Anzeige

Anzeige

Natürliche Tage

Von der ersten Regel bis zur Menopause verbraucht eine Frau bis zu 10 000 Tampons oder Binden. Da lohnt der Blick auf die verwendeten Materialien – der Haut und Umwelt zuliebe. // Astrid Wahrenberg

LuxusseifenFür einen Tampon ist auch in der kleinsten Tasche Platz. Weil er so praktisch ist und die Tage in den Tagen fast unsichtbar macht, haben die ersten industriell hergestellten Watteröllchen vor rund 50 Jahren in Deutschland die Monatshygiene revolutioniert. Heute werden hierzulande jährlich mehr als eine Milliarde der Wattewickel verkauft. Etwa drei Viertel der Frauen benutzen Tampons während der Periode. Der Saugkörper von konventioneller Ware besteht meist aus einem hohen Anteil Zellulose (Viskose), einem Holzrohstoff. Manche Hersteller setzen ein Fasergemisch aus Zellulose und Baumwolle ein. Eine Ummantelung des Saugkerns mit einem dünnen Synthetikvlies oder perforierter Folie soll verhindern, dass sich Fasern aus dem Tampon lösen und in der Scheide zurückbleiben, was ein Risiko für eine bakterielle Besiedelung sein kann.

Keine Fussel

Biotampons bestehen aus 100 Prozent Bio-baumwolle (gänzlich chlorfrei gebleicht). Mit Faserverlusten hat man beim britischen Hersteller Natracare nach eigenen Angaben noch nie ein Problem gehabt. „Baumwolle besteht aus welligen Fasern, die sich miteinander verweben, während sich Viskosefasern im Gegensatz dazu wie glattes Haar verhalten“, erklärt Anna Wetherill von Natracare.

Natürliche Materialien scheinen vielen Frauen besser zu bekommen als konventionelle Frauenhygiene-Produkte mit synthetischen Bestandteilen. Zu diesem Schluss kommt eine von Natracare initiierte Studie aus dem Jahr 2006. 40 englische Gynäkologen untersuchten Frauen, die über Beschwerden wie vaginalen Juckreiz, Schmerzen und/oder Ausfluss klagten. Bei vielen Frauen mit solchen Symptomen verstärken sich die Beschwerden während der Periode, woraus die Forscher schlossen, dass die verwendeten Hygieneprodukte eine Rolle dabei spielen. Frauen deuten die Symptome häufig als Anzeichen einer Pilzinfektion, gegen die sie unter anderem mit Medikamenten, Salben und Cremes vorgehen.

Die Studie kam allerdings zum Ergebnis, dass bis zu ein Drittel aller Frauen mit den oben beschriebenen Symptomen nicht von einer Pilzinfektion betroffen sind. Als „Allergische Feminine Infektion“ bezeichnet der Gynäkologe David Nunns vom städtischen Krankenhaus in Nottingham dieses Erscheinungsbild. Bislang ist dieser Begriff und was dahintersteckt den meisten Frauen noch kein Begriff. Nunns emp-fiehlt wie viele seiner Standeskollegen, bei solchen vaginalen Irritationen nur noch natürliche Intimprodukte zu benutzen, Baumwoll-Unterwäsche zu tragen sowie Seife zu vermeiden. Bestünden die Probleme dennoch weiter, sollten die Frauen einen Gynäkologen aufsuchen, der die Ursache klärt.

Ökobinden ohne Plastik

An natürlichen Hygieneprodukten für die Menstruation bietet der Naturwarenhandel neben Tampons aus Biobaumwolle auch Einmal-Monatsbinden, wiederverwendbare Stoffbinden, Naturschwämme sowie sogenannte Mondbecher (siehe Kas-ten oben ) an. Die Wegwerf-Biobinden bestehen aus einem Zellulosekern (chlorfrei gebleicht) und einer feuchtigkeitsundurchlässigen Hülle aus Getreidestärke als Auslaufschutz. Darüber kommt eine Oberschicht aus zertifizierter Biobaumwolle, mit der dann die Haut in Kontakt kommt. Diese Einmal-Biobinden sind immerhin zu über 90 Prozent kompostierbar.

Anders konventionelle Binden. Sie bestehen aus gebleichten Zellstoffflocken und Polyacrylaten (Absorber auf Erdölbasis). Die Kunststoffkügelchen werden entweder in eine Schicht aus Zellulose eingestreut oder in ein verdichtetes Luftkissen aus Zellulose, Latex, Acryl-Bindemittel und Klebstoff eingebaut. Auch das Obermaterial der Binden enthält häufig Kunststoffe – so fühlt sich die Einlage länger trocken an. Allerdings kann die Luft nicht richtig zirkulieren, ein feuchtwarmes Klima entsteht – ideal für Scheidenpilze. Manche Binden enthalten außerdem noch Duftstoffe und optische Aufheller.

Eine weitere Alternative bieten wiederverwendbare Binden. Diese gibt es bislang jedoch nicht in Bioqualität. Nach Angaben des Herstellers Sood ist die Nachfrage nach entsprechenden Produkten in den letzten Jahren gestiegen. Wiederverwendbare Binden der Sood-Marke Kulmine bestehen aus Seide oder Baumwolle. Seidenbinden, waschbar bei 60 Grad, können etwa fünf Jahre lang verwendet werden, Baumwollbinden, waschbar bis 95 Grad, sogar bis zu zehn Jahre.

Krank durch Tampon?

TSS steht für Toxisches Schocksyndrom, eine seltene Bakterienerkrankung, die mit Tampons in Verbindung gebracht wird. Treten während der Regel Fieber, Hautausschlag, Muskelschmerzen und Übelkeit auf, den Tampon sofort entfernen und einen Arzt aufsuchen.

