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Kosmetik gegen Pickel

Wenn Pickel und Mitesser sprießen, braucht zarte Teeniehaut besonders viel Pflege. Salbei, Minze und ätherische Öle helfen sanft und nachhaltig zugleich. // Frauke Werner

Pickelstifte Fast jeder Weg führt am Spiegel vorbei, ständig wird an Kleidern und Haaren gezupft – in der Pubertät wird das Aussehen immer wichtiger. Ärgerlich, dass gerade dann Pickel und Mitesser entstehen. Schuld ist das Plus an Testosteron im jugendlichen Körper, bei Jungen wie bei Mädchen. Das männliche Hormon bewirkt, dass die Talgdrüsen mehr Hautfett produzieren. Zusammen mit Schmutz, Schweiß und alten Hautzellen kann es die Poren verstopfen – ein idealer Nährboden für Bakterien. Entzündet sich auch das umliegende Gewebe, entstehen rote Pickel.

Mit Seife rubbeln, drücken, quetschen, das macht die Sache nur noch schlimmer. Zarte Teeniehaut verlangt nach sanfter Pflege. Da sind die Produkte der Naturkosmetik-Hersteller ideal. Mit Minze, Salbei oder Tonerde reinigen und pflegen sie besonders schonend. Und für unterwegs gibt's den passenden Pickelstift.

Junge Problemhaut.
Was hilft nachhaltig?

Die meisten Jugendlichen haben zeitweise fettige, unreine Haut. Dann glänzt ihr Gesicht ölig. Bei manchen sind auch nur Stirn, Nase und Kinn fettig, die Seitenpartien dagegen eher trocken (Mischhaut). Da hilft vor allem konsequente Pflege, morgens wie abends: Erst gründlich reinigen, dann klären und zuletzt cremen. Am besten mit milden Naturkosmetik-Produkten für unreine Haut.

In der Naturkosmetik geht es nicht nur darum, dass Pickel möglichst schnell verschwinden. Sie will auch die Selbstheilungskräfte der Haut unterstützen, für einen langfristigen Erfolg. Das braucht seine Zeit, ist aber schonender. "Nach sechs bis acht Wochen sollte man eine leichte Besserung sehen", weiß Liane Jochum aus Erfahrung. Als Leiterin der Academia Balance bildet sie Naturkosmetikerinnen aus. Nach der Pubertät, wenn sich die Talgproduktion normalisiert hat, sollten junge Erwachsene dann eine Pflegeserie wählen, die ihrem Hauttyp entspricht, etwa eine für normale oder trockene Haut.

Was sonst noch hilft: gesunde Ernährung, genügend Schlaf und Make-up nur sparsam verwenden. Wer allerdings sehr viele Pickel und eitergefüllte Bläschen hat (Akne), sollte zum Hautarzt gehen.

Pflege mit System.
Was bietet die Natur?

Reinigungsprodukt, Gesichtswasser und Pflegemittel gehören zu fast jeder Serie für die unreine Haut. Ob mit Salbei, Minze oder Zaubernuss, da hat jeder Naturkosmetik-Hersteller seine eigene Rezeptur. So enthalten die Produkte der Serie Lavera Young Faces ein Pflanzenfluid aus hautklärender und entzündungshemmender Bio-Minze, gepaart mit Rosmarin, Thymian und Wacholder. Das Pflegetrio von Primavera Life reinigt und pflegt mit biologischem Salbei, der die Talgproduktion reduziert, sowie mit Traubenkernöl. Das verleiht der Haut Spannkraft. Sante nutzt unter anderem die beruhigenden Wirkstoffe der chinesischen Heilpflanze Schisandra zur Behandlung fettiger und zu Pickeln neigender Haut.

Außerdem sind in den Pflegesystemen der Naturkosmetik Stoffe, die die Haut beruhigen. Etwa Extrakte aus Kamille, Wundklee, Süßholz oder Ringelblume. In vielen Produkten helfen pflanzliches Glycerin und Aloe vera der Haut, Feuchtigkeit zu speichern. Ebenfalls wichtig: ätherische Öle. Sie wehren Pickel verursachende Bakterien ab und verleihen den Gels, Wässern und Cremes einen angenehmen Duft. Häufig ist zur Desinfektion auch Alkohol enthalten – aber nur in Mengen, die der Haut nicht schaden.

Reinigungsprodukte. Was wäscht sanft?

Reinigungsprodukte für die unreine Haut kommen als Gel, Creme oder Schaum daher. Ihre waschaktiven Substanzen – milde pflanzliche Tenside aus Zucker oder Kokosnuss – ziehen tief in die Poren ein. Dort binden sie Schmutz- und Talgpartikel, die sich dann leicht abwaschen lassen. Daher genügt es, die Reinigungssubstanz sanft einzumassieren, Rubbeln ist nicht erforderlich.

