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Mascara bringt Magie in den Blick

Ob romantisch oder verwegen, Wimperntusche verleiht den Augen im Nu einen starken Ausdruck. Naturkosmetik schafft das sanft und ohne künstliche Stoffe. // Frauke Werner

Mascara

Kaum ist Mutter aus dem Haus, stürzt die Tochter ins Bad. Auf die Wimperntusche hat sie es abgesehen. Hastig eingetaucht, die Bürste, und über die feinen Härchen gestrichen. Warum verkleben die nur so, wieso ist Farbe am Augenlid? Schnell abwischen, zweiter Versuch.

Da schaut Mutter doch noch einmal um die Ecke. Ob sie jetzt schimpft? Nein, schmunzeln muss sie über das verschmierte Gesicht und eilt ihrer Tochter zu Hilfe: Sanft rüttelnd führt sie die Bürste, vom Lidrand weg bis zu den Wimpernspitzen. Schon sehen die Härchen voller aus, und wie sie glänzen! Die Augen des Mädchens funkeln wie zwei Sterne.

Tags darauf kauft Mutter ihr die erste eigene Mascara, wie Wimperntusche in der Kosmetik heißt. Eine aus dem Bio-Laden verdichtet, färbt und pflegt die Wimpern mit milden Naturstoffen. Das ist wichtig, gerade für die empfindliche Augenpartie.

Dunkle, dichte Wimpern. So fing alles an.

Eine der ersten Wimpernfarben erfand im Jahr 1913 der Chemiker T. L. Williams. Mit einem Gemisch aus Vaseline und Kohlenstaub wollte er seiner Schwester helfen, ihren Verehrer zu betören. Die feste Masse musste mit einem feuchten Pinsel abgestrichen werden – eine langwierige, schmierige Prozedur.

Heute kommt Mascara – abgeleitet vom italienischen „maschera“ für Maske – als Farbe im handlichen, schicken Fläschchen daher. Eine kleine Bürste ist gleich mit drin. Damit geht es ganz schnell, die Augen vor dem Geschäftstermin oder einem Rendezvous zum Strahlen zu bringen.

Wie Mascara das macht? Sie färbt die hellen Spitzen der Wimpern, die vor dem hautfarbenen Hintergrund sonst kaum zu sehen sind. Dank der haftenden Farbe wirken sie länger. Zugleich umhüllt sie die einzelnen Härchen, sie sehen dicker und voller aus. Pflegende Stoffe machen sie geschmeidig und glänzend. Die Bürs-te trennt die Wimpern und sorgt für den schönen Schwung nach oben.

Kräftige dunkle Wimpern sind übrigens nicht nur der Traum vieler Frauen. „Immer mehr Männer greifen zu Mascara, um ihre Wimpern zu betonen“, weiß Liane Jochum aus Erfahrung. Die Leiterin der Academia Balance bildet Naturkosmetikerinnen aus.

Ohne Erdöl und PEG. Was bietet die Natur?

Heute wird konventionelle Mascara mit Paraffin hergestellt, das – ähnlich wie Vaseline – auf Erdöl basiert. Ferner sind synthetische Silikonöle drin. Die belas-ten jedoch die Umwelt. Solche Substanzen sind für zertifizierte Naturkosmetik tabu. Dort umhüllen pflanzliche Öle und Wachse die Wimpern sanft, lassen sie glänzen und die Farbe lange halten.

Oliven- und Arganöl, Rosen- und Carnaubawachs machen die feinen Härchen zudem geschmeidig. Zur Pflege sind Heilpflanzen, Mehrfachzucker aus Hefe und Samenöle mit drin – da hat jeder Hersteller seine eigene Rezeptur.

Damit ölige und wässrige Zutaten sich verbinden, werden herkömmlicher Wimperntusche Polyethylenglykole (PEGs) beigemischt. Diese chemischen Emulgatoren können Spuren krebserregender Stoffe enthalten. Naturkosmetik arbeitet mit Emulgatoren aus pflanzlichen Fettsäuren (Stearinsäure), Fettalkoholen und Zuckern.

Für besonders üppige Wimpern fügen Naturkosmetik-Hersteller ihrer „Mascara Volume“ Gummi arabicum hinzu. Das ist ein natürliches Verdickungsmittel aus dem Saft von Akazien. Nylon- oder Kunstseide-Fasern, die die Wimpern künstlich verlängern, kommen ihnen nicht in die Tusche.

Konservierung. Was schützt Naturkosmetik?

