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Ein glattes Vergnügen: Rasierpflege für Ihn

Für die einen ist er die Manneszier schlechthin, andere wollen allenfalls seinen Schatten sehen. Wenn der Bart ab soll, sind Produkte aus dem Bio-Laden die erste Wahl. // Jutta Krause

-> Diese Produkte schneiden gut ab

Warenkunde Mitten in der Pubertät beginnt auch noch der Bart zu sprießen! Das ist zwar einerseits toll (Mann wird erwachsen), andererseits will der Umgang mit diesem Insignium der Männlichkeit erst gelernt werden. Sideburns, Kinnbärtchen oder Dreitagebart – das ist eine Frage des Styles. Doch wer in seinem Gesicht nicht allzu viel Wildwuchs haben will oder glatte Haut bevorzugt, kommt ab jetzt ums Rasieren nicht mehr herum.

Ob das eher lustvolles Ritual oder läs-tige Pflicht ist, hängt vor allem von Technik und verwendeten Hilfsmitteln ab. Trocken oder nass? Meist macht Hänschen zunächst genau das, was Hans auch tut, sprich Söhne gucken sich das Rasieren von ihren Vätern ab. Zwar ist die Verletzungsgefahr bei der Trockenrasur geringer – gründlicher, stilvoller und vor allem hautfreundlicher ist jedoch die Nassrasur. Mit den richtigen Handgriffen und der passenden Pflege gelingt sie auch schnell und meist ohne Blessuren.

Creme, Seife, Öl – was sind die Unterschiede?

Ist die grundsätzliche Frage entschieden, ob nass oder trocken rasiert wird, geht es um die richtige Pflege. Das A und O für eine gute Rasur ist für die meisten Männer der feine Schaum, der zum leichteren und möglichst irritationsfreien Abschaben der Barthaare aufgetragen wird. Begeisterte Schaumschläger schwören dabei darauf, ihre Rasierseife oder Creme ganz klassisch mit dem Rasierpinsel aufzuschlagen und aufzutragen, andere mögen es eher unkompliziert und präferieren Rasierschaum, der schon fix und fertig aus dem Spender kommt oder sie benutzen Gel oder Creme, die beim Auftragen auf die feuchte Haut einen leichten Schaum entfalten.

Schaum lässt das Barthaar quellen, weicht es auf und bereitet es damit optimal auf die Rasur vor. Außerdem dient er als Gleitmittel, auf dem die Klinge mühelos über die Haut gleiten und die Haare direkt an der Oberfläche kappen kann.

Rasieröl erfüllt dieselben Aufgaben. Es lässt bei der Rasur praktisch keine Reibung entstehen, die Haut wird weniger irritiert. Das Öl macht die Haare sichtbar, sodass kein Stoppelchen übersehen wird. Auch Pickel und andere Unebenheiten verschwinden nicht unter einer Schaumschicht und werden nicht blindlings abrasiert.

Feiner Schaum: Wie kommt er zustande?

Es schäumt beim Duschen, Hände waschen, Haare shamponieren – und bei der Rasur. Verantwortlich dafür sind Seifen und Tenside (waschaktive Substanzen). In Naturkosmetikprodukten sind sie als verseifte Pflanzenöle, pflanzliche Tenside sowie Natrium- oder Kaliumlaugen enthalten. Da die Konsistenz von Rasierschaum sahniger, fester und feinblasiger sein muss als die von „normalem“ Seifenschaum, wird in vielen Bio-Rezepturen Stearinsäure zugesetzt. Als Schaumstabilisator enthalten sie pflanzliches Glycerin, das den Schaum stabilisiert und die Haut gleichzeitig mit Feuchtigkeit versorgt.

In konventionellen Produkten scheint bei der Wahl der Schaumbildner eher der Preis als die Pflegeeigenschaft im Vordergrund zu stehen. So wird häufig das als hautirritierend geltende Tensid Natriumlaurysulfat eingesetzt. Oft sorgen auch Polyethylenglykole (PEGs) für den schönen Schaum. PEGs und PEG-Derivate gelten als bedenklich, weil sie die Haut durchlässiger machen und damit dem Eindringen von Schadstoffen Vorschub leisten können. Stabilisatoren wie EDTA schwächen die Zellmembran und verstärken diese Wirkung noch. Vor allem bei empfindlicher Haut schafft das keine gute Voraussetzung für eine schonende Rasur.

