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Nur kein Stress bei Heuschnupfen

Wenn schon bei den ersten Blüten die Schleimhäute anschwellen und Frühlingsgefühle von laufender Nase getrübt werden, dann fällt es schwer, gelassen zu bleiben. Dabei wäre das schon der erste Schritt zur Linderung. // Jutta Krause

Heuschnupfen Wer an Heuschnupfen leidet, weiß, wie nervtötend das sein kann: Heftige Niesattacken, plötzlich überlaufende Nase, tränende Augen, schwellende Schleimhäute und starker Juckreiz in Nase, Augen und Rachen gehören noch zu den milderen Symptomen der Pollinosis. Manche Betroffenen werden zudem von Migräne, ständiger Müdigkeit, Schwellungen im Gesicht oder Quaddeln auf der Haut geplagt. Bei rund einem Drittel der Pollenallergiker kommt es zum gefürchteten „Etagenwechsel“: Die Abwehrreaktion breitet sich von den oberen in die unteren Atemwege aus, wechselt also von Nase und Rachen in die Bronchien, wo sie zu allergischem Asthma führt.

Allergien – was läuft da ab?

Bei Allergikern stuft das körpereigene Immunsystem eigentlich harmlose Stoffe als gefährlich ein und bildet Antikörper gegen sie. Bei erneutem Kontakt erkennen diese das Allergen und reagieren darauf wie auf einen Krankheitserreger: Botenstoffe wie das für Juckreiz, Tränen und Schnupfen verantwortliche Histamin werden ausgeschüttet und bringen die allergische Reaktion in Gang. Bei Heuschnupfen reagiert der Körper auf die Eiweiße bestimmter Blütenstäube, die zur Pollenflugzeit in großen Mengen in der Luft sind. Erwischen kann es jeden. Karina zum Beispiel war schon über 30, als sie das erste Mal auf Pollen reagierte. Sie hielt die plötzlichen Schnupfenattacken zunächst für eine Erkältung, stellte aber schnell fest, dass es sich um eine Pollenallergie handelte. In den darauf folgenden Jahren stellten sich die Symptome regelmäßig etwa um die gleiche Zeit wieder ein.

„Am schlimmsten war es bisher vor drei Jahren, als ich mich von meinem Lebenspartner trennte“, erzählt sie. Seelischer Stress und die Sorge um die Zukunft hatten sie besonders anfällig gemacht. Hinzu kamen ausgeprägte Symptome: Augen, Nase und Rachen juckten fast unerträglich, ihr ganzes Gesicht schwoll an, das Atmen fiel ihr schwer. „Ich war innerlich völlig verkrampft“, erinnert sie sich.

Karina erlebte damit am eigenen Leib, was viele Studien inzwischen bestätigen: Stress löst zwar keine Allergien aus, die Symptome fallen jedoch bei psychischem Stress stärker aus und dauern länger an.

Entspannung und Heuschnupfen

Auch den daraus folgenden Umkehrschluss, nämlich, dass Entspannung dann Linderung bringen müsste, hat Karina eindrücklich erlebt. „Eine Freundin nahm mich mit ins Yoga, was mir sehr guttat und mich insgesamt gelassener machte“, erzählt die inzwischen 37-Jährige.

Ursache für solche psychischen Einflüsse auf eine Allergie ist das enge Zusammenspiel von Nerven- und Immunsystem, das bislang noch kaum erforscht ist. Sicher ist jedoch, dass die beiden Systeme über Botenstoffe wie Interleukine, Stresshormone, Endorphine oder Interferone in ständigem Austausch stehen. Diese Neurotransmitter wirken auf beide Systeme. Deshalb können gezielte Entspannungsübungen, die das Nervensystem beruhigen, auch Allergiesymptome lindern.

Schminktipps bei Heuschnupfen

Ablenkungsmanöver
Von tränenden Augen und roter Nase ablenken, indem zum Beispiel der Mund besonders hervorgehoben wird. Ein Lippenstift in der Lieblingsfarbe macht den Blick in den Spiegel gleich heiterer.

Rote Stellen abdecken
Rötungen um die Nase mit einem Concealer im Hautton abdecken, dann erst Make-up auftragen. Entlastung für die Augen, die ohnehin oft lichtempfindlich sind, bringt eine Sonnenbrille, die nebenbei auch als Pollenschutzschild fungiert.

