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Ran an die Karotten

Nach dem vierten Lebensmonat kann das Abenteuer Brei langsam beginnen. Darf es Karotte, Pastinake oder lieber Kürbis sein? Viel Spaß beim Probieren! // Annette Sabersky

-> Babygläschen im Bio-Laden

Warenkunde Babygläschen

Selberkochen oder Gläschen? Das ist unter Eltern eine heiß diskutierte Frage. Beides hat Vorteile, sagt das Forschungsinstitut für Kinderernährung (FKE) in Dortmund. Selbst gekochte Babynahrung schmeckt frischer und enthält oft mehr Vitamine. Gemüsegläschen sind praktisch, da sie nur erwärmt werden müssen. Zudem werden sie auf Schadstoffe kontrolliert.

Mit dem Füttern von Beikost kann im fünften Lebensmonat begonnen werden. Babys mit erhöhtem Allergierisiko, deren Eltern oder Geschwister Allergiker sind, sollten zu diesem Zeitpunkt mit der Beikost beginnen, raten Experten inzwischen. Die europäische GINI-Studie (German Infant Nutritional Intervention Study) hatte gezeigt, dass mit der späteren Einführung ein höheres Risiko für die Entwicklung von Ekzemen verbunden ist. Toleranzentwicklung statt Allergenvermeidung ist das Stichwort.

Kinder ohne Allergierisiko, die auch nach dem vierten Monat mit Muttermilch zufrieden sind, können weiter ausschließlich gestillt werden. Der erste Brei ist dann nach dem sechsten Monat dran.

Gemüse – was bei Bio ins Gläschen kommt

Bio-Hersteller setzen vor allem Rohstoffe aus Demeter- und Bioland-Anbau ein. Sie bieten verschiedene Pur-Sorten an, also Pastinake, Kürbis und Karotte ohne weitere Gemüsesorten oder auch Apfel und Birne solo. So können Eltern gezielt ausprobieren, was dem Kind bekommt.

Bio-Hersteller geben an herzhafte Breie kein Salz und an die Breie der ers-ten Monate keine Gewürze, weil Babybeikost noch nicht gesalzen und stark gewürzt werden sollte. In süßen Gläschen finden sich auch keine unnötigen Zutaten wie Zucker, Schokolade und Vanille, von denen Fachleute abraten.

Herkömmliche Gläschen enthalten in der Regel nach EU-Öko-Verordnung erzeugte Rohstoffe oder einzelne konventionelle Zutaten. In den Gläschen „ab dem 8. Monat“ steckt oft viel Salz, in Getreidebreien auch unnötige Zutaten wie Zucker, Schokolade, Keks und Vanille.

Nährstoffplus. Muss Anreicherung sein?

Was ins Glas darf, regelt in Deutschland die Verordnung über diätetische Lebensmittel (Diät-VO). Die Vorschriften untersagen für Gemüsebeikost Konservierungs-, Aroma- und Farbstoffe sowie Verdickungsmittel. Sie gestatten aber Nährstoffzusätze wie Vitamin C, Eisen, Calcium-Carbonat und Jod.

Bio-Hersteller für den Naturkostfachhandel verzichten auf die Nährstoffanreicherung. Denn Babys, die ausgewogen ernährt werden, erhalten über Muttermilch und Beikost alle Nährstoffe, die sie zum Wachsen und Gedeihen brauchen.

In einigen Bio-Gläschen findet sich trotz der Aufschrift „ohne Verdickungsmittel lt. Gesetz“ ein Zusatz an Reismehl, das den Brei dick legt (weitere Informationen hier).

Beikost mit Beigaben: Öl und Saft tun gut.

Gemüsebeikost sollte aus Gemüse, Kartoffeln oder Getreide (z. B. Reis, Nudeln) bestehen und etwas Öl enthalten. Findet sich in der Zutatenliste kein Hinweis auf einen Zusatz an Pflanzenöl, sollte ein Teelöffel Rapsöl unter den Brei gerührt werden. Das Öl verbessert die Sättigung und sorgt für die Versorgung mit lebenswichtigen Omega-3-Fettsäuren. Außerdem tun einige Teelöffel Vitamin-C-reicher Obstsaft im Brei gut, zum Beispiel Orangensaft.

Vitamin C verbessert die Aufnahme von pflanzlichem Eisen aus Getreide und Gemüse. Fleisch kann, muss es fürs Baby aber nicht geben. Mit einem Gemüse-Getreide/Kartoffel-Brei, der zusätzlich etwas Öl und Obstsaft enthält, bekommt das Baby genügend Eisen und andere wichtige Nährstoffe.

Blick in den Bio-Laden: Vielfalt im Regal

Reine Gemüsesorten sind für Allergiker und für den Einstieg in die Beikost geeignet, etwa „pro-biJo Pastinaken pur“ von Bioturm. Sie enthalten nur eine fein pürierte Gemüsesorte.

Einen Mix aus verschiedenen Gemüsesorten wie „Kartoffeln mit Erbsen & Zucchini“ von Holle baby food kann das Baby etwas später erhalten. Der Brei wird ab dem 6. Monat empfohlen.

Ab etwa dem 8. Monat kann es fürs Baby neben Kartoffeln und Vollkorngetreide noch andere Kohlenhydrate geben, so das „Gartengemüse mit Hirse“ von Sunval. Hier lernt das Baby durch neue Gemüsesorten, Hirse, Petersilie und Basilikum weitere Aromen kennen. Weil schon die ersten Zähne da sind, ist das Gemüse nun stückiger, so auch das „Mischgemüse“ von Lebenswert bio.

Daneben gibt es Obstgläschen, die das Baby am Nachmittag erhalten kann. Die Auswahl reicht von Pur-Sorten mit Apfel oder Birne bis hin zu Obstmischungen plus Vollkorn.

Reismehl in Gläschen?

„Reis dient zwar auch zur Einstellung der Konsistenz“, bestätigt Susanna Fieber von Holle baby food. Per se sei Reismehl jedoch kein Dickungsmittel, sondern liefere wichtige Nährstoffe und komplexe Kohlenhydrate.

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