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Pro&Kontra

Ja!

Heiner Sindel
Heiner Sindel ist seit 2005 der Erste Vorsitzende des
Bundesverbands der Regionalbewegung.

Regional ist die Arbeitsbühne kleiner und mittlerer Unternehmen. Viele vermarkten „… aus der Region für die Region“ und das bedeutet „Klimaschutz durch kurze Wege“. Kleine und mittlere Unternehmen sind Grundlage einer freien und sozialen Marktwirtschaft. Ihre Verankerung in der „Nachbarschaft“ ist wichtig für eine nachhaltige Regionalentwicklung.
Zu nachhaltigem Wirtschaften gehört auch Bio. Doch Bio wird oft verwässert. Zum Beispiel durch die weiten Wege der Futtermittel und der Produkte vom Erzeuger bis zum Verbraucher. 

Regional ist als Begriff bisher nicht definiert. Er wird von der NATO-Regionalkonferenz genauso genutzt wie vom Metzger, dessen Schweine aus der Nachbarschaft im Dunstkreis fußläufiger Kundschaft vermarktet werden. Oder von Unternehmen, mit eigenen marktangepassten Regional-Kriterien. Das macht es unübersichtlich.

Für Produkte, die unter dem Siegel „Geprüfte Regionalität“ vermarktet werden, fordern wir einen
geschlossenen nachhaltigen Wirtschaftskreislauf.

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Regional ist als Begriff bisher nicht definiert. Das macht es unübersichtlich.

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Das heißt: 1. Rohstoffe aus der Region, 2. Verarbeitung in der Region, 3. Vermarktung in der Region mit Anbindung an den nächstgelegenen Ballungsraum, 4. Einsatz heimischer Futtermittel ohne Gentechnik.

Mein Fazit: Bio und regional gehören zusammen. Allerdings braucht Bio den geschlossenen regionalen Wirtschaftskreislauf der kurzen Wege und regional muss noch hart an den Erzeugerkriterien arbeiten.

Nein

Jan Plagge
Jan Plagge ist seit 2011 Präsident des ökologischen
Anbauverbands Bioland.

Fleisch aus industrieller Massentierhaltung, direkt aus meiner Heimat, Äpfel vom Obstbauern aus der Nachbarschaft, behandelt mit einem Cocktail chemisch-synthetischer Pestizide oder traditioneller Grünkohl mit Pinkel, serviert in einer Soße aus zig Zusatzstoffen – das alles wollen Verbraucher bestimmt nicht, wenn sie an Lebensmittel aus der Region denken. Und genau das ist das Problem: „Aus der Region“ kann so ziemlich alles sein. Mit Transparenz, Umwelt- und Tierschutz hat das nichts zu tun. Bio dagegen schon!

Das Bio-Zeichen und der Begriff „bio“ sind staatlich geschützt, private Standards wie Bioland oder Demeter gehen weit darüber hinaus. Jeder Betrieb wird mindestens einmal im Jahr kontrolliert, ob er sich an die Vorgaben der Bio-Landwirtschaft hält.

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„Aus der Region“ kann so ziemlich alles sein. Mit Umweltschutz hat das nichts zu tun.

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Deshalb ist Bio immer die bessere Wahl – in Verbindung mit Regionalität sogar die beste: Denn wer Bio kauft,
fördert artenreiche Kulturlandschaften statt öder Monokulturen. Mein Favorit ist Bio mit authentischer Herkunft und regionalem Bezug. Bei manchen Lebensmitteln hat Regionalität allerdings ihre Grenzen: Das fängt bei Kaffee an und hört derzeit bei Beerenobst auf, von dem es hier in Deutschland noch nicht genug gibt. Regionalität geht nicht immer, Bio dagegen schon – in allen Ländern der Erde. Und wir brauchen alle die Vorteile von Bio für Umwelt, Tier und Mensch weltweit.

Ihre Meinung ist gefragt

Was ist Ihnen wichtiger – regional oder bio? Oder geht das eine gar nicht ohne das andere? Diskutieren Sie mit anderen Leserinnen und Lesern über diese spannende Frage.