Wasser hingegen wäscht nur oberflächlichen Schmutz ab. Und Seife? Ist nichts für unreine Haut. Sie greift den Säureschutzmantel zu stark an. Bakterien können dann noch besser wachsen.

Für empfindliche Haut gibt es im Naturkosmetik-Regal auch tensidfreie Mittel. Etwa die Mineral Waschcreme von Alva, die Schmutz- und Fettpartikel mit mineralischer Tonerde aus Marokko (Rhassoul) bindet. Oder die Gesichtswaschcreme von Dr. Hauschka, die mit Hilfe von Mandelmehl die Poren befreit.

Darüber hinaus bieten einige Naturkosmetik-Firmen Peeling- und Reinigungs-Masken zur intensiven Tiefenreinigung an. Sie versprechen, ein- bis zwei Mal pro Woche angewandt, ein frischeres, verfeinertes Hautbild.

Schminke lässt sich am besten mit einer ölhaltigen Reinigungsmilch beseitigen. Danach sollte unreine Haut aber auch noch gereinigt werden.

Gesichtswasser.
Hautfreundliche Klärung

Ein Gesichtswasser oder Tonikum (Stärkungsmittel) soll die Haut optimal auf die nachfolgende Pflege vorbereiten und erfrischen. Dazu wird es mit dem Wattepad leicht im Gesicht verteilt. Das beseitigt Reste des Waschprodukts und lose Hautschüppchen.

Beliebte Zutat in den klärenden Naturkosmetika ist Hamamelis, die Zaubernuss. Sie enthält Gerbstoffe, die entzündungshemmend wirken und beruhigen. Allein auf ihre Kraft vertraut Primavera mit seinem Hamameliswasser für fettige, unreine Haut. Zur Erfrischung und Pflege darf es mehrmals am Tag auf die Haut gesprüht werden. Andere Gesichtswässer enthalten eine Vielzahl an Pflanzenextrakten und ätherischen Ölen. Häufig sind Teebaum- und Manukaöl drin, die für ihre antibakterielle Wirkung bekannt sind. Mitunter hilft zusätzlich Salz aus dem Toten Meer, um die Pickel verursachenden Bakterien abzuwehren. "Unreine Haut muss besonders gründlich gereinigt und tonisiert werden", betont Liane Jochum.

Für Jugendliche, die die Finger nicht von Pickeln lassen können, hat sie noch einen Tipp: Zum Ausdrücken die Fingerspitzen in ein Stück Küchentuch hüllen, vor- und nachher mit Gesichtswasser oder einem Pickelstift "desinfizieren".

Pflegemittel.
Morgens oder abends?

Cremes und Fluids spenden Feuchtigkeit und sollen die Haut geschmeidig machen. Sie werden in der Naturkosmetik auf der Basis wertvoller Pflanzenöle hergestellt, etwa aus Jojobasamen oder Mandelkernen. Jojobaöl schützt die Haut vor Austrocknung, mindert Entzündungen und beruhigt. Zutaten wie Kakao- und Sheabutter sorgen für ein weiches Hautgefühl. Viele Pflegemittel enthalten Vitamin E, das hautglättend wirkt.

Während manche Naturkosmetik-Firmen dasselbe Produkt für morgens und abends empfehlen, bieten andere Tages- und Nachtcremes an, so zum Beispiel die Nachtcreme Bio-Zaubernuss von Logona mit Traubensilberkerzenextrakt aus der Serie für Mischhaut und unreine Haut.

Auf Nachtpflege ganz ohne Fett schwört Dr. Hauschka. Der Naturkosmetik-Pionier begründet: Es ist gut, wenn die Haut nachts frei atmen kann, weil sie sich im Schlaf regeneriert und das Immunsystem bakterielle Eindringlinge abwehrt. Zur Nacht kommt daher nur Gesichtswasser auf das gereinigte Gesicht. Alternativ kann mehrmals im Jahr eine wässrige Hautkur angewandt werden.

Inhaltsstoffe.
Was ist für Bio tabu?

Kontrollierte Naturkosmetika zeichnet das Siegel von BDIH, Natrue, Ecocert oder ICADA aus. Anders als konventionelle Produkte enthalten sie daher keine Polyethylenglykole (PEGs) bzw. deren Abkömmlinge wie Laureth und Lauryl-ethersulfat. Diese chemischen Tenside und Emulgatoren können die Haut reizen und durchlässiger machen für Schadstoffe.

Auch erdölbasierte Paraffin- und Silikonöle, Grundstoffe konventioneller Cremes und Lotionen, sind in Naturkosmetik nicht zu finden. Paraffin verstopft zudem die Poren. Ebenso sind Parabene und halogenierte Substanzen zum Konservieren tabu. Sie können bei Menschen mit empfindlicher Haut Allergien auslösen. Chlor-, brom- und jodhaltige Verbindungen gelten darüber hinaus als krebserzeugend.