Tampon-Alternativen

Name: Mondbecher, Mondtasse, Mooncup, Divacup, Lunette

Material: Silikon

Anwendung: Anfeuchten, falten, einführen. Alle 4 bis 6 Stunden herausnehmen, entleeren, unter fließendem Wasser reinigen, einsetzen. Nach der Blutung in Wasser auskochen.

Vorteile:

  • Kein Austrocknen der Schleimhäute (beim Tampon möglich)
  • Wiederverwendbar
  • Frau ist sich ihres Körpers besser bewusst. Sie sieht, wie viel Blut sie tatsächlich verliert.

Das Kniffelige dabei: Einige Übung zur sicheren Benutzung ist meist notwendig.

Mehr Infos unter: www.utopia.de/wissen/ratgeber/mondtassen-landen-auf-der-erde; mondtasse.de

Name: Menstruationsschwamm

Material: Naturschwamm

Anwendung: Anfeuchten, zusammendrücken, einführen. Passt sich der Form der Scheide an, kann auch zurechtgeschnitten werden. Unter fließendem Wasser ausspülen.

Vorteile:

  • Einfache und angenehme Anwendung
  • Kompostierbar

Nachteil:

  • Zu Beginn der Regel häufiger Wechsel erforderlich

Wichtig: Nicht bei vaginalen Infektionen benutzen
Schwämmchen regelmäßig erneuern

Biotamponhersteller in der Kritik

Im Frühjahr 2007 hat das Magazin Ökotest in fast allen 16 getesteten Tampon-Marken halogenorganische Verbindungen gefunden – auch beim Biohersteller Natracare. Und das, obwohl die Firma sowohl auf Chlor als auch auf Chlorverbindungen verzichtet. Unabhängige Analysen von drei beauftragten Labors bestätigten die Schadstoffbelastung nicht. Dennoch hat Natracare die Anstrengungen für 100 Prozent ökologische und unbelastete Produkte verstärkt. So ist im Februar ein Zertifizierungsprozess mit einer vollständigen Lebenszyklusanalyse abgeschlossen worden.

Kommentare

Kommentar­bild via Gravatar

incl. 'http://'
Mechthild Hansen

.... ähm, also "Giftstoffe" im Mendstruationsblut, ja? Nicht mehr und nicht weniger, genauso alle Medikamente die eingenommen werden, etc.
Die Menstruations-Tassen sind auch keine wirkliche Lösung: In wie vielen Toiletten gibt es denn direkt ein Waschbecken? Die Hände sind eingeferkelt, evt. der Toilettenrand, die Tasse ist nicht sauber. Ach, da gibt´s dann wohl keine Bakterien.
Tja, schöne Sauerei, die Putzkolonne bedankt sich.
Dann lieber Bio-Tampons, das ist viel hygienischer.... und Bakterien sind normal in der Scheide (die guten zumindest:)

Robert Schmidtchen
Also ich weiß und kann dies auch beweißen und auch jeder Frau erklären warum das so ist das egal welches Tampon egal aus welchen Materialien Hergestellt wird Total ungesund ist!!! und das so viele Krankheiten dadurch ausgelöst werden die logischer Weiße auch den Mann krank macht!

Dazu muss ich nicht viel erklären, denn das weiß eigentlich jeder Mensch der seinen Verstand benutzt, dass Feuchtigkeit und wärme wie es bei der Frau der Fall ist ein optimaler Nährboden für Bakterien darstellt und wenn eine Frau egal welches Tampon in sich einführt sich Rasend schnell Bakterien vermären, dass heißt, dass das also nicht Gesund sein kann!!! desweiteren scheidet die Frau nicht aus Spaß dieses Blut aus denn wenn man sich wirklich mal darüber auseinander gesetzt hätte wüsste man das Giftstoffe im Blut sind die die Frau so schnell wie möglich loswerden möchte und sich nicht in so einem Tampon da noch stunden lang in der Frau verweilen sollte!!! Also Frauen verwendet keine Tampons um eure und der Gesundheit der Männer!
W.Meger
Interessanter Artikel.

Allerdings ist Leinen saugfähiger.
Eni
also ich verwende nur noch natürliche damenbinden von www.premium-damenbinden.de
Lore
Der Artikel ist mittlerweile etwas veraltert aber von der Grundidee her passt die Aussage. Einweg ist einfach problematisch. Auch ich hatte gesundheitliche Probleme beim Verwenden der Wegwerfbinden, Slipeinlagen und Tampons. Ich persönlich nutze seit 2 Jahren Lunapads Produkte, die mittlerweile auch in Deutschland über einen Shop erhältlich sind. Sie halten seit 2 Jahren so toll, dass ich keinen Zweifel daran habe, dass sie 5 Jahre halten sollen. Sie sind aus 100% Bio- und normaler Baumwolle, äußerst saugfähig, leicht auswaschen, ohne Plastik und vor allem eine tolle Abwechslung weil sie so schön bunt sind. Ich kann sie wirklich wärmstens empfehlen. Die Menstruationstassen sind ebenfalls eine tolle Erfindung. Hier habe ich bereits einige Cups ausprobiert und bin am Ende bei der Lunette in rot gelandet. Ich kann sie unglaubliche 12 Std drin lassen (habe ich übrigens schon oft gelesen, dass das eher die Regel ist). Die Lunette sitzt am besten und sieht toll aus. Ist über einige online Bio-Shops zu bekommen. Ich weiß nicht mehr warum ich mal Wegwerfprodukte verwendet habe. Das ekelt mich heute richtig an. Hoffe, das hilft jemandem weiter.