Bakterien haben in Wimperntusche nichts zu suchen, denn sie können die Augen reizen und zu Entzündungen führen. Deshalb wird konventionelle Mascara häufig mit chemischen Parabenen konserviert. Manche davon stehen im Verdacht, wie Hormone im Körper zu wirken. Auch Konservierungsmittel, die Formaldehyd abgeben, sind üblich. Sie gelten als krebsverdächtig und können Allergien auslösen.

In Wimperntusche aus der Naturkosmetik schrecken Alkohol, ätherische Öle und Pflanzenextrakte Bakterien ab. Vitamin E verhindert, dass die natürlichen Fette und Öle der Mascara ranzig werden. So geschützt hält die Farblösung nach dem Öffnen sechs Monate lang.

Achtung: Mascara nicht mit der Freundin tauschen. Bakterien an den Wimpern können übertragen werden und zu Bindehautentzündungen führen.

Wasserfeste Mascara, die gibt es nur mit Chemie. Dafür sind Naturprodukte frei von Risiken, die diese mit sich bringt. So haben Stichproben des Bayerischen Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) gezeigt, dass in Mascara krebserregende Nitrosamine vorkommen können. In einigen Fällen liegen die nachgewiesenen Gehalte über den als technisch vermeidbar geltenden Mengen.

Schwarz, braun, blau. Wann welche Farbe?

Glänzendes Schwarz und warmes Braun erzielen Naturkosmetik-Hersteller mit mineralischen Pigmenten. Allen voran Eisenoxide, Titandioxid und Ultramarin. Vereinzelt gibt es auch Natur-Mascara, die einen bläulichen oder auberginefarbenen Schimmer auf die Wimpern zaubern. Auch konventionelle Hersteller verwenden meist mineralische Pigmente. Es gibt aber auch Produkte, die chemische Färbemittel wie aromatische Amine enthalten. Die können Allergien hervorrufen.

Und wem steht welche Farbe? „Wer hellblonde bis rötliche Wimpern hat, sollte am Tag braune Mascara verwenden“, rät Liane Jochum. „Schwarz kann da ein wenig hart wirken.“ Zum Abend-Make-up hingegen gehöre schwarze Mascara einfach dazu – egal ob heller oder dunkler Typ.

Farbige Mascara sollte zur Kleidung passen. Voll im Trend: Wimpern erst schwarz tuschen, dann die Spitzen mit Blau oder Violett betonen.

Und was macht gute Mascara noch aus?

Naturkosmetik-Hersteller bieten sowohl vegane als auch nicht vegane Wimperntusche an. Der Unterschied: Letztere bringen die Wimpern mit Bienenwachs zum Glänzen. Mitunter sorgt Seide von Seidenraupen für den samtigen Schimmer. Gelegentlich sind der Farbstoff Carmin oder der Filmbildner Schellack von Schildläusen drin.

Auf Rohstoffe von toten Wirbeltieren verzichten alle, die zertifizierte Naturkosmetik anbieten. Ebenso auf Tierversuche: Die hier genannten Hersteller versichern, dass weder ihre Produkte noch die dazu benötigten Rohstoffe an Tieren getestet wurden und werden.

Wichtig ist nicht nur die Zusammensetzung der Mascara, auch auf die Bürste kommt es an. Es gibt schmale und breite sowie mehr oder weniger spitz zulaufende Modelle. Auch Stärke, Abstand und Länge der Borsten variieren – je nachdem, ob die Tusche viel Volumen geben oder die Wimpern vor allem färben und optisch verlängern soll.

Tipp von Liane Jochum: „Wer sehr kurze Wimpern hat, sollte eine Bürste mit kürzeren, weniger dicken Borsten wählen. Für normale bis lange Wimpern geht auch eine mit längeren, kräftigeren Borsten.“ Letztlich müsse aber jeder selbst ausprobieren, mit welcher Bürste er am besten klarkommt.

Tipps für tolle Wimpern. Was ist zu beachten?

So kommt Farbe an die Wimpern: Bürste in der Flasche drehen – nicht mehrmals eintauchen, sonst können sich Luftbläschen bilden. Die lassen die Tusche eintrocknen und verklumpen. Bürste nie am Behälter abstreifen, denn auch am Rand festgetrocknete Reste können die Mascara verklumpen.

