliche Zahnmedizin (GZM), Seckenheimer Hauptstraße 111, 68239 Mannheim, (Tel.: 0621/476400) verschickt Info-Material und die Adressen ihrer Mitglieder. Bitte legen Sie einen an Sie adressierten und frankierten DIN-A-4-Umschlag bei.


Telefonaktion

Haben Sie Fragen zum Themenbereich Amalgam und Mundmetalle? Dr. Hiltrud Boeger, die Autorin dieses Artikels beantwortet sie Ihnen gern. Mehr darüber auf in der Rubrik S&K-aktiv.

Kommentare

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Ich interessiere mich persönlich wie auch im therapeutischen Bereich, über Unverträglichkeiten und gesundheitliche Risiken durch unterschiedliche Zahnmetalle.

Franz Buchberger

Sehr geehrte Frau Dr. Boeger!
Seit der Versorgung meiner Kiefer mit Kronen und Brücken leide ich an einer Entzündung des Zahnfleischs und einer Schwellung der Glandula Sublinqualis. Alle bisherigen Untersuchungen wie Epikutantest, MRT der Halsorgange sowie ein Lymphoztentransformationstest haben kein Ergebnis gebracht.
Ich wäre Ihnen dankbar, könnten Sie mir eine Zahnarztpraxis in Österreich nennen, die eine Mundstrommessung durchführen kann.
Mit freundlichen Grüßen und bestem Dank im Voraus
Franz Buchberger