Kühlung für die Augen
Kühlung tut geschwollenen Augen gut: Kartoffel- oder Gurkenscheiben aus dem Kühlschrank einige Minuten auflegen und einwirken lassen. Auch kalte Teebeutel beruhigen.

Sparsam mit Augen-Make-up
Bei Heuschnupfen am besten auf Wimperntusche und Lidstrich verzichten, denn Naturkosmetikprodukte sind wasserlöslich. Beim Lidschatten zu Brauntönen greifen; rötliche und violette Nuancen betonen gerötete Augen.

Welche Form der Entspannung am besten passt, ist individuell verschieden. In Studien haben Autogenes Training und Progressive Muskelentspannung gute Ergebnisse gebracht. Besonders Yoga ist für viele ein sehr guter Weg, dem allergischen Schnupfen Paroli zu bieten. Das hat gleich mehrere Gründe: Die Atem-, Dehn- und Haltungs-übungen des Hatha Yoga dienen der Entspannung und Regeneration. Darüber hinaus stimulieren diese körperlichen Übungen die inneren Organe und regen den Stoffwechsel an. Besonders hilfreich für Heuschnupfen- und Asthmageplagte sind Atemübungen (Pranayama), die beruhigen, die Lunge stärken und das Atemvolumen vergrößern.

Neben dem entspannenden Effekt haben all diese Techniken, die am besten unter fachkundiger Anleitung erlernt werden sollten, eine weitere wichtige Funktion: Sie befähigen die Betroffenen, selbst etwas an ihrer Situation zu ändern und ihre Selbstheilungskräfte zu aktivieren.

Diese Befähigung ist ein wichtiger Baustein im Hildesheimer Gesundheitsprogramm. In diesem von Psychologen und Ärzten entwickelten mentalen Psychotraining, auch „Psychische Impfung“ genannt, lernen Allergiker, ihr Immunsystem positiv zu beeinflussen. Das hat bei einer Allergie gelernt, auf bestimmte Stoffe wie auf eine Bedrohung zu reagieren. Nun soll es mithilfe einer Mischung aus Atem-, Körper- und Wahrnehmungsübungen, Visualisierung und Selbsthypnose lernen, sie als harmlos einzustufen und ihrem Organismus durch Selbsthypnose neue Reaktionsmöglichkeiten beibringen. Das Immunsystem soll dadurch so geschult werden, dass es schließlich gar nicht mehr auf die Pollen reagiert.

Für welche Methode man sich auch entscheidet – dem Pollenflug mit Entspannung und Gelassenheit entgegenzutreten, ist auf jeden Fall einen Versuch wert!

Was tun bei Heuschnupfen? 5 nützliche Verhaltenstipps

1. Auslöser vermeiden
In der Stadt morgens (vor 8 Uhr), auf dem Land abends (nach 19 Uhr) kurz lüften, ansonsten Fenster geschlossen halten. Häufig Böden wischen und Polstermöbel absaugen – am besten mit Feinstaub- oder Pollenfilter am Gerät. Vor dem Schlafengehen Haare waschen, getragene Kleider nicht im Schlafzimmer ausziehen. Gereizte Schleimhäute reagieren auch sensibel auf andere Schadstoffe, also Schwimmen in Chlorwasser oder den Aufenthalt in Raucher-ecken lieber meiden.

2. Buch führen
Ein Allergie-Stress-Tagebuch hilft dabei, die psychisch belastenden Situationen zu erkennen, die allergische Beschwerden verschlechtern. Wer Zusammenhänge erkennt, kann diese oft auch ändern.

3. Allergene ausschwemmen
Wohltuend für die Augen ist es, die Allergene regelmäßig mit reizlindernden, milden Augentropfen (etwa Euphrasia) auszuspülen, die noch dazu Entzündung und Juckreiz lindern. Die Nase freut sich über eine reinigende, abschwellende Dusche mit Salzlösung. Dazu lauwarmes Wasser mit normalem Kochsalz oder Meersalz mischen, dabei etwa 9 Gramm (Das entspricht etwa einem Teelöffel) auf einen Liter Wasser geben. Die Salzlösung in das eine Nasenloch laufen lassen, bis sie aus dem anderen wieder austritt. Dann zum anderen Nasenloch wechseln. Anschließend gut schnäuzen und – aufatmen!

