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Gerne glatt gepflegt

Ungefähr ein Drittel aller deutschen Männer lässt die Gesichtshaare sprießen, zwei Drittel greifen regelmäßig zum Rasierapparat. Ihre Haut braucht nach der Rasur besondere Pflege. // Sabine Kumm

Frauen sind in puncto Männerbart geteilter Meinung: Gut die Hälfte küsst lieber woll- und stoppelfreie Wangen, für die anderen darf es ruhig etwas kratziger sein. Bart oder nicht Bart, das ist letztendlich immer eine Geschmacksfrage. Tatsache bleibt jedoch: Jede Rasur bedeutet Stress für die Haut. Denn das Abschaben von Stoppeln und Haaren mithilfe scharfer Klingen stört ihren Hydrolipidfilm und führt auch bei harten Männern zu Hautirritationen.

Trotz fortgeschrittener Rasiertechnik und der Entwicklung schonender Verfahren, reagiert sie deutlich gereizt. Rötungen, Pickelchen, trockene und schuppige Haut und sogar Rasurbrand können die Folgen falscher Pflege sein. Konventionelle Aftershaves tragen mit ihrem hohen Alkoholgehalt (40-60 Prozent) zwar zur Desinfektion von Mikroverletzungen bei, fördern aber den Fett- und Wasserverlust der Haut.

Natürliche Hautschmeichler

Viele Naturkosmetik-Hersteller setzen darum beim Rasierwasser auf einen deutlich niedrigeren Alkoholgehalt als die konventionellen oder verzichten ganz darauf. Für empfindliche Haut besonders geeignet sind Balsam (englisch: „Balm“) oder Aftershave Lotion. Sie geben der rasierten Haut die Feuchtigkeit zurück, lindern Reizungen und fördern mit natürlichen Bestandteilen wie zum Beispiel dem entzündungshemmenden Kamillewirkstoff Bisabolol, Hamameliswasser, Schachtelhalm- oder Ringelblumenextrakt ihre Widerstandskraft.

Die pflanzlichen Rohstoffe enthalten keine gentechnisch veränderten Bestandteile, stammen überwiegend aus biologischem Anbau und sind auf den Packungen entsprechend deklariert. Synthetische Duftstoffe wie etwa die polyzyklischen Moschusverbindungen (PCM), die sich im Körper anreichern können, findet man hier nicht, ebenso wenig Silikone, Paraffine und andere Erdölprodukte. Naturkosmetische Aftershaves enthalten nur natürliche oder naturidentische Konservierungsstoffe und werden durch unabhängige Prüfinstitute kontrolliert. Die Angebotspalette ist reichhaltig.

Frische, Duft und Pflege

Der For Him After Shave Balsam von Alva verzichtet ganz auf Alkohol und versteht sich auch als Anti-Aging-Pflege. Vitamin E und Bisabolol glätten und beruhigen die Haut. Farfalla wirkt mit seinem Sandalwood Natural After Shave Balm durch Aloe vera, Hamamelis- und Kamillenextrakte Hautreizungen entgegen. Auch Logona hat mit seiner Mann Aftershave Lotion erfrischende Pflege mit einer holzigen Duftnote im Sortiment. Sie lindert Rötungen mit einer Wirkstoffkombination aus Aloe vera, Hamamelis- und Ringelblumenextrakt. Das After Shave Wild Life for men von I+M Naturkosmetik beruhigt und harmonisiert die Haut mit Aloe vera. Das vegane Rasierwasser ist auch als Preshave vor der Trockenrasur geeignet. Einen zitronig-frischen Duft verleiht der ebenfalls mit „vegan“ gekennzeichnete Men Care After Shave Balsam von Lavera. Natürliche Meeresmineralien, Kieselsäure und Bioschachtelhalm straffen und erfrischen die Haut nach der Rasur.

Martina Gebhardt Naturkosmetik setzt mit ihrem Wild Utah for men After Shave auf indianische Heilkräuter zur Förderung des Haut-Abwehrsystems. Der Alkoholgehalt des veganen Rasierwassers liegt unter 14 Prozent. Das Homme Gesichtsfluid 2 in 1 von Sante verbindet Aftershave und Feuchtigkeitspflege. Pflanzliche Wirkstoffe wie Weißer Tee, Mandel- und Jojobaöl sollen vorzeitiger Alterung entgegenwirken. Die After Shave Lotion von Speick pflegt die Haut besonders gut nach einer Nassrasur. Neben dem Speik-Pflanzenextrakt liefern Menthol, Kampfer und Alaun die adstringierenden Komponenten. Der After Shave Balsam von Weleda enthält Kamille- und Myrrhe-Extrakte. Aloe vera kühlt und spendet die erforderliche Feuchtigkeit.

Übrigens: Aftershave-Balsam gilt auch unter Frauen als Geheimtipp. Und das nicht nur nach der Beinrasur: Sie setzen den Balsam als leichte Körperlotion, improvisierte After-Sun-Pflege und feuchtigkeitsspendende Make-up-Unterlage ein. Und schenken ihn ihren Liebsten darum ganz besonders gern.

Wer hat’s erfunden?

Das lateinische „Rasura“, von dem unser Wort „Rasur“ stammt, bedeutet so viel wie „Schaben“ oder „Kratzen“. Genau das taten unsere steinzeitlichen Vorfahren mittels scharfkantiger Steine und Muschelschalen bereits vor 25 000 Jahren.

Was tun gegen Hautirritationen?

Wer empfindlich ist, sollte vor dem Rasieren Preshave benutzen, damit die Haare sich aufrichten und weich werden. Nicht gegen die Wuchsrichtung der Haare rasieren, denn das reizt die Haut unnötig. Die Rasierklingen lieber öfter mal auswechseln und auf keinen Fall beim Rasieren zu fest auf die Haut aufdrücken.

Krieg und Frieden

Der mechanische Rasierapparat mit doppelseitiger Sicherheits-rasierklinge wurde im Jahr 1901 erfunden. Ursprünglich sollte er die Rasur zu Hause erleichtern. Richtig populär wurde der Rasierhobel allerdings in einem eher tragischen Zusammenhang: Die amerikanischen Soldaten verwendeten die leicht zu handhabenden Rasierer während des Ersten Weltkriegs in großer Zahl an der Front, um nach der Rasur die erstmals eingesetzten Gasmasken luftdicht am Gesicht abschließen zu können.

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