Erschienen in Ausgabe 04/2015
Rubrik: Ernährung

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incl. 'http://'
Ilse Schmeller

Absolut richtig: das so gefeierte und übergelobte REGIONAL bedeutet für sich alleine gar nichts an Sicherheit, was Schadstoffe anlangt. Regionale Hersteller ,Züchter,Bauern können genausogut schädliche Pflanzenschutzmittel,Medikamente usw. verwenden wie NICHT Regionale.
Mit BIO ist das schon anders. Aber BIO UND REGIONAL zu finden ist gar nicht so einfach.Dann lieber BIO, egal woher...

Bio und regional, auch die Saatguterzeugung das wäre ideal für die kleinen Bauern und auch für die Umwelt--endlich würden die Felder wieder blühen und Bauern könnten die Fruchtfolgen einhalten und mehr für den Boden tun

Früher war Bio noch häufiger mit regional verbunden als es in den heutigen Biosupermärkten der Fall ist. Problem sind die rücksichtslosen Großhändler u. a. Dennree die inzwischen auch mehr auf den Preis als auf Regionalität schauen. Auch bei Bio machts mittlerweile der Umsatz. Die andere Seite der Medaille ist das es bei uns am flachen Land mit Bio und Regional rückläufig sind. So haben bei uns viele Bio-Direktvermarkter inzwischen wieder aufgehört. Entweder war keine Nachfolger da, die Biosupermärkte in den Städten haben Umsatz abgezogen oder die Nachfolger, auch von Biolandwirtschaftsbetrieben wohlen bequemer leben und bauen keine Kartoffeln oder Gemüse mehr an.

Meier Rudolf

Heft 04/2015
sehr geehrte Damen und Herren.
Für uns ist Bio sehr wichtig, legen auch großen Wert darauf dass es Heimische Lebensmittel sind, bzw. Rezepte die mit heimischen Lebensmittel machbar sind.
Mit freundlichen Grüßen
R. Meier

Bonnie

Ich stimme Jan Plagge zu!

Frank Herbst

Bio ist eine feste Größe geworden, etwas zumindest für das Gewissen verläßliches.
Bei regional scheint mir das anders. Wenn Ich im Supermarkt Milch aus Bayern sehe, kaufe ich meine Brandenburger. Bei Mineralwasser aus Frankreich oder Italien sehe ich sofort endlose LKW-Kolonnen vor meinem Auge die die Tangenten der Städte verstopen.
Natürlich kann auch Bio von weit her kommen, aber diese Kennzeichnung ist mir wichtiger als "regional", daß erkenne ich oft auf dem Ettikett.

Doris Altmeyer

Ich finde beides wichtig, wobei bio an allererster Stelle steht. Nur kommt es mir schon recht komisch vor, wenn ein Biomarkt im Februar Erdbeeren und Früchte aus Ägypten, Israel oder gar Argentinien anbietet. Was bitteschön hat das mit Bio zu tun? Von wegen ökologischer Fußabdruck.

mel

Mein erstes Kriterium ist. Wie wird es erzeugt? Danach entscheide ich mich für Regional oder nicht. Ich bevorzuge Produkte aus der REgion, entweder Bioland oder Demeter.
Was nützt mir der regionale Anbau, wenn es konventionell bewirtschaftet wird.