Cocktail: Was steckt sonst noch in der Tube?

Liest man bei konventionellen Produkten genau hin, könnte man versucht sein, der Rasierklinge für immer abzuschwören: erdölbasierte Inhaltsstoffe, künstliche Duft- und Farbstoffe (die sind tatsächlich auch in Rasierschaum, Gel oder Creme enthalten) sowie „reizende“ Konservierungsmittel wie beispielsweise Borsäure, welche die Haut betäubt oder den Bakterienkiller Triclosan, der Allergien auslösen kann und im Verdacht steht, die Resistenz von Bakterien gegen Antibiotika zu fördern. All das steckt drin.

Mit Bio-Produkten muss man sich darum keine Sorgen machen, genausowenig um Formaldehydabspalter oder halogenorganische Verbindungen. Diese krebsverdächtigen Stoffe können schon in geringen Mengen reizen und Allergien auslösen, zudem reichern sie sich in der Umwelt an.

Doch wollen viele Hersteller wegen ihrer nützlichen Eigenschaften nicht auf ihren Einsatz verzichten – natürlich nur in „verträglichen“ Mengen. Zugegeben: Bis vor wenigen Jahren kamen auch einige Bio-Produkte nicht ohne Stoffe wie EDTA als Komplexbildner oder Rindertalg für sahnigen, rückfettenden Schaum aus. Doch das hat sich längst geändert.

Rasieren oder Pflegen – warum nicht beides?

Rasieren beansprucht die Haut, denn dabei werden nicht nur die Haare abgeschabt, sondern auch die obere Hautschicht. Obwohl die Haut bei Männern robuster, elastischer und fetthaltiger ist als bei Frauen, braucht sie bei oder nach der Rasur ein wenig Pflege. Der seifige Rasierschaum ist zudem basisch und greift den Säureschutzmantel der Haut an. Empfindliche Haut kann deshalb auf häufiges Rasieren mit Irritationen und Rötungen reagieren. Damit es am besten gar nicht erst so weit kommt, steckt in den meisten Rasiermitteln eine gute Portion Hautpflege.

Während in konventionellen Produkten Silikon- und Paraffinöle für das entspannte Hautgefühl und die erhöhte Gleitfähigkeit sorgen, schützen und pflegen die in Naturkosmetikprodukten enthaltenen hochwertigen Pflanzenöle wie Mandel-, Oliven, Kokos- und Jojobaöl die Haut schon bei der Rasur und schenken ihr Feuchtigkeit und Geschmeidigkeit.

Inhaltsstoffe wie Sheabutter und Ziegenmilch wirken nährend, Extrakte aus dem allantoinhaltigen Beinwell und Bisabolol – der Wirkstoff der Kamille – heilend und entzündungshemmend. Auszüge von Stiefmütterchen, Hamamelis oder der hochalpinen Speickpflanze beruhigen die Haut und bringen sie ins Gleichgewicht.

Maskuliner Lockstoff: Wonach duftet Mann?

Ob holzig-warme Erdnoten, grasig-frisches Zitrusaroma oder herb-würzige Komposition – der männliche Duft gehört zur Rasierpflege wie das Salz in die Suppe. Die eigene Nase verrät dem Träger in der Regel zuverlässig, was zu ihm passt. Hersteller werden ihre Duft-Rezepturen kaum verraten, doch gibt es ein paar „Dauerbrenner“, die besonders beliebt sind. Etwa der balsamisch-samtige Duft von Sandelholzöl, das wegen seines hohen Preises allerdings oft durch das ähnlich duftende, weniger volle und runde Amyrisöl ersetzt wird.

