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Locker flockig in den Tag

Getreideflocken selbst herstellen

Fürs Müsli, zum Abbinden von Suppen, Soßen oder Bratlingen und als Zutat zu süßen Leckereien sind Getreideflocken besonders beliebt. Kommt das Quetschgetreide aus der Tüte, ist es durch die mechanische und thermische Vorbehandlung nicht mehr so wertvoll. Empfindliche Nähr- stoffe gehen beim Verarbeitungs- prozess zum Teil verloren, die Qualität der Ballaststoffe läßt nach. Besser sind deshalb frische, selbsthergestellte Getreideflocken.

Im Naturwarenhandel gibt es ein großes Flocker-Angebot, mit dem Sie Ihre frischen Flocken buchstäblich im Handumdrehen selber machen können.

Das Getreidekorn ist von Natur aus ein perfekter Vorratsspeicher. Die wertvollen Inhaltsstoffe wie Eiweiß, Fett, Vitamine und Mineralstoffe sind in der harten Schale optimal vor Verderb geschützt. Bei richtiger Aufbewahrung, das heißt dunkel, kühl und luftig, übersteht es auch längere Lagerzeiten unbeschadet.Wird die äußere Hülle verletzt, zum Beispiel durch Schroten, Mahlen oder Quetschen, dringt Luft und Licht ins Innere. Dann wird der fetthaltige Keimling recht bald ranzig, der Geschmack verändert sich und wichtige Nährstoffe gehen verloren. Damit fertige Flocken längere Lagerzeiten im Ladenregal überstehen, müssen sie deshalb hitzebehandelt werden. Die heißen Dämpfe zerstören wichtige Nähr- und Inhaltsstoffe, insbesondere B-Vitamine. Außerdem verlieren die Ballaststoffe dabei bis zu 60 Prozent ihrer Quellfähigkeit.

Wer sich vollwertig ernährt, legt besonderen Wert auf möglichst unverarbeitete Lebensmittel. In puncto Flocken heißt das: Statt Tütenware Selbstgeflocktes aus dem vollen Korn. Jeweils direkt für den Verbrauch zubereitet, bleiben die Nährstoffverluste so gering wie möglich.

Je nach Bedarf gibt es im Naturwarenhandel verschiedene Quetschen. Mit den gängigen Getreidesorten wie Hafer, Weizen, Roggen, Reis, Dinkel und anderen trockenen Getreidearten kommen alle von ihnen gut zurecht. Sollen auch Ölsaaten oder Gewürze gequetscht werden, empfehlen sich jedoch Stahlwalzen. Steinwalzen verkleben beim Quetschen von ölhaltigen Sorten wie Leinsamen, Sonnenblumenkernen, Sesam, Nüssen oder Mohn und müssen danach mühsam gereinigt werden.

Beim Getreide ­p; ausgenommen Hafer ­p; empfehlen die Hersteller eine kurze Einweichzeit vor dem Quetschen. Das macht die feste Schale elastischer, die Körner lassen sich müheloser plattmachen. Neben der Vereinfachung des Quetschvorgangs hat das Einweichen auch physiologische Vorteile: Die im Korn enthaltenen Mineralstoffe können durch einen enzymatischen Vorgang vom menschlichen Organismus besser verwertet werden. Bei Hafer kann auf das Einweichen verzichtet werden, weil seine Schale nicht ganz so hart ist. Er sollte generell nach dem Quetschen, Mahlen oder Schroten binnen ein bis zwei Stunden gegessen werden. Sein Keimling kann beim Oxidationsprozeß mit Sauerstoff leicht bitter werden und dann unangenehm schmecken.

Ob Sie ihre Flocken per Muskelkraft oder Knopfdruck quetschen wollen, hängt von den Mengen ab, die Sie täglich essen. Haushalte, in denen die Flocken hauptsächlich fürs Müsli gebraucht werden, kommen mit den Handflockern gut zurecht. Sitzen viele Kinder mit am Tisch, müssen Sie sich für das gesunde Flockenfrühstück ordentlich ins Zeug legen. Denn Getreideflocken sind bei den Kleinen beliebt und werden manchmal lieber gegessen als Frischkornmüsli. Dabei fasziniert Kinder ganz besonders der Vorgang des Selberflockens, wobei die Muskelkraft von jüngeren allerdings nicht immer ausreicht, um die Walzen zu bewegen. Den Aspekt 'Spaß am Flocken' können Sie mit der lustigen Clown-Maske von Schnitzer, die einfach auf den Flocker aufmontiert wird, unterstützen.