Naturkosmetika verzichten auf synthetische Duftstoffe und künstliche Farbstoffe, denn die können die gereizte Haut zusätzlich irritieren. Die pflanzlichen Inhaltsstoffe der Naturkosmetika stammen aus kontrolliert biologischem Anbau und Wildsammlungen. Alle Anbieter garantieren, dass ihre Produkte nicht an Tieren getestet werden.

Auf den Punkt gebracht. Was leisten Pickelstifte?

Zu Pflegeserien für unreine Haut gehört meist auch ein Pickelstift (siehe Tabelle S.55), der ein klares, fettfreies Gel enthält. Mehrmals täglich aufgebracht, beschleunigt er die Heilung. Gut, dass der kleine Helfer in jede Tasche passt.

Das bietet die Naturkosmetik: Der Rhassoul Pickeltupfer von Alva bekämpft lästige Unreinheiten mit mineralischer Tonerde sowie Teebaum-, Lavendel- und Manukaöl. Antibakterielles Teebaumöl ist auch der Hauptwirkstoff im Pickelroller von CMD Naturkosmetik, gepaart mit Aloe vera und Panthotenol. Sie sollen die gereizte Haut beruhigen. Beide Pickelstifte sind allerdings nur eingeschränkt für Menschen mit empfindlicher Haut zu empfehlen, denn Teebaumöl kann bei ihnen Allergien auslösen.

Aus der Serie Clear Skin von Logona kommt der Anti-Pickel-Tupfer Bio-Minze. Mit Bartflechten-Extrakt sowie Salbei, Minze, Grüntee und Zaubernuss wehrt er Pickel verursachende Bakterien ab. Primavera kombiniert Salbei mit Lemongrass-Extrakt, der zusammenziehend wirkt. In seinem Anti Pickel Aktivgel beruhigen Süßholzwurzel und Kamille die Haut. Diese Aufgabe erfüllt im Anti-Spot Gel von Sante der Schisandra-Hamamelis-Extrakt. Weidenrinde, Traubensilberkerze und Salbei helfen gegen Bakterien.

Klären und kaschieren. Noch mehr kleine Helfer

Ebenfalls praktisch für unterwegs sind Abdeckstifte, die sowohl die Heilung fördern als auch rot entzündete Stellen kaschieren. Naturkosmetikprodukte enthalten als Grundlage natürliche Wachse. Dazu zählen Bienen- und Wollwachs sowie Wachse, die aus den Blättern der Carnaubapalme oder denen des Candellilabuschs gewonnen werden.

Um einen hautfarbenen Ton zu erzielen, werden mineralische Farbstoffe zugesetzt. Beliebt sind Titanoxid, Ultramarin und Glimmer. In Beige und Naturell gibt es den Dr. Hauschka Pure Care Cover Stick. Er mattiert betroffene Hautstellen zusätzlich mit Stärke aus Maniokwurzeln. Antibakteriell wirkt er mit Teebaum- und Manukaöl, heilend mit Auszügen aus Wundklee und Ringelblume.Dem Abdeckstift von Lavera verleihen die ätherischen Öle aus Pfefferminze und Teebaum entzündungshemmende Eigenschaften. Jojobaöl ist mit drin, damit die abdeckende Mischung optimal haftet. Zur Pflegelinie mit Bio-Minze von Logona gehört ebenfalls ein Abdeckstift, der die gleichen antibakteriellen Wirkstoffe wie der Pickeltupfer der Serie enthält.

Tipp: Um einen optimalen Kaschiereffekt zu erreichen, nach dem Auftragen die Ränder zart ausstreichen.

Make-up auf fettiger Haut?

"Auch eine fettige Haut verträgt Make-up, wenn die Basispflege stimmt", erklärt Ute Schuldes, Naturkosmetikerin bei Dr. Hauschka, zu dem Problem vieler Jugendlicher. Sie empfiehlt, nach dem Reinigen und Klären Unreinheiten zunächst mit einem pflegenden Abdeckstift zu kaschieren. Dann sollte sparsam ein hautverträgliches Make-up mit hochwertigen Natursubstanzen aufgetragen werden. Anschließend mit einem losen Puder mattieren und fixieren.

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incl. 'http://'

Wow, danke für diesen ausführlichen Beitrag. Ich habe mich zwar schon sehr mit dem Thema beschäftigt, aber ich konnte noch einiges für die tägliche Anwendung mitnehmen. Persönlich habe ich mit dieser Gesichtsmaske gute Erfahrungen gemacht ( http://jojobaöl-wirkung.de/?p=412 ) evtl. hilft es dem ein oder anderen auch!

Grüße
Sebastian