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Material

Gift im Mund

Füllungen, Brücken, Kronen und Zahnspangen sind gesundheitlich nicht unbedenklich. Über Risiken oder Nebenwirkungen von Zahnmaterialien lesen Sie hier. // Christian Zehenter

Zahnfüllungen aus Amalgam mit über 50 Prozent Quecksilber sind Giftquellen. In den vergangenen Jahren zwar heftig in Kritik geraten, existiert bislang jedoch kaum eine kostengünstige Alternative. So einfach lässt sich Amalgam nicht verbieten - Millionen Menschen tragen es als Kassenleistung im Mund und Zahnärzte blombieren nach wie vor damit. Allerdings nutzten Dentalhersteller die Gunst der Stunde, um neue Kunststoffmaterialien auf den Markt zu bringen - nicht immer zum Nutzen der Patienten.

Amalgam in (fast) aller Munde

50 Millionen Menschen in Deutschland tragen Amalgam im Mund - Tendenz rückläufig: Von den knapp 70 Millionen Füllungen, die jährlich in Zahnarztpraxen gelegt werden, besteht noch ein Drittel aus Amalgam. Viele verzichten jedoch auf diesen gefährlichen Werkstoff - aus gutem Grund, wie der Labortest zeigt: Der Speichel von Amalgamträgern enthält mehr Quecksilber als das eine Mikrogramm pro Liter, das die Trinkwasserverordnung toleriert. Ihre Atemluft enthält nach dem Essen mehr Quecksilber als der Ausstoß eines Kohlekraftwerks. Das liegt auch daran, dass Quecksilber sich in Flüssigkeiten leicht löst und bereits bei Raumtemperatur verdampft. Besonders der Quecksilberdampf ist sehr gefährlich, da er ungehindert über die Lunge in den Körper und das zentrale Nervensystem gelangt und von dort aus fortschreitend den Organismus schädigt.

Füllungen aus Kunststoff

Anstelle von Amalgam werden meist Flüssigkunststoffe verwendet, so genannte Composites. Mittlerweile machen Composites 36 Prozent der Zahnfüllungen aus. Sie sind herkömmlichem Holzleim ähnlich und werden mit UV-Licht im Mund ausgehärtet. Der Nachteil ist, dass das Material schrumpft. Dadurch verändert sich der Biss, was Kaubeschwerden, Veränderungen im Bewegungsapparat und sogar bei der Atmung verursachen kann.

Composite-Füllungen müssen häufiger ausgetauscht werden und die Randspalten sind anfällig für Karies. Das kann zum früheren Verlust des Zahnes führen. Wenn die Füllungen zu schnell verarbeitet werden, verstärkt sich diese Tendenz: Der Kunststoff muss in sehr dünnen Schichten aufgetragen und vollständig ausgehärtet werden. Daher taugt er nur für sehr kleine Füllungen, die nicht der Kaubelastung ausgesetzt sind. Neuere Kunststoffe wie Tetric®Ceram, Definite® oder Solitaire® sind durch ein eingebautes Keramik- oder Silikatgerüst erheblich stabiler. Allerdings haben alle Flüssigkunststoffe für Allergiker und empfindliche Personen einen entscheidenden Nachteil: Sie setzen im Mund ständig allergene Einzelbestandteile, so genannte Monomere, frei und enthalten häufig nicht deklarierte Verunreinigungen wie Aldehyd, Phenol oder aromatische Kohlenwasserstoffe. Laborgefertigte Kunststoffe wie Artglass® oder Targis/Vectris® bieten bei Kronen und Brücken deutlich bessere Qualität: Mit Hilfe integrierter Keramik-, Glasfaser- oder Fiberglasgerüste lassen sich langlebige Kronen und Brücken mit bis zu fünf Gliedern realisieren. Außerdem werden durch die bessere Verarbeitung und Aushärtung weniger schädliche Substanzen freigesetzt als bei Kunststoff, der im Mund verarbeitet wird.

