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Frisch geküsst

Zahnpflege (© Harald Hufgard)
(© Harald Hufgard)

BIOWISSEN Keine Zeit zum Zähneputzen? Da hilft Mundwasser leider nicht. Dafür hat es andere Qualitäten. // Frauke Werner

-> Mundwasser in Ihrem Bio-Laden

Erwartungsvoll öffnet sie die Tür: Da steht der Verehrer mit Rosen in der Hand. Doch kaum hat er „Hallo“ gehaucht, lassen die Blumen die Köpfe hängen. Mundgeruch – wie peinlich! Dieser Werbespot für konventionelles Mundwasser verspricht 12 Stunden frischen Atem. Ohne harte Chemie ist das nicht zu schaffen. Frischmacher aus der Naturkosmetik sind die bessere Wahl: Sie wirken nicht so lang, dafür erübrigt sich die Frage nach Risiken und Nebenwirkungen. Und der Verehrer könnte getrost mehrmals spülen, falls sie ihn länger bleiben lässt.

Ganz praktisch geht das mit Mundspülung, denn die ist gleich gebrauchsfertig. Mundwässer sind meist Konzentrate, die man zuvor mit Wasser verdünnen muss. Die Inhaltsstoffe unterscheiden sich aber nicht. Basis sind meist Wasser und Alkohol, der die Wirkstoffe trägt und das Produkt stabilisiert. Darin gelöst sind ätherische Öle von Teebaum, Nelke oder Thymian sowie Pflanzenextrakte von Ratanhia, Schwarzkümmel, Myrrhe oder Salbei. Sie wirken leicht antibakteriell, kräftigen das Zahnfleisch, beruhigen Reizungen und lindern Entzündungssymp-tome. Damit können sie die tägliche Zahnpflege unterstützen. Und teilweise bei beginnenden Halsentzündungen Linderung verschaffen.

Schonend wirksam

Häufig sorgt Pfefferminze für frischen Atem. Sobald ihre ätherischen Öle verflogen sind, kehrt der Mundgeruch allerdings zurück. Also von wegen kurz gurgeln und ab zur Liebsten. Nur gründlich Zähne putzen, mit Zahnseide fädeln und die Zunge reinigen hält auf Dauer Fäulnisbakterien fern, deren Gase so übel riechen. Konventionelle Mundspülungen können gute Zahnpflege genausowenig ersetzen. Teils enthalten sie Cetylpyridiniumchlorid, das zwar bedingt gegen bakteriellen Zahnbelag (Plaque) und Zahnfleischentzündung hilft, aber allergen wirken und die Wundheilung verzögern kann. Einzig medizinische Mundspülungen töten Plaque-Bakterien zuverlässig ab: Der Arbeitskreis Zahngesundheit rät indes vom Dauergebrauch ab: Ihr Wirkstoff Chlorhexidindiglukonat kann das Geschmacksempfinden stören und Zähne wie Zunge bräunlich färben. Das lädt auch nicht gerade zum Küssen ein. 

Ohne Fluorid?

Verspricht die Mundspülung „Kariesschutz“, muss eine bestimmte Menge Fluorid enthalten sein. Das Spurenelement härtet den Zahnschmelz und beugt so Karies vor. Doch nehmen wir auch mit der Nahrung schon einiges an Fluorid auf – und ein Zuviel kann schaden. Deshalb verzichten fast alle Naturkosmetik-Hersteller darauf. Ebenso auf chemische Farb- und Süßstoffe. Dafür ist viel natürlich frischer Atem drin.

Zum Zahnarzt

Verdacht auf Mundgeruch? Spezialisierte Zahnärzte können mit einem Halimeter feststellen, ob das Ausdünstungen
unerwünschter Bakterien sind.

Mundwasser (© Harald Hufgard)Mit Prozenten

Einen Schwips bekommt man von alkoholhaltigem Mundwasser natürlich nicht, zumal es nach dem Spülen „Aus-spucken“ heißt. Dennoch: Stehen Alkohol oder Weingeist in der Zutatenliste, ist das Produkt für Kinder, Schwangere und trockene Alkoholiker nicht geeignet. Übrigens: Der Zuckeralkohol ist ein Süßstoff ohne Prozente.

Gesundheitsplus

Vor allem Veganern, Vegetariern und älteren Menschen mangelt es nicht selten an Vitamin B12. Dem wirkt eine Mundspülung mit einem Zusatz an B12 entgegen. B12 wird nachweislich über die Mundschleimhaut aufgenommen. Wichtig: regelmäßig anwenden.

Minzig frisch

Beliebt in der Mundpflege ist ätherisches Pfefferminzöl. Mit seinem Duft- und Aromastoff Menthol verleiht es Spülungen und Zahnpasta einen frischen Geschmack. Zugleich kühlt es die Mundschleimhaut. Wer gerade homöopathische Mittel nimmt, kann aber auch ein Produkt ohne Pfefferminz wählen. Denn Menthol mindert deren Wirkung. Alternativ sorgen zum Beispiel mentholfreie Krauseminze oder deren Duftstoff Carvon für ein minziges Frischegefühl. Konventionell wird Menthol
übrigens auch synthetisch hergestellt.

Minzig frisch

Beliebt in der Mundpflege ist ätherisches Pfefferminzöl. Mit seinem Duft- und Aromastoff Menthol verleiht es Spülungen und Zahnpasta einen frischen Geschmack. Zugleich kühlt es die Mundschleimhaut. Wer gerade homöopathische Mittel nimmt, kann aber auch ein Produkt ohne Pfefferminz wählen. Denn Menthol mindert deren Wirkung. Alternativ sorgen zum Beispiel mentholfreie Krauseminze oder deren Duftstoff Carvon für ein minziges Frischegefühl. Konventionell wird Menthol
übrigens auch synthetisch hergestellt.

Vegan spülen?

Steht Propolis in der Zutatenliste? Das Bienenharz wirkt antibakteriell, ist aber nichts für Veganer – und wer zu Allergien neigt, sollte vorsichtig testen.

Erschienen in Ausgabe 08/2016

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