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Knochenmark spenden – wie funktioniert das?

  • DKMS-LogoJeder gesunde Mensch zwischen 18 und 55 Jahren kann sich beim Hausarzt, im Krankenhaus oder bei einer öffentlichen Aktion in einer der Spenderdateien typisieren lassen.
  • Meist wird hierfür eine Blutprobe von etwa 5 ml entnommen. Neuerdings gibt es auch die Möglichkeit, einen mit einem Wattestäbchen selbst durchgeführten Abstrich per Post zur Analyse zu schicken. Die Sets sind zum Beispiel bei der Deutsche Knochenmarkspenderdatei (DKMS) erhältlich.
  • Zusammen mit der ersten Abgabe der Probe erklärt sich der potenzielle Spender grundsätzlich zu einer Knochenmarkspende und der anonymen Speicherung seiner Daten bereit.
  • Einige Spenderdateien analysieren aus Kostengründen zunächst nur einen Teil der erforderlichen HLA-Merkmale. Bei einer ersten Übereinstimmung mit denen eines Patienten wird der Spender zu einer weiteren Blutspende gebeten.
  • Gibt es auch hier eine Übereinstimmung, wird der Spender um sein Einverständnis gebeten, sein Blut auf Viruserkrankungen wie Gelbsucht oder HIV untersuchen zu lassen.
  • Dies ist der Zeitpunkt, an dem der Spender sein Einverständnis mit der Spende erklären muss. Auch eine Entscheidung gegen die Spende wird respektiert.
  • Zwei Wochen vor der Spende wird der Spender nochmals gründlich untersucht, um Risiken für sich selbst und den Patienten zu minimieren.
  • Die eigentliche Spende erfolgt in einem der hierfür vorgesehenen deutschen medizinischen Zentren. Die Kosten für Anreise und Aufenthalt werden von den Krankenkassen übernommen. Es gibt zwei Möglichkeiten der Spende:

1. Bei der Knochenmarkentnahme (nicht zu verwechseln mit dem Rückenmark, das niemals gespendet wird) wird dem Spender unter Vollnarkose etwa ein Liter Knochenmark-Blut-Gemisch aus dem Beckenknochen entnommen, das sich in wenigen Wochen wieder nachbildet. Nach zwei bis drei Tagen kann der Spender das Krankenhaus verlassen.

2. In 80 Prozent der Fälle wird eine Blutstammzellentnahme durchgeführt. Hierbei wird dem Spender über fünf Tage ein Medikament gegeben, das die Produktion der Blutstammzellen anregt und sie ins zirkulierende Blut lockt. Über ein spezielles Verfahren werden diese dann – ähnlich wie bei einer Dialyse – ambulant aus dem Blut gesammelt. Als Nebenwirkung des Wachstumsfaktors können vorübergehend grippeähnliche Symptome wie Kopf- und Gliederschmerzen auftreten.

Kommentare

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Frank Streibel
Nach Rückfrage bei der DKMS (Sep 2011):

1. Typisierung beim Hausarzt nicht mehr nötig, sondern es werden meistens die o.a. Sets mit Wattestäbchen versandt. Ergo: keine Kosten (und Aufwand) für potentiellen Spender. (Kann telefonisch angefordert werden oder auf DKMS-Homepage unter "Registrierung"). (Eine Spende an die DKMS zur Deckung der Typisierungskosten (50 €) wird erbeten, ist aber freiwillig.)

2. Kosten bei evtl. Spende trägt Krankenkasse des Empfängers, nicht die eigene.

3. Anders als oben beschrieben, muss man sich erst für oder gegen das Spenden entscheiden sobald ein Patient identifiziert ist und man untersucht wurde und man nochmals im Detail aufgeklärt wurde. Bei Bedenken oder falls es aus beruflichen o.ä. Gründen zu diesem Zeitpunkt nicht geht kann man jederzeit einen Rückzieher machen.
G.Moser
Dieser Artikel ist sehr hilfreich eine Entscheidung zu treffen. Bis jetzt wusste ich nicht so genau wie eine Knochenmarkentnahme vor sich geht. Leider steht hier nicht wer die Kosten der Typisierung trägt.