Keramik ist erste Wahl

Keramik ist der hochwertigste und verträglichste Zahnwerkstoff. Sie wird aus einer mineralischen Ausgangssubstanz gebrannt. Dank hoher Brenntemperaturen lösen sich später kaum noch Stoffe heraus. Da Keramik ein starres, bruchanfälliges Material ist, sind die Kronen auch dickwandiger, wofür leider mehr Zahnsubstanz verloren geht. Der zweite Nachteil: Keramikfüllungen werden in der Regel mit belastendem Kunstharzkleber eingesetzt. Die bessere Alternative wäre hier, die Keramik auf eine hochwertige Goldlegierung aufzubrennen, welche mit Zement eingesetzt wird. Der Werkstoff Keramik ist härter als Zahnschmelz. Er muss sehr passgenau gearbeitet sein, sonst schädigt er die gegenüberliegenden Zähne. In jüngster Zeit wurde Zirkonoxid (zum Beispiel Lava®, Cercon® oder Procera®) entwickelt. Er ist mit 400-550 Euro pro Krone etwas teurer, kann jedoch ohne größeren Verlust an Zahnsubstanz mit Zement eingesetzt werden. Aus Zirkonoxid lassen sich auch metallfreie Zahnimplantate herstellen.

Metall

Metalle kommen in der Zahnmedizin fast immer als Legierungen, also gemischt, zum Einsatz. Einzeln wären sie zu spröde und kaum zu verarbeiten. Sie neigen jedoch dazu, sich im Speichel zu lösen. Befinden sich mehrere verschiedene Legierungen im Mund, bauen sich vermehrt elektrische Spannungen und Ströme auf, die das Herauslösen noch verstärken. Vorsicht ist bei Kobalt, Nickel oder Beryllium aus Stahllegierungen in Prothesenklammern und Zahnspangen geboten. Sie verursachen Allergien und können die Schleimhäute schädigen. Beryllium ist zudem sehr giftig und krebserregend. Ungünstige Edelmetalllegierungen, die häufig als „Gold“ bezeichnet werden, enthalten Zinn, Silber, Kupfer oder Indium. Im Speichel erreichen sie teils belastende Konzentrationen und können Immun- und Nervensystem schädigen. Der Allergieauslöser Palladium ist in 90 Prozent aller „Goldkronen“ enthalten.

Gold, Platin und Titan

Verträgliche Legierungen für Kronen oder Brücken, wie Bio-Maingold I®, BioGold plus® und Bio-Herador SG® bestehen aus mindestens 85 Prozent Gold und zehn Prozent Platin, ohne die oben genannten Metalle. Eine Sonderrolle nimmt Titan ein: Es ist verträglich, hart und beständig. Äußerst schwer zu bearbeiten, wird es praktisch nur für Implantate verwendet. Wer Metall auch hier vermeiden möchte, kann auf Zirkonoxid zurückgreifen.

Zement

Ein traditionelles, verträgliches und kostengünstiges Füllmaterial ist Zement. Viele Zahnärzte behaupten, er tauge nur als Kitt oder Provisorium. Dennoch macht er bereits ein Drittel aller Füllungen aus. Die herkömmlichen Silikat-, Phosphat- oder Steinzemente sind gegenüber selbsthärtenden Kunststoffzementen deutlich unproblematischer. Nachteilig ist die begrenzte Lebensdauer. Je nach Größe und Ernährung hält Zement nur Monate bis Jahre. Weil die Füllungen häufiger ausgetauscht werden, geht auf Dauer mehr Zahnsubstanz verloren als bei langlebigen Alternativen.

Zahnmaterialien im Überblick

Material Verwendung Bestandteile Eigenschaften
Stahl Zahnspangen, Prothesen-
klammern, Provisorien
Nichtedel-
metalle, meist auf Chrom-Molybdän-Basis
Nickel, Kobalt und Beryllium vermeiden.
Amalgam Füllung (ca. 30 €) Metallgemisch mit 51,5 Prozent Quecksilber, > 20 Prozent Silber, ca. 25 Prozent Zinn, Kupfer u. a. Quecksilber in den freigesetzten Konzentrationen kann Nervenschäden verursachen und belastet den Embryo.
Kunststoff als Füllmaterial Füllung (50-150 €) Erdölprodukte, die im Mund aushärten. In dünnen Schichten vollständig aushärten. Nur für kleine Defekte.
Zement Füllung (20-30 €), Klebemasse für höherwertige Materialien Mineralische Gemische, die bei Vermischen mit Flüssigkeit aushärten.

Phosphat-, Silikat- oder Steinzement gegenüber Kunststoff-
zementen bevorzugen. Mittelfristige, verträgliche Einfachversorgung.