Sylvia Mayen

Mir ist es sehr wichtig das es regional und Bio ist!!!!
denn jetzt ist es in den meisten Fällen von weit her also viele Wege die mit enormer Umweltbelastung einhergehen und das ist nicht mehr nachhaltig!!!!! Und zudem werden oft durch eine profitlastige Kalkulation die Bauern aus dem Umland vernachlässigt also es werden waren aus Ferner-liefen den der regionalen Bauern vorgezogen oft wegen Pennybeträgen und die bleiben dann auf Ihren Waren sitzen und müssen manchmal sogar deswegen Lebensmittel vernichten oder Ihren Betrieb einstellen -und das geht gar nicht!!!! Auch finde ich das in vielzuvielen Bioläden das Superlative und der Yuppie-kunde mit dem dicken Geldbeutel anvisiert wird -Also das ursprüngliche an der Idee zunehmend ins Hintertreffen gerät. Die Bioläden sind in der Regel voll mit denselben gleichen Saisonuabhängigen in Plastik eingeschweißten Produkten wie der herkömmliche konventionelle Handel. Sehr wenig erinnert noch an die nachhaltige Idee. Auch kann das Produkt aus Israel Argentinien Neuseeland und Afrika längst nicht so gut überwacht (Rückstände Genmanipulation Faire Arbeitsbedingungen)werden das glaube ich- ob da auch wirklich alles bio,fair und ohne Genzentriefierung zugeht. Mir ist es wirklich unangenehm das so viel aus Amerika und China kommt Länder die eine zum großen Teil menschen-u.lebensverachtende Politik und Arbeitsweise betreiben. und in denen Genmanipulation Peztiziteinsatz und Umweltzerstörung an der Tagesordnung sind.
Mir wäre es lieber das im Bioladen das Sortiment das aus dem Umland kommt und Bio ist überwiegt und es auch mal weniger verschiedene Marken ein und des selben Produktes die regale immer voller und die Läden immer größer werden lassen das Publikum immer egaler. Meiner Ansicht nach wird zusehr auf den fetten Geldbeutel wert gelegt so das das die Menschen die wirklich umweltbewusst leben und Konsumieren benachteiligt sind.
Insbesondere weil so viele Lebensmittel nur noch in Plastik zu finden (Lebensmittel?)sind. Wenn ein Mensch der Bio und fair und regional leben möchte so nicht mehr finden kann was er braucht weil es ohne Plastik nicht mehr erhältlich ist oder weil der laden es vernachlässigt weil er lieber 20 verschiedene Marken eines Produktes im Regal hat und dafür keines eines anderen ist das vollkommen die falsche Entwicklung und der Biomarkt hat sich zusehr dem Willen der Konsumenten gebeugt -denn die Regel ist ja ,das was ich kaufe unterstütze ich!
Mir wäre es lieber das mein Biomarkt sich z.b. für eine regionale Marke die qualitativ auch hochwertig ist entscheidet- diese dann als Hausmarke führt diese kann in großer Menge einkauft dafür billiger abgeben kann und dafür nur noch einige andere als Alternative -das ist viel weniger verwirrend als 20 verschieden des selben Produktes weil andauernd neue Marken auf den Markt gebracht werden. Weniger ist Mehr! Ich will das mein Biomarkt auswählt und eine teure eine günstige und eine mittlere Qualität hat Dies ist z.b. bei Olen oder Pflegeprodukten oder Milchprodukten ect. angebracht - Und da eben immer mit der Bevorzugung der regionalen weil das gehört für mich dazu! denn genauso wichtig wie die Förderung der Arbeit und Arbeits-Lebensbedingungen in anderen Ländern ist dies bei uns. Hierzulande ist es mir sogar wichtiger-denn so wie die Entwicklung jetzt ist das soviel Land brach liegt weil es keine Arbeit auf dem land gibt-das öffnet nur wieder Tür und Tor für Groß-Industrie die dann das Land in Deutschland an sich reißt und da Massentierhaltung und Monokultur vorantreibt-deshalb sollen wir alles tun um unsere biologische Landwirtschaft unsere Ökobetriebe sei es Krauter Tiere Kosmetik Obst Und vieles mehr zu fördern und Unterstützen!!!!! Nur so kann es eine Zukunft der Vielfalt und der Natur und der Artenvielfalt und eine wachsende Biologische Bewirtschaftung bei uns geben -Und eine Zukunft für Menschen denn soviel Potential liegt brach durch die kapitalProfitsüchtige Marktwirtschaft. Wir brauchen mehr Arbeitsplätze und eine Rückkehr zum Handwerk und Innovation in Kleinen Betriebe

Anton Berendi

Als jemand, der auf dem Land lebt, sehe ich leider sehr oft, wenn ich auf Feld, Wald und Wiesen unterwegs bin, mit welcher Vehemenz Pestizide versprüht werden; die 30.000 Tonnen Pestizide, die in dem Artikel 'Das Gift von nebenan' korrekt erwähnt werden, kommen ja von irgendwoher. Bereits am 27.03.2008 war in einem Bericht unserer regionalen Tageszeitung ‘Badische Neueste Nachrichten’ zu lesen, dass analog einer EU-Studie der Chemie-Spitzenreiter unter den Weinen aus Baden kam: ein badischer Spätburgunder-Qualitätswein, der Spuren zehn verschiedener Pflanzenschutzmittel enthielt. Aus diesen Gründen kann regional niemals das neue Bio sein.

