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„Komm, Zähne putzen!“

Kinderzahnpasta (© Harald Hufgard/bio verlag)
(© Harald Hufgard/bio verlag)

BIO-WISSEN Kinderzahncreme soll die Milchzähne sanft reinigen und dabei keinesfalls schaden. Das sind schon genug Gründe, lieber mit Bio-Zahncreme zu putzen. Frauke Werner

-> Kinderzahnpasta in Ihrem Bio-Laden

Ihhh, voll ekelig!“ Kindern ist die Zahncreme der Eltern häufig zu scharf. Zähne putzen müssen sie trotzdem. Deshalb gibt᾽s im Bio-Laden Zahncreme speziell für Kinder, meist ein weiches Gel, das sich leicht auf den Milchzähnen verteilen lässt. Minziger Geschmack für das frische Mundgefühl kommt aus natürlichen ätherischen Ölen. Die sind in Kinderzahngel sparsam dosiert und schützen zugleich das Zahnfleisch: Calendula und Hamamelis etwa fördern die Wundheilung, Kamille und Myrrhe beugen Entzündungen vor.

Beliebt bei Kindern sind Himbeer-, Erdbeer- oder Apfelnoten als Bio-Ex-trakte aus echten Früchten. Der Zuckeraustauschstoff Xylit bringt leichte Süße und wirkt zugleich gegen Karies. Auf der Zutatenliste konventioneller Zahncremes weist „Aroma“ auf künstliche Geschmacksstoffe hin. Ebenfalls künstlich ist der Süßstoff Natriumsaccharin.

In Kinderzahncremes aus dem Bio-Laden sind die Putzkörper – natürliche Kieselsäure oder Naturkalk – oft feiner als in der Zahnpasta für große Leute. Ganz sanft unterstützen sie die mechanische Reinigung durch die Borsten. Außer Wasser und Putzkörper enthält Kinderzahngel Glycerin oder Sorbitol, damit es nicht austrocknet, sowie natürliches Alginat und Xanthan als Bindemittel.

Bunt geht auch Bio

„Ich will Rosa!“ – So knallblau oder quietschrosa wie manch konventionelle Kinderzahncreme sind naturkosmetische Gele meist nicht. Das ist gut so, denn künstliche Farbstoffe sind ungesund. Natürlich geht farbig so: Zartes Grün oder Rosa kommen von Pflanzenfarbstoffen wie Chlorophyll und Carotinoiden, seltener von Carmin, dem roten Farbstoff der Schildlaus. Enthält ein Zahngel Carmin, ist es nicht vegan.

SO MACHT PUTZEN SPASS

Ihr Kind will nicht Zähne putzen? Lustige Reime und Zahnputzlieder machen das leidige Thema zum Kinderspiel.
Beispiele finden Sie unter www.eltern.de

„Die hat mehr Schaum!“ – Konventionelle Zahncreme schäumt in der Regel stärker. Dafür greifen Hersteller mitunter zu aggressiven Mitteln. Vereinzelt steckt sogar Natriumlaurylsulfat in der Tube, das die Schleimhäute reizen kann. Kinderzahngel aus dem Bio-Laden reinigt und schäumt meist mit Natriumglutamat. Das milde Tensid gilt als sehr hautfreundlich. 

Fluorid, nein danke

Den meisten konventionellen Zahncremes wird Fluorid zugesetzt. Das Spurenelement soll den Zahnschmelz härten und so Karies vorbeugen. Kritiker warnen jedoch davor. Fluorid sei giftig und reichere sich im Körper an. Noch sind die Effekte von Fluorid nicht vollständig erforscht und geklärt, dennoch verzichten Naturkosmetikhersteller bei Zahncreme für Milchzähne auf Fluorid. Denn in der Regel verschlucken Kinder noch relativ viel Zahncreme. Was da drin ist, sollte zweifelsfrei ohne womöglich giftige Substanzen sein. Denn das wäre mehr als „voll ekelig“.

Kinderzahnpasta (© Harald Hufgard/bio verlag)Kein Fluorid

Schon den ersten Zahn mit Pasta putzen oder damit warten, bis das Kind ausspucken kann? Zahnärzte und Kinderärzte sind da unterschiedlicher Meinung. Dabei geht es vor allem ums Schlucken des enthaltenen Fluorids. Das ist in Naturkosmetik-Zahngel meist nicht drin. Dennoch raten manche Hersteller zu warten.
Ausspucken können Kinder meist erst mit zwei bis drei Jahren.

KAI-Methode

Ab dem zweiten Lebensjahr ist Zahnpflege nach dem Frühstück und vor dem Schlafen Pflicht. Ihr Kind will jetzt „selba machen“? Gut so, aber arbeiten Sie unbedingt nach. Um systematisch Putzen zu lernen, hat sich für Dreijährige die KAI-Methode bewährt: Mit einer erbsengroßen Menge Zahngel erst die Kauflächen hin und her bürsten, dann die Außenseiten mit kleinen Kreisen, zuletzt die Innenseiten von Rot nach Weiß, also vom Zahnfleisch zur Zahnkrone hin – insgesamt etwa drei Minuten lang. Mit Wasser gründlich ausspülen, fertig!

Bürste wechseln

Anfangs tut᾽s ein Wattestäbchen, bei vier bis fünf Zähnen muss eine Kinderzahnbürste her. Alle drei Monate wechseln; stehen die Borsten schräg ab, auch früher.

Nachputzen

Erst in der Grundschulzeit, wenn Ihr Kind flüssig schreiben kann, ist es motorisch in der Lage, ganz alleine gründlich zu putzen. Ob es das auch tut, sollten Sie allerdings schon noch kontrollieren.

Karies

Ihr Kind ist müde und macht einen Aufstand im Bad? Versuchen Sie dennoch, zu putzen. Denn: Milchzähne haben einen dünneren Zahnschmelz als bleibende Zähne, das macht sie anfälliger für Karies. Fallen sie frühzeitig aus, besteht die Gefahr, dass die Nachfolger schief wachsen. Zudem können sich diese mit den Kariesbakterien der Milchzähne anstecken.

 

Erschienen in Ausgabe 09/2017

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