Auch holzig-warmes Zedernaroma oder geheimnisvoll-erdiger Vetiver haben viele Anhänger. Alternativ warten auch die Heilpflanzen Speick oder Rosmarin mit eingängig herb-aromatischen Nuancen auf. Männlich, erotisch und intensiv ist Moschusduft einer der Klassiker unter den Herrendüften. Allerdings kommt der Duftstoff schon lange nicht mehr aus den Geschlechtsdrüsen von Moschushirschen. Die natürliche Alternative liefern die Samen einer Hibiskusart, die stark an das Original erinnern. In Verruf geraten sind dagegen künstliche Moschusverbindungen. Die Moschusverbindung Cashmeran reichert sich sogar im Fettgewebe an und wurde schon in Muttermilch nachgewiesen.

Rasur ohne Blessur: ein paar Tipps zum Gelingen

Gesicht und Hals mit warmem Wasser waschen, Rasiermittel auftragen, leicht einmassieren und – ganz wichtig! – kurz einwirken lassen. Die Rasur wird besonders gründlich, wenn man dabei die Haut mit der einen Hand spannt, dadurch werden die Haare aufgerichtet und angehoben. Mit der anderen Hand die (möglichst scharfe) Klinge mit kurzen Strichen sanft über die Haut ziehen.

Niemals Druck ausüben, das ist bei scharfen Klingen nicht nötig und erhöht die Verletzungsgefahr. Damit keine Stelle übersehen wird, mit System rasieren. Unter einem Ohr starten und sich über Wangen und Hals bis zum anderen Ohr vorarbeiten. Kinn und Oberlippe kommen zum Schluss dran, dort ist die Haut besonders empfindlich und das Barthaar besonders stark, eine längere Einwirkzeit des Einseifmittels tut gut.

Bei empfindlicher Haut nur in Wuchsrichtung der Haare rasieren, niemals über Pickel und andere Hautunreinheiten „drübermähen“. Nach der Rasur das Gesicht erst mit warmem, dann kaltem Wasser abspülen, das schließt die Poren. Zur Pflege Rasierwasser, After Shave Balm oder Pflegecreme auftragen.

Die Klassiker im Bio-Laden: Seife und Creme

Für Puristen gibt es nur ein wirklich klassisches Rasiermittel: Seife. Mit dem Pinsel wird sie zu feinem, cremigem Schaum aufgeschlagen und auf der Haut verteilt. Die Speick Men Active Rasierseife enthält sanfte Tenside und duftet würzig-aromatisch nach der namensgebenden Heilpflanze. Nicht minder angenehm duftet die Savon du Midi Rasierseife Mistral, die beim Aufschäumen einen milden, cremigen Schaum bildet. Mild und ergiebig weicht Logona Mann Rasiercreme störrische Barthaare auf und sorgt damit für einen glatten Start in den Tag. Süßholz- und Ginkgoextrakt beruhigen dabei die Haut.

Eine wirksame und trotzdem sanfte Rasur verspricht Melvita Rasiercreme Pour Homme dank der pflegenden, feuchtigkeitsspendenden Eigenschaften von Karitebutter, Aloe vera und Birkenwasser. Ein Komplex aus Papaya, Zitrone und Olivenblättern soll zudem den Bartwuchs verlangsamen. Weleda Rasiercreme bildet einen beständigen, sahnigen Schaum, der eine sanfte, gründliche Nassrasur ermöglicht. Mit einem Auszug aus Stiefmütterchen, Ziegenmilch und Mandelmilch schützt und pflegt sie die vom Rasieren strapazierte Haut.

Für Empfindliche: Öl, Gel und Schaum

Wenn die Haut öfter mal mit Rötungen reagiert, ist beim Rasieren Sensitivpflege angesagt. Besonders schonend und gründlich geht es beispielsweise mit Rasieröl wie Razoli 3 in 1 Rasieröl von Amanprana. Eine duftende und zu 100 Prozent essbare Mischung naturreiner Öle ist Rasiermittel, After Shave und Pflege in einem. Das Öl schafft einen Gleitfilm, der die gründliche, schonende Rasur ohne Hautreizungen ermöglicht. Mild ist auch das Alva For Him Rasiergel, das mikrofein schäumt. Es enthält den Kamille-Auszug Bisabolol, der als beruhigender, reizmindernder und entzündungshemmender Wirkstoff besonders gut für empfindliche Haut geeignet ist. Aus Beinwell gewonnenes Allantoin fördert die Zellbildung und Zellregeneration.