Edelmetall-
legierungen
Kronen (300-500 €), Füllungen, Brücken Metallgemische, meist auf Palladiumbasis, mit Zinn, Kupfer, Gold und Silber. Beimengungen wie Iridium oder Indium. Goldanteil sollte bei mindestens 85 Prozent liegen. Auf Zinn, Palladium, Kupfer, Silber und Indium verzichten. Immer nur eine Sorte Metalllegierung einsetzen.
Keramik Kronen (350-500 €), Füllungen, Brücken, Implantate Gebrannte Mineralien-
gemische von hoher Härte und Beständigkeit.
Sechsfach gebrannt. Metallkeramik oder Zirkonoxid schonen die Zahnsubstanz und können mit Zement eingesetzt werden.
Labor-
gefertigter Kunststoff
Kronen (300-500 €), Brücken, Prothesen Vollständig ausgehärtete Erdölprodukte. Mit Keramik- oder Glasfasergerüst sehr biegeelastisch. Kann mit Zement eingesetzt werden. Bei Allergieneigung Prothesen aus Kautschuk bevorzugen. Gaumenplatten aus Kunststoff enthalten häufig allergenen Farbstoff.

Weitere Infos

  • Dr. med. Joachim Mutter: Amalgam - Risiko für die Menschheit. Quecksilbervergiftungen richtig ausleiten.
    Fit fürs Leben Verlag, 2002, ISBN 3898815226, 14,95 Euro
  • www.umweltmedizin.de Veröffentlichungen über Zahnmaterialien sowie Adressen von umweltmedizinisch tätigen Ärzten.
  • www.amalgam-info.ch Seite des Schweizer Vereins Amalgamgeschädigter mit Informationen, Beratungsangebot und Links.

Standpunkt

"Die hoffnungsvollste Alternative ist Zirkonoxid."

Christian Zehenter ist Heilpraktiker mit Schwerpunkt Umweltmedizin und leitete früher eine Patientenberatungsstelle. Heute arbeitet er als Redakteur der Zeitschrift Naturarzt.

? Bis vor wenigen Jahren wurde heftig um Zahnmaterialien gestritten. Was hat sich seitdem verändert?

! Millionen Patienten ließen sich ihre Amalgamfüllungen entfernen. Der größte Hersteller stellte seine Amalgamproduktion ein. Viele Zahnärzte stiegen auf Kunststoff um - der allerdings nur eine Alternative für kleine Defekte darstellt. Studien bestätigten, dass giftige Zahnmetalle sich im Körper einlagern. Teils wurden Gesundheitsschäden sogar von Krankenkassen und Gerichten anerkannt. Trotzdem blieb Amalgam die einzige, kassenbezahlte Regelversorgung und seine Wirkung wird heute wieder bagatellisiert.

? Häufig hört man, die Risiken von Zahnmaterialien seien nicht belegt.

! Bei Verstorbenen fanden sich abhängig von der Zahl der Amalgamfüllungen stark erhöhte Quecksilberkonzentrationen in Nieren, Leber und Gehirn. Es gab Tierversuche sowie Befragungen und Tests an fast 20.000 Patienten. Der Zusammenhang zwischen Amalgam im Speichel und Krankheitssymptomen ist belegt. In Schweden und Russland wurde die Verwendung von Amalgam deshalb eingeschränkt. Das erste Amalgamverbot wurde bereits 1840 in den USA ausgesprochen. Dass Edelmetalllegierungen giftige Metalle und Kunststofffüllungen organische Substanzen freisetzen, lässt sich leicht nachprüfen, indem man den Speichel im Labor untersuchen lässt.

? Welche Beschwerden treten auf?

! Quecksilber und Zinn verursachen neurologische Probleme, die sich in Müdigkeit, Konzentrationsschwäche, Reizbarkeit und Leistungsminderung äußern können. Auch Schwindel, Seh- und Orientierungsprobleme kommen vor. Jedoch können Menschen, die unter Angst, Stress, schizoiden oder neurologischen Erkrankungen leiden, ähnliche Symptome entwickeln, müssen jedoch anders behandelt werden.

Kunststoffe, Kleber, Lacke und Stahllegierungen verursachen vorwiegend Entzündungen im Mund. Auch Aphthen, Hals- und Magenreizungen können auftreten.

? Sollte man Füllungen austauschen?

! Amalgam belastet den Körper mit bis zur 20fachen Menge der laut WHO zulässigen Höchstaufnahme von täglich 0,05 mg undsollte in jedem Fall entfernt werden. Wer auf Kunststoffe, Lacke und Kleber im Mund bislang nicht reagiert hat, wird höchstwahrscheinlich keine Beschwerden bekommen, wenn sie im Mund bleiben. Bei Entzündungen im Mund zuerst Nahrungsmittelallergien ausschließen.