4. Bewusst ernähren
Stark histaminhaltige Nahrungsmittel wie Käse (vor allem Parmesan und Brie), Salami, Schinken, Sauerkraut, Tomaten oder Spinat aus dem Speiseplan verbannen und möglichst auch auf Alkohol verzichten, der das im Körper vorhandene Histamin freisetzen kann. Gut dagegen ist es, viel Wasser zu trinken. Vitamin C kann überflüssiges Histamin binden; auch Magnesium sowie die Spurenelemente Zink und Selen wirken sich positiv aus. Sie sind etwa in Reis und Vollkornprodukten enthalten.

5. Haut schützen
Reizstoffe wie Pollen können nicht nur über die Atmung sondern auch durch die Haut in den Körper gelangen – vor allem dann, wenn der natürliche Hautschutzmantel gestört ist. Jetzt ist es also besonders wichtig, die Haut mit Cremes und Ölen zu verwöhnen, die ihre Schutzfunktion unterstützen.

Bücher und Links

Rittiner, RemoRittiner, Remo:
Das große Yoga-Therapiebuch.
Verlag Via Nova, 2009, 208 Seiten, 24,95 Euro

Kerckhoff, AnneKerckhoff, Anne:
Heuschnupfen.
Kvc Verlag, 2005, 67 Seiten, 4,90 Euro

www.yogavidya.de
Webseite des europaweit größten gemeinnützigen Vereins für Yoga, Meditation und Ayurveda mit Übungs-Videos, Yoga-Anleitungen und Inspirationen aus dem klassischen Yoga.

www.hildesheimer-gesundheitstraining.de
Hier gibt es Infos und Kontaktdaten für alle, die mit dem Hildesheimer Training versuchen wollen, ihre Allergien durch „Umdenken“ und Neubewertung zu lindern oder loszuwerden.

www.pollenstresslos.ch
Der Schweizer Christian Fuchs, selbst jahrelang vom Pollenflug geplagt, hat eine Meditation entwickelt, die, nach seinen Angaben, vor allem Augen und Rachen Linderung verschafft. Auf der Webseite hat er sie kostenlos ins Netz gestellt.

www.pollenflug.de
Webseite mit Links, Tipps und aktueller Pollenflugübersicht. Nach Bundesländern und Pollenart geordnet.

www.heuschnupfen-naturheilkun.de
Webseite des Arbeitskreises Heuschnupfen mit Basisinformationen, Tipps und einer Übersicht über die gängigen Naturheilverfahren bei Heuschnupfen.

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Waltraud Henzler
Guten Tag, als geplagte Heuschnupferin habe ich noch einige

Tipps aus der Praxis:

- Wäsche nicht im Freien zum Trocknen aufhängen in der Pollenzeit

- Im Schlafzimmer öfter feucht

abstauben (möglichst von einem

Nicht-Betroffenen machen lassen)

- Juckende, geschwollene Augen am besten nicht kühlen, sondern einen heißen Waschlappen auflegen - so heiss, wie es die Hände ertragen! (auch wenn ein Schnakenstich juckt, wirkt dies viel besser als Kühlung)

- wenn es in den Ohren oder am Gaumen juckt, kann Arundo donax(heißt auch Arundo mauretanicum), z.B. D 6 oder LM 12 angewandt werden. Für mich wurde dieser Teil der Allergie-Plage

dadurch viel erträglicher.

Viel Erfolg bei meinen Tipps!




robiniawood
Heuschnupfen kann ein Symptom für einen Mangel sein.Wenn die allergischen Reaktionen jedes Jahr wieder im Frühjahr auftreten, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass der Vitamin D Vorrat im Körper nicht für den ganzen Winter ausgereicht hat.Vitamin D wird während Sonnenbädern unter blauem Himmel in den Sonnenmonaten gebildet und reicht meist für drei Wintermonate bis in den Dezember aus. Vitamin D ist für ein funktionierendes Immunsystem wichtig, schützt auch vor Infektionen. Ein guter Vitamin D Spiegel fängt bei 40 ng/ml ( 100 nmol/l an ). Der Laborwert heißt 25OHD. Das Buch 'Gesund in sieben Tagen' beschreibt welche Missempfindungen bei einem Vitamin D Mangel auftreten können und wie ein Ausgleich zu niedriger Werte vor sich geht. Mehr auch auf der Webseite von Dr. Raimund von Helden, dem Autor des Buches und auf seiner Webseite Vitamindelta.