Für die sanfte und gründliche Rasur bei empfindlicher Haut setzt Lavera Men Sensitive Rasierschaum auf Bambus für ein samtiges Hautgefühl und Aloe vera als kühlenden, hautberuhigenden Feuchtigkeitsspender. Bisabolol hilft gegen Irritationen, Jojobaöl gibt die Portion Pflege. Mit Coffein, Aloe-vera-Saft und Ajaibeerenextrakt will der herb-frisch duftende Sante Homme II Rasierschaum die Haut schon beim Rasieren beruhigen. Beide Schäume kommen treibgasfrei aus dem Pumpspender.

Schöne Schaumschlägerei

Damit der weiße Schaum bequem und einfach aus der Dose kommt, werden herkömmlicherweise Treibgase eingesetzt. Wie ist das bei Bio-Produkten? „Wir setzen eine besondere Pumptechnik ein, bei der unser flüssiges Produkt durch das Steigrohr angesaugt, in der ‚Mischkammer‘ mit Luft vermischt und dann durch zwei Siebe gedrückt wird – dadurch entsteht der Schaum ganz ohne Gase“, erklärt Thomas H. Mendes, Unternehmenssprecher von Logocos.

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Karl Wöffen
Erst einmal vielen Dank für den ausführlichen und informatven Artikel.



Aber dies - Zitat: "Der seifige Rasierschaum ist zudem basisch und greift den Säureschutzmantel der Haut an." - sollte ein für alle Mal richtig gestellt werden. Immerhin gibt es jede Menge basische Körperpflegeprodukte, die beweisen, dass hier etwas nicht stimmen kann.



Wenn man nämlich eine Zeitreise macht und weiß, wo der Ursprung dieses sog. Säureschutzmantel her sammtt, außerdem sich in der Anatomie und Physiologie des Menschen nur einigermaßen auskennt und zusätzlich um die vielen basischen Produkte weiß, müsste zumindest ein großes Fragezeichen auftauchen.



Der Säureschutzmantel wurde in den 1930ern zum ersten Mal publiziert - wenn ich hier richtig informiert bin.



Die Haut ist das größte Ausscheidungsorgan und befördert mit dem Schweiß etc. auch Dinge nach außen, die innen Schaden anrichten könnten.



Da im Inneren ein saures Milieu schädlich ist, muss, um eine Übersäuerung des Organismus entgegen zu wirken, alles hinausbefördert und beseitigt werden, was dazu geeignet wäre, dieses saure und damit falsche Milieu zu schaffen.



Somit wäre bereits hier ein Augenmerk darauf zu richten, was denn das wirklich ist, was man auf der Haut misst, und einen sog. Säure"schutz"mantel vortäuscht.



Nach den vorigen Überlegungen kann es sich nur um 'Abfall' handeln, der mit entsprechenden Mitteln - basischen Produkten - beseitigt werden muss. Statt ihn mit den Mitteln, die pH-neutral sind, aufrecht zu erhalten.



Denn auch die sog. pH-Neutralität der Haut und damit der entsprechenden Produkte ist aufgrund der unterschiedlich angegebenen Werte zum Säureschutzmantel, von den Anfängen bis heute z.B., nicht einheitlich.



Es wäre schön, wenn Sie - von Schrot & Korn - sich hier mal unvoreingenommen kundig machen und Ihren Lesern dann irgendwann und häufiger berichten, dass es keinen Säureschutzmantel (mehr) gibt. Insbesondere der Bio-Branche käme das zugute, da dann hier durch ein Umdenken und die entsprechenden richtigen Körperpflegeprodukte noch mehr für die Gesundheit der Menschen getan würde.