Heiko Baumann

Jan Plagge hat recht, wenn er sagt, dass Fleisch aus Massentierhaltung nicht besser wird, wenn es regional gleich um die Ecke hergestellt wird. Generell gibt es aber in vielen Bioläden zu wenige regionale Produkte. In Ostdeutschland findet man im Bioladen fast keine Produkte aus der Region. (Obwohl es zum Beispiel Bio-Apfelsaft aus Crossen in Thüringen gibt.) Bei Biohonig, der erst über 500 km antransportiert werden muss, erscheint mir der Bio-Vorteil zweifelhaft, wenn auch "normaler" Honig vom Imker aus 2 km Entfernung erhältlich ist. Auch der Transport von gekühlten Bio-Molkereiprodukten aus Baden-Württemberg oder Mecklenburg über hunderte Kilometer bis nach Thüringen oder Sachsen erscheint mir zweifelhaft.

Angela

Für mich ist Bio wichtiger als regional. Was sagt den "regional" aus? Das es halt in der Region, in der ich lebe genauso chemisch behandelt wurde, wie in anderen Regionen auch. "Region" bedeutet doch nicht frei von Schadstoffen. Finde ich auch immer lustig, wenn Bekannte sagen, sie holen ihre Eier vom Bauern... schön, aber wenn der seinen Hühnern nur Schrott-Futter gibt, sind die Eier auch Schrott. Die Erde und alles Leben darauf ist als Kreislauf zu verstehen und von der Natur wurde auch alles toll eingerichtet, nur der Mensch stört alles und zwar gewaltig.

Jeannette

Ich möchte Bio, wenn es regional ist, um so besser. Aber regional ohne Bio, nein.

Maria

Stimme Jan Plagge zu.
Bei mir kommt erst mal Bio, danach regional. In unserem Biomarkt "gab es als Osterschmankerl" grünen Spargel aus ... tja, aus Griechenland. Da ich grünen Spargel zum Niederknien finde, konnte ich nicht widerstehen und habe völlig ungeplant zugegriffen. Da hatte mein Hirn das Nachsehen :-)

Generell ein Wort zu den Rezepten. Müssen es wirklich ausgefallene Zutaten sein? Oft machen die "einfachen" Rezept innerlich zufriedener, ohne schlechter zu munden. Und, ich würde mir wünschen, daß es die Rezepte in zweifacher Ausführung gibt: die normale Variante und eine vegane. So kann man besser ausprobieren.

Ingo D.

Grundsätzlich ist das m.E. keine entweder/oder Entscheidung, sondern eher eine sowohl als auch. Aben wenn ich um eine solche Entscheidung gefragt würde, würden ich eher die Regionalität eines Bauernmarktes dem Bio eines Discounters vorziehen.
Ich maße mir an, eher über die - wenn auch konventionellen - Produktionsmethoden eines regionalen, bäuerlichen Betriebes zu urteilen, als über die, eines international agierenden Großbiobetriebs (Siegel hin oder her).
Neben Umweltschutz spielt für mich durchaus auch der (volks-)wirtschaftliche Aspekt eine Rolle. Regional heißt auch maximale Wertschöpfung in und für die Region, im besten Fall direkt vom Hof in den Korb.

Kurt Henzler

Auch für mich hat Bio Vorrang. Allerdings stört mich doch sehr, dass darüber der regionale Aspekt zunehmend in den Hintergrund gedrängt wird. Schlechtes Beispiel dafür sind ihre Frühstücks-Rezepte in diesem Heft.
Wünschen würde ich mir die grundsätzliche Bevorzugung
regionaler Produkte immer, wenn sie zur Verfügung stehen. Für mich würde dies auch bei deutlichen Mehrkosten gelten.
Ungelöst ist das Problem bei verarbeiteten Produkten: Dort ist die möglicherweise regionale Herkunft der Zutaten meist nicht zu erkennen.

Katrin

Für mich steht bio an erster Stelle, wenn es dann allerdings auch noch regional ist, finde ich es um so besser.

Manfred Fuchs

Dem Kommentar von Jan Plagge ist nichts hinzuzufügen.