? Und bei neuen Füllungen …?

! … das Datenblatt des Herstellers einsehen. Tabu sind Zinn, Palladium, Kupfer, Beryllium, Indium, Kobalt, Nickel und Silber. Eventuell auf Kunststoff, Kleber und Lacke zugunsten von Zement verzichten.

? Bergen nicht alle Zahnmaterialien Gefahren? Was empfehlen Sie?

! Die Dosis macht das Gift. Doch die Unterschiede bei Zahnmaterialien sind extrem. Viele Amalgamträger fallen eigentlich unter die Gefahrstoffbestimmungen. Alternativ zu Amalgam bieten sich Zement oder mit Keramik verblendete hochwertige Goldlegierungen an. Für Kronen stehen mit Zirkonoxid, Metallkeramik und laborgefertigten Kunststoffen verträgliche Materialien zur Verfügung. Die hoffnungsvollste Alternative ist Zirkonoxid. Es ist nach bisherigen Erkenntnissen ohne Schadstoffbelastung für fast jede Versorgung einsetzbar, und es ist sehr haltbar.

Kommentare

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jelena
Hallo Isabel,



wenn die Amalgamfüllungen noch unbeschädigt und der Zahn darunter keine Karies aufweist, keine eventuell auf Quecksilber zurückzuführenden Beschwerden vorliegen und wenn sich nicht mehr als 8 Amalgamfüllungen im Mund befinden (es also keine medizinische Notwendigkeiten gibt, sie zu entfernen) - laß sie drin.



Es sei denn, der Zahnarzt ist ein guter Freund und braucht dringend Geld. ;)
Isabel
Super,das dieses Thema mal wieder aufgedeckt wurde. Jetzt bin ich am überlegen, ob ich meine Amalganfüllungen noch aus der Kindheit nciht lieber drin lasse?
jelena
Schöner Artikel.



Einige Anmerkungen habe ich als Studentin der Dentaltechnologie nun dennoch...:



1.: Amalgam enthält zu einem hohen Prozentsatz Quecksilber, soweit richtig. Das heisst aber nicht automatisch, daß der gesamte Anteil vom Körper aufgenommen wird.

Quecksilber ist bei Raumtemperatur flüchtig und ist in wässrigen Medien (z.B. Speichel) löslich, doch Amalgam enthält Quecksilber in gebundener Form. Sonst würden Amalgamfüllungen keine 15 Jahre halten, sie würden sich nach kurzer Zeit in Luft auflösen...



2.: Ein ganzer Kopfsalat enthält mehr Quecksilber als eine einflächige Amalgam-Füllung im Laufe eines Jahres an Quecksilber freisetzt.

Wieviel Salat essen wir so pro Tag...?

Ganz zu schweigen von anderen quecksilberbelasteten Nahrungsmitteln wie Fisch usw..



3.: "Der Nachteil (von Composites)ist, dass das Material schrumpft. Dadurch verändert sich der Biss, was Kaubeschwerden, Veränderungen im Bewegungsapparat und sogar bei der Atmung verursachen kann."



Füllungen, die schrumpfen, können rein logisch gedacht den Biß nicht verändern - anders wäre es, wenn sie aufqeuellen. Was ist hier nun gemeint...?

Kleine Füllungen ausserhalb der Okklusion beeinflussen die Bißhöhe nicht, Laterotrusions-(Seitwärtsbewegungs-)hindernisse werden vom Zahnarzt beseitigt. Ist bei Amalgam und Zementfüllungen übrigends nicht anders.



Wenn ganze Kauflächen aus Kunststoff ersetzt werden sollen, werden diese (Teil-)Kronen im Labor gefertigt, wo die Bißhöhe wieder hergestellt wird, egal mit welchen Material gearbeitet wird - Stichwort Artikulator/Okklusion.



4.: "Composit-Füllungen müssen häufiger ausgetauscht werden, und die Randspalten sind anfällig für Karies."

Hm. Bisschen was durcheinandergeraten...?



Composit-Füllungen schrumpfen (wie schon angemerkt) bei der in-vivo-Fertigung. Dies führt zu Randspaltbildung zwischen präpariertem Zahn und Füllung. Die hierdurch freiliegenden präparierten Zahnanteile sind nun anfälliger gegenüber Karies. (Also: nicht der Randspalt, sondern der Zahn kriegt Karies...). Das wiederum führt zu der schon erwähnten Notwendigkeit der Erneuerung dieser Füllungen. Dies wiederum führt zu früherem Zahnverlust.