Auf das Kriterium Leichtgängigkeit richten die Hersteller von manuell zu bedienenden Modellen ihr besonderes Augenmerk. Bei Ravensburger erleichtern zum Beispiel, kegelförmige Quetschwalzen den Vorgang. Auf die Hebelwirkung setzt Eschenfelder. Das Unternehmen liefert auf Wunsch eine längere Kurbel zur Reduzierung des Kraftaufwands. hawo's hat das Zusammenspiel von Trichter und Walzen so optimiert, daß mit relativ wenig Mühe gequetscht werden kann. Für die Leichtgängigkeit muß allerdings eine längere Kurbelzeit gerechnet werden, da die Körner-Durchlaufmenge pro Drehvorgang geringer ist.

Die Flockendicke von fein bis grob läßt sich bei den meisten Quetschen nach Bedarf über den Walzenabstand festlegen, der mit einfachen Handgriffen zu justieren ist. Je feiner die Flocke, desto höher ist wiederum der Kraftaufwand.

Werden regelmäßig große Flockenmengen benötigt, ist die Anschaffung eines elektrischen Flockers sinnvoll. Die Maschinen mit leistungsfähigen Motoren sind mit Stahlwalzen ausgestattet und kommen mit unterschiedlichstem Quetschgut zurecht. Wer eine Küchenmaschine sein eigen nennt, kann auf eine preisgünstigere Alternative zurückgreifen: Flockervorsätze, zum Beispiel von Messerschmidt, lassen sich mit einem Adapter vor gängige Haushalts-Küchengeräte montieren.

Für Familien, die den Kauf einer Getreidemühle erwägen, lohnen sich Kombigeräte, beispielsweise von Linea oder Schnitzer. Diese können Getreide schroten, mahlen oder quetschen.

Auch optisch ein Genuß

Der Flocker sollte immer einsatzbereit in der Küche stehen. Muß er erst umständlich ausgepackt und aufgebaut werden, macht man sich oft genug die Mühe gar nicht erst. Zum Verstecken sind die schönen Modelle ohnehin viel zu schade. Die manuell zu bedienenden Quetschen von Schnitzer, Eschenfelder, Chlosta & Straub, Osttiroler und hawo's bestechen durch ihr gelungenes Design. Massives Buchen- und Eschenholz, eingelassen in natürlichen Ölen, sind hier das Material der Wahl. Sie sind ein Hingucker in jeder Küche. Bei Platzproblemen sind Wandmodelle, zum Beispiel von Eschenfelder, eine gute Alternative.

Bei den elektrisch betriebenen überwiegt die Funktionalität. Sie bestehen überwiegend aus Metall und Kunststoff. Eine Ausnahme macht hier beispielsweise die Vario von Schnitzer, deren Korpus ebenfalls aus Buchenholz besteht.

Astrid Wahrenberg

 

Probekurbeln

Bevor Sie sich für eine Flockenquetsche entscheiden, sollten Sie sie testen. Viele Naturkost- und Naturwarenläden haben Vorführmodelle, mit denen Sie einen Probedurchgang quetschen können.

Kommentare

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André

@Mareike: Aufgrund des hohen Fettgehaltes von Hafer werden selbstgemachte Flocken binnen weniger Stunden durch Oxidation ranzig. Die Industrie gibt fügt den Flocken daher spezielle Antioxidationsmittel hinzu. Im Einzelnen sollten diese auf der Packung als Inhaltsstoffen mit aufgeführt sein. Dies ist eines der Argumente, warum man lieber selber quetschen sollte. Die einzigen nicht industriellen Methoden, die mir einfallen, beruhen entweder auf Sauerstoffentzug durch Vakuum oder Reaktionsverzögerung durch Kälte. Im Besten Fall aber immer nur die Menge flocken, die man gerade frisch benötigt.

Mareike

Ich wollte mal Nachfragen wie man die Haferflocken auch im gedämpften Zustand hinbekommt, wie man welche kauft. Beim selber flocken schmecken sie nach Stunden oder Tagen wie seife, was bei gekauften ja nicht der Fall ist. Kann man das selber machen? Die Körner im Wasserdampf dämpfen, trocknen und Flocken, oder wie?
Können Sie mir da weiterhelfen außerdem die Frage ob alle anderen Getreide bzw. Pseudogetreideflocken wie Reis-, Dinkel-, Buchweizen usw. lieber eingeweicht werden sollte oder man diese auch so gelich nach dem Flocken essen kann? wegen phythinsäure usw.