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Große Augen, lahme Beine

Leser auf der BioFach (© Cristina Naan/bio verlag)
Gudrun Besch, Schrot&Korn-Redakteur Manfred Loosen
(Mitte) und David Gortner bei ihrem
BioFach-Rundgang. (© Cristina Naan/bio verlag)

LESER unterwegs Eigentlich dürfen auf die BioFach nur Menschen, die beruflich mit Naturkost zu tun haben. Schrot&Korn hat jedoch zwei Leser die größte Bio-Messe der Welt erleben lassen. // Manfred Loosen

Zentimeterweise ging es voran, viel Geduld war gefragt,   die Schlangen vor dem Eingang zur BioFach in Nürnberg waren riesig. Doch dann hatten wir es geschafft: endlich drin in der größten Bio-Messe der Welt. Acht Messehallen, randvoll mit Bio-Lebensmitteln, Öko-Waren und Naturkosmetik. Unsere Leser Gudrun Besch und David Gortner – die Schrot&Korn eingeladen hatte, sich einen Tag auf der BioFach umzusehen – waren ziemlich beeindruckt. An jeder Ecke neue Produkte und Trends und dann noch die Chance, zu ihren Lieblingsfirmen zu gehen.

Denn wir hatten die Gewinner vorab gefragt, welche Bio-Firmen sie gerne besuchen würden. Gudrun Besch wollte gerne zu Morgenland und Lavera, David Gortner gab Sonnentor und „Das Eis“ als Anlaufpunkte an. Den Anfang machten wir bei Morgenland. Dort empfing uns Alice Fridum am Stand und war überrascht, wie gut Gudrun Besch schon über die Rohstoff-Projekte der Firma in den verschiedenen Ländern informiert war. Gudrun und ihr Mann reisen gerne, überlegen sogar auszuwandern, wenn sie im Ruhestand sind; vielleicht nach Südafrika. Deshalb sprach sie mit Alice Fridum ausführlich über das Macadamia-Projekt von Morgenland in Südafrika. Wir probierten auch das Kokos-Öl. Das schmeckte nicht nur gut, man kann damit, so lernten wir, auch die Hände eincremen und sogar seine Holzmöbel polieren.

Kleine Kräutertee-Kunde

Danach machten wir uns auf zu Sonnentor. Beim Tee- und Gewürzspezialisten aus dem österreichischen Waldviertel ließ uns Marie-Theres Chaloupek erst einmal die neuen Kurkuma-Tees probieren. Dann erzählte uns Fachfrau Petra Luftensteiner, welche Kräuter für welche Lebensphasen, Hauttypen und Wehwehchen gut sind. Besonders gut gefiel Gudrun und David bei Sonnentor die Ausstattung des Messestandes: In großen Holzkisten, die an Drähten von der Decke hingen, bestaunten sie große Mengen von Arnika, Lindenblüten, Lavendel. Auch die T-Shirts, die die mehr als 40 Sonnentor-Mitarbeiter am Stand trugen, hatten es uns angetan; besonders das mit der Aufschrift „Schon immer ohne Klyvos ... Glüfoß ... Chemie-Schas“. Jeder von uns bekam ein T-Shirt seiner Wahl geschenkt. Schließlich lernten Gudrun und David noch Johannes Gutmann, den Chef von Sonnentor, kennen. Der war ganz begeistert davon, dass David unbedingt zu seiner Firma kommen wollte. Wir unterhielten uns sehr angeregt, sodass David, der mit seinem Sportwissenschaftsstudium in Saarbrücken bisher nicht so richtig glücklich ist, die Chance am Schopf packte und fragte, ob ein Praktikum bei Sonnentor möglich wäre. Prompt wurden die Kontaktdaten ausgetauscht ...