Noch einmal zum Amalgam: es ist das bisher einzige Füllungsmaterial, daß sich beim Aushärten leicht ausdehnt. Randpsaltbildungen sind bei sachgerechter Verarbeitung nahezu ausgeschlossen.



5.: "Da Keramik ein starres, bruchanfälliges Material ist, sind die Kronen auch dickwandiger, wofür leider mehr Zahnsubstanz verloren geht."



Dickwandiger als für welches andere Material?

Für Kunststoffkronen (Mindeststärke 1mm) muß mehr präpariert werden als für VMK-Kronen. (Also keramisch verblendete Metallkäppchen) (Mindeststärke 0,5mm).

Für Vollkeramikkronen stimmt die Aussage aber dennoch teilweise. Hierbei gelten etwa gleiche Präparationsanforderungen wie für Kunststoffkronen...

Nur für ganz aus Metall gefertigte Kronen muß man weniger präparieren.



Aber: einerseits scheint die ausgedehnte Präparation für Kunststoff-bzw. Zementfüllungen im Laufe der Zeit nicht so schlimm zu sein (s. Text zu diesen MAterialien), wie das einmalige Präparieren für Vollkeramikkronen...?



6.: "Metalle [...]Einzeln wären sie zu spröde und kaum zu verarbeiten."

Berichtigung: Zu _weich_. Denken Sie an reines Gold.



7.: "Vorsicht [...]Beryllium ist zudem sehr giftig und krebserregend" - und wird in modernen Stahllegierungen nicht mehr verwendet.



8.: "Bei Allergieneigung Prothesen aus Kautschuk bevorzugen."

Finden sie einen Zahntechniker, der noch Kautschuk verwendet...? Kautschuk ist leicht zerbrechlich (der Kaudruck allein reicht bei schlecht sitzenden Prothesen schon aus), die Scherben sind scharfkantig (Verletzungs-/Aspirationsgefahr), Kautschuk selber ist meist rehbraun und als Zahnfleischersatz somit ziemlich unästhetisch.

Als Alternative bietet sich eine Metallgaumenplatte an, Zahnfleischanteile weiterhin in Kunststoff oder (in diesem Ausmaß sehr kostspielig...) rosafarbener Keramik.



9.: Bei den Keramiken wurden die radioaktiven Zusätze unterschlagen, die für die natürliche Floureszenz beigemengt werden, weiterhin die Metalloxide, die für die Farbgebung enthalten sind. Zirkonoxid-Restaurationen werden im übrigen im Kronenbereich immer mit Keramikmassen beschichtet oder wenigstens glasiert, da Zirkonoxid pur eine rauhe Oberfläche hat.



10.:

"Amalgam belastet den Körper mit bis zur 20fachen Menge der laut WHO zulässigen Höchstaufnahme von täglich 0,05 mg und sollte in jedem Fall entfernt werden."



s.2.Punkt.

Vielleicht sollte angemekrt werden, wie hoch die Quecksilberbelastung für den Patienten (und aufgrund der täglichen Arbeit damit für den Zahnarzt) ist, wenn die Füllungen rausgebohrt werden.

Nur unter Kofferdammabdeckung, geringer Drehzahl der Turbine und penibelster Absaugung während der Entfernung kann man die Belastung einschränken, Einatmen der Quecksilberdämpfe ist jedoch nie 100%ig vermeidbar.

Ganz wichtig: den Zahnarzt vorher fragen, ob er vorhat, eine Amalgamfüllung zu entfernen (kommt häufig unplanmässig während einer Sitzung vor), und ihn darauf hinweisen. Wenige der "normalen" Zahnärzte betreiben diesen Aufwand bei der Entfernung einer einzelnen Amalgam-Füllung. Kann bei Kassenpatienten zu Mehrkosten führen, je nach Abrechnungsmethode des Zahnarztes.



Deshalb ist der Zusatz "Wer auf Kunststoffe, Lacke und Kleber im Mund bislang nicht reagiert hat, wird höchstwahrscheinlich keine Beschwerden bekommen, wenn sie im Mund bleiben. Bei Entzündungen im Mund zuerst Nahrungsmittelallergien ausschließen. "

von nicht geringer Bedeutung.





Das wärs erstmal.