Erst den unteren, dann den oberen Haarkranz tuschen. Dazu die Bürste dicht am Lidrand ansetzen und langsam bis zu den Wimpernspitzen führen, und zwar mit leichten Zickzack-Bewegungen. So gelangt viel Farbe auf die Härchen. Obere Wimpern zugleich nach oben ziehen, für den spektakulären Schwung. Patzer gleich mit einem Wattestäbchen entfernen.

Rutscht die Bürste ins Auge ab, Farbe sofort mit kaltem Wasser ausspülen und wenn sich die Augen röten, zum Augenarzt gehen. Mit Tusche gefüllte Kratzer können sich nämlich entzünden.

Abschminken ist abends ein Muss, damit die feinen Härchen nachts nicht abbrechen und das Kopfkissen nicht gefärbt wird. Vorteil wasserlöslicher Mascara: Es reicht eine milde Reinigungsmilch. Wattepad damit tränken, aufs geschlossene Augenlid legen und von oben über die Wimpern nach unten in Richtung Wange wischen. Augenbereich danach mit einem Kosmetiktuch trockentupfen.

Viel Volumen, sanfte Pflege mit Naturstoffen

Volle Wimpern und eine besondere Ausstrahlung der Augen verspricht die tiefschwarze Mascara von Alva. Haftende Harze der Verek-Akazie verhindern, dass die Tusche verläuft. Zur Pflege sind Mehrfachzucker aus Hefe, Wildrosenöl und natürliches Vitamin E mit drin. Die Mascara deep black ist vegan. Die dazugehörige Bürste läuft spitz zu und ist somit auch für die kurzen Wimpern im Innenwinkel ideal.

Natural Mascara Maximum Volume ist eine Wimperntusche von Benecos, die dichte Wimpern und einen verführerischen Augenaufschlag verheißt. Sie pflegt die feinen Härchen mit Vitamin E und Jojobaöl, damit sie schön geschmeidig bleiben. Die Sorte smooth brown verleiht ein warmes Braun, es gibt ihn auch in Schwarz. Benecos rät: Für noch mehr Effekt Wimpern doppelt tuschen.

Mit seiner Volume Mascara aubergine möchte Dr. Hauschka einen dunkellila Schimmer auf die Wimpern zaubern. Die Tusche trocknet schnell und verklebt die Härchen nicht, so der Hersteller. Bienen-, Candelilla- und Rosenwachs mit Seide schützen die Wimpern, Auszüge aus Schwarztee, Neem und Augentrost pflegen die zarte Augenpartie. Die Mascara ist auch in den Farben black und pearl anthracite zu haben.

Für jeden Wunsch. Vegan oder mit Edelsteinen?

Für dezente, natürlich schöne Wimpern ist die Mascara Natural Look von Logona gedacht. Sie enthält einen Anti-Aging-Wirkstoff sowie einen Mix aus Edelsteinen. Amethyst, Bergkristall und Bernstein stehen für Klarheit, Optimismus und Lebenskraft, erläutert Logona dazu. Ihre positive Energie bereichere die gesamte dekorative Kosmetik der Firma. Mascara Natural Look gibt es in Schwarz und in Braun.

Auch Sante kombiniert in seiner Mascara Volume natürliche Wachse mit ver-edelten Mineralpigmenten. Die Rezeptur schenkt nicht nur volles Volumen, sie gewährt auch langen Halt und pflegt intensiv, beschreibt die Firma ihr Produkt. Die Tusche ist vegan, als Farbe stehen black und brown zur Wahl. Tipp von Sante: Für einen besonders dramatischen Schwung die Wimpern vorher abpudern.

Gleich zwei Bürsten besitzt der Trend Sensitiv Double Black Mascara von Lavera: Die Präzisionsbürste soll die Wimpern trennen – für mehr Länge und Schwung. Die Volumenbürste sorgt für Fixierung und verhilft zu mehr Fülle. Natürliche Inhaltsstoffe wie Bio-Bienenwachs, Bio-Blüten Liposome und veredelte Mineralpigmente geben langen Halt.

Auch für Kontaktlinsenträger

Wimperntusche aus der Naturkosmetik ist auch optimal für Kontaktlinsenträger geeignet – wegen der milden Inhaltsstoffe. „Das belegen Tests an Freiwilligen, mit denen wir die Verträglichkeit unserer Produkte prüfen“, erläutert Sabine Kästner-Schlemme, Pressesprecherin für Lavera. „Zu den Probanden zählen auch Kontaktlinsenträger. Zudem beauftragen wir ein externes Institut mit dermatologischen bzw. augenärztlichen Tests.“

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