Wir verabschiedeten uns und gingen in die helle Naturkosmetikhalle zu Lavera. Dort empfing uns Sara Honerkamp und brachte uns zu Elisabeth Sandmüller. Sie war am Stand für die Hauttests und die entsprechende Beratung danach zuständig. Mit einer Art Stift, mit dem sie die Unterarme und das Gesicht berührte, maß sie die Feuchtigkeit und die Spannkraft der Haut. Keine besonderen neuen Erkenntnisse für Gudrun Besch: Sie hat schon die „richtigen“ Lavera-Produkte in ihrem Badezimmerschrank stehen. Sara Honerkamp entführte Gudrun dann zu einem kleinen Bus, der vor der Messe geparkt war. Hier kümmerte sich eine Stylistin um unsere Leserin, die mit sichtlich frischem Teint zu uns zurückkehrte. Ab zum Mittagessen.

Für den Nachtisch hatten wir uns David Gortners Wunschhersteller „Das Eis“ aufgehoben. Chef Florian Mayr stellte uns die Firma und ihre Philosophie vor: „100 Prozent bio, 100 Prozent sojafrei, 100 Prozent fair“. Und viele Sorten sind vegan. Mayr erklärte uns, wie wichtig der Firma Transparenz und Nachhaltigkeit sind. Die Verpackungen sind allesamt kompostierbar, sogar der Löffel, der den 125-ml-Packungen beiliegt: Er ist aus Holz. Bei „Das Eis“ hielten wir uns etwas länger auf als geplant. Woran das wohl lag?

Abschluss auf der Gala

Auf unserem weiteren Weg durch die Hallen schwenkte David Gortner plötzlich mal kurz rechts ab. Da standen Computer-Terminals am Stand des Bundesministeriums für Landwirtschaft, auf deren Bildschirmen man nach Jobs in der Bio-Branche suchen konnte. David bat uns um ein paar Minuten Geduld und schrieb sich ein paar Links für zu Hause auf. Es könnte gut sein, dass sein Beruf in Richtung Bio führt.

Zum Schluss gingen wir noch zur großen Schrot&Korn-Gala, auf der die besten Bio-Läden Deutschlands ausgezeichnet wurden (ausführlicher Artikel dazu ab Seite 10). Als wir uns nach der Veranstaltung am Büfett gestärkt hatten, war Zeit für ein Resümée. Gudrun und David hat der Tag auf der BioFach richtig gut gefallen. Natürlich konnten wir nicht alles anschauen, noch nicht mal in allen Hallen waren wir gewesen.  Das ging wohl vielen der mehr als 50 000 Besucher so: Rekord! „So langsam merke ich meine Füße“, sagte David Gortner lachend, „aber wir haben ja auch viel gesehen!“ Gudrun Besch nickte und ergänzte: „Ja, das war wirklich ein toller Tag.“

(© Cristina Naan/bio verlag)
(© Cristina Naan/bio verlag)
In „Das Eis“ hätten sich Gudrun und David am liebsten reingelegt ... (© Cristina Naan/bio verlag)
(© Cristina Naan/bio verlag)
(© Cristina Naan/bio verlag)
(© Cristina Naan/bio verlag)
Bei Sonnentor gab es Kurkuma-Tee. (© Cristina Naan/bio verlag)
(© Cristina Naan/bio verlag)
(© Cristina Naan/bio verlag)
Bei Lavera wurde die Haut getestet. (© Cristina Naan/bio verlag)

Gudrun Besch

Grunrun Besch (© Cristina Naan/bio verlag)
(© Cristina Naan/bio verlag)

„Toll, dass ich meine Lieblings-Bio-Firmen besuchen konnte!“, sagt Gudrun Besch. Die 51-jährige Bilanzbuchhalterin aus Nürnberg kocht gerne und legt deshalb schon seit Jahren auf gesunde und gute Lebensmittel Wert.

David Gortner

David Gortner (© Cristina Naan/bio Verlag)
(© Cristina Naan/bio Verlag)

„Ich bin mit Bio aufgewachsen, lacht David Gortner, meine Mutter hat schon immer Bio-Lebensmittel gekauft.“ Nach dem Abitur hat der 19-Jährige ein Freiwilliges Ökologisches Jahr gemacht und studiert jetzt in Saarbrücken.

Erschienen in Ausgabe 04/2017
Rubrik: Ernährung

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