Literaturbelege für Behauptungen in diesem Text bitte anfordern unter Manael@web.de. Bin für fachliche Diskussionen immer gerne bereit.



liebe Grüße,

jelena.



p.s.: Vorsorge ist besser als Nachsorge.... ;)
jelena
hoppla, fast vergessen...:



Zitiere mal Steffen:

"Beim Herausbohren ohne Schutz entsteht extrem viel hochgiftiger Quecksilberdampf.

Viele Menschen sind dadurch schwer krank geworden, mehrere sogar gestorben."



Ich habe noch von keinem Todesfall gehört, woher stammt diese Information...?



interessierte Grüße,

jelena.




Steffen
Sehr guter Artikel. Die gesündeste Bio-Nahrung nutzt der Gesundheit nicht viel, wenn gleichzeitig im Mund giftige Schwermetalle (Quecksilber, Palladium) aufgenommen werden. In dem Artikel wurde aber vergessen, wie wichtig Schutzmaßnahmen(Clean-Up, langsam drehender Bohrer, Wasserkühlung, Sauerstoffbeatmung usw.) beim Herausbohren von Amalgam sind. Beim Herausbohren ohne Schutz entsteht extrem viel hochgiftiger Quecksilberdampf.

Viele Menschen sind dadurch schwer krank geworden, mehrere sogar gestorben.



Das in "weitere Infos" genannte Buch ist sehr empfehlenswert:

http://www.fitfuerslebenverlag.de/katalog/Buecher_detail/amalgam.html



Vielleicht könnte Schrot&Korn auch zukünftig mal den genannten Arzt Dr. med. Joachim Mutter interviewen. Er ist selbst von einer Amalgamvergiftung betroffen. Mehr davon!



Weblink: Eine sehr informative Homepage zu Amalgam und anderen Giften ist die vom Toxikologen Dr. Max Daunderer:



http://www.toxcenter.de/files/amalgam.html




Jens
Interessante Hintergrundinfos.Jens
Sascha Heinrich
So ein Artikel war überfällig!!! Klasse! Sowas sollte viel öfter publiziert werden!
Stefan
Ausgezeichneter Überblick über die verschiedenen Füllungsmaterialien. Angenehm sachliche Darstellung. Ergänzung meinerseits: Zirkonoxid ist schwach radioaktiv und daher vermutlich gehirnschädigend. Zemente und Kunststoffe enthalten oft den giftigen Inhaltsstoff Fluor, der langfristig zu psychischen Veränderungen beim Träger solcher Füllungen führt.
Tom
Ein herorragender Artikel. Wer weitere Detailinformatinen haben will, es gibt ein ausnehmend gutes Buch zum Thema: Amalgam - Vorsicht Gift! von Andree Benedde, Zenit Verlag München 2004, 153 Seiten, ISBN 3-928316-22-2, UVP 9,90 Euro
dr.pannewig
Kunststofffüllungen sind sicherlich sehr zurückhaltend zu bewerten. Aus Zahnmedizinischer Sicht sind Goldinlays mit Zement eingesetzt wohl das Optimum. Wenn in Ihrem Artikel Steinzement empfohlen wird kann ich darüber nur lachen. Schon vor 30 Jahren wurde Steinzement abgelehnt, da er sehr toxisch für die Pulpa ist. Wer Wurzelbehandlungen liebt sollte sich Steinzementfüllungen machen lassen.
ute reichling
Leider wird aber immer mehr über Titanunverträglichkeit gesprochen - ich selbst habe 8 Titanimplantate 1/2004 bekommen und seither schwere gesundheitliche Probleme!
Ute Reichling
Bekam vor 4 Monaten die 8 Titan-Implantate wieder entfernt, leider sind meine gesundheitlichen Probleme immer noch nicht aus dem Weg geräumt (unter einem Implantat fand man Zahnprothesenabdruckmaterial) die Schmerzen, die ich erleiden musste sind gar nicht zu beschreiben - habe 15% meines Körpergewichtes verloren - bin um 20 Jahre gealtert und versuche nun duch einen Heilpraktiker wieder ins Lot zu kommen!Kann man dem Zirkonoxid überhaupt Vertrauen schenken oder ist das genau so ein Teufelszeug wie das Titan?

Meine Frage aus dem Grund, weil ich mit den Zahnprothesen nicht klar komme!

Wer weiss Rat: utempego@yahoo.de

Herzlichen Dank für jeden